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Der Bulle stirbt

02.11.2018  |  Egon von Greyerz
Open in new windowBullen sind nicht leicht totzukriegen, sie sind stark, kämpferisch und haben wirklich Durchhaltevermögen. Und nichts anderes sollte man am Höhepunkt eines säkularen Bullenmarkts auch erwarten. Ob verletzt oder geschwächt, der Bulle wird weiterleben, so wie es bei zahlreichen Aktienmärkten gerade der Fall ist. Während einige Aktienmärkte ihre Höchststände schon erreicht haben, zeigen andere Stärke.

Vor einer Woche wurden die Märkte nun durch starke Kursrückgänge erschüttert. War das das Signal für das Ende eines mehrjährigen Bullenmarktes, oder war es nur eine weitere kurze Korrektur, bevor der Bullenmarkt zu viel höheren Ständen aufbricht? Nach einem weiteren Rückgang diese Woche ist der Dow im Oktober schon um 2.000 Punkte gefallen, was sicherlich bestätigt, dass der Bulle schwer verletzt ist. Vielleicht sogar tödlich?


Geld drucken, um Stimmen zu kaufen

Zunächst müssen wir klarstellen, dass die Weltwirtschaft und die globalen Aktienmärkte in der Endphase der größten Blase der Geschichte stecken. Diese Blase wird durch ungekannte Stimuli seitens der Zentralbanken und Regierungen aufrechterhalten, um eine Implosion des Finanzsystems zu verhindern. Wie vielen bekannt sein wird, ist Kreditexpansion die effektivste und kostengünstigste Methode, um Wählerstimmen zu kaufen - und auch der einzige Weg, um die Wirtschaft künstlich am Laufen zu halten, wenn Staaten das Geld ausgeht.


Manipulierter Markt auf Grundlage von Algorithmen

Auf diesem Weg können sich Blasen viel stärker ausdehnen, als es möglich scheint. Viele Aktienmärkte haben ihres Hoch erreicht, so auch der chinesische, der inzwischen mit 27 % im Minus steht. Andere Aktienmärkte, wie die US-Indizes, machen schließlich den Eindruck, als stünden sie am Ende des Weges. Solide Investmentmärkte funktionieren effizient auf Grundlage von Kapitalknappheit. Wenn Kapital jedoch endlos ist und nach Belieben durch eine Druckmaschine oder elektronische Einträge am Computer geschaffen werden kann, funktionieren die Märkte nicht mehr gesund und effizient. An diesem Punkt sind wir heute.

Märkte oder Ökonomien haben heute nichts Stabiles oder Gesundes mehr an sich. Manipulation durch Staaten und Zentralbanken in Kombination mit algorithmischen Handel ist im Grunde das Gegenteil von gesunden Märkten. Dennoch ist dieses kranke System heute marktdominierend. Ein gewöhnlicher Investor kann unmöglich mit "Algo-Systemen" konkurrieren, die mit unbegrenzten Kapitalbeträgen ausgestattet sind.

Schauen wir uns die Definition von "Algo" an. Auf Griechisch bedeutet es Schmerz, und das ist sicherlich das, was sie normalen Anlegern bereiten, die im Wettbewerb mit diesen manipulativen Systemen keine Chance haben. Wenn wir uns die Definition von Algos durch das CFI (Corporate Finance Institute) ansehen, bekommen wir die Bestätigung, dass normale Investoren völlig benachteiligt sind:

“Algorithmen werden eingeführt, um den Handel zu automatisieren und um Gewinne in einer Häufigkeit zu erzielen, die für einen menschlichen Händler unmöglich ist. […]“. Weitere Varianten des algorithmischen Handels sind der automatisierte Handel und das Black-Box-Trading. […] Algorithmischer Handel schließt den menschlichen (emotionalen) Einfluss auf die Handelsaktivitäten aus.”

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