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Index signalisiert Bankenkollaps und die nächste Finanzkrise

06.11.2018  |  Jim Willie CB
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Es ist davon auszugehen, dass einige US-Banken eine Nahtoderfahrung machen werden. Angesichts des bevorstehenden Rückgangs des Ölpreises wird das kaum zu vermeiden sein. Nicht einmal die Kriegstrommeln eines neuen Golfkrieges und die Drohungen über eine Blockade der entscheidenden Meerengen können da noch helfen. Ohnehin ist heute Russland der Öllieferant Nr. 1 und auch der iranische Ölausstoß wird nicht länger behindert.

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Das Schlüsselsignal ist hier also der plötzliche Einbruch des Index in Kombination mit dem bearishen Kreuzen der Durchschnitte. Der Absturz lässt sich nicht mehr rückgängig machen, aber das tödliche Aufeinandertreffen der gleitenden Durchschnitte verdient unsere Aufmerksamkeit, da es von den Tradern der Banken und Hedgefonds auf der ganzen Welt beobachtet wird. Viele verwenden den 20-Wochen- und den 50-Wochen-Durchschnitt als sehr zuverlässigen, gerichteten Trendwende-Indikator.

Der BKX-Index steht also an der Schwelle zu einer extrem kritischen, bearishen Entwicklung. Es genügt vielleicht, darauf hinzuweisen, dass ein solches Kreuzen der Durchschnitte in 90% der Fälle zu mindestens zwei Monaten mit schmerzhaften Kursrückgängen und enormen Verlusten führt, die wiederum dafür sorgen können, das der Funke auf die Zündschnur größerer Probleme innerhalb des Sektors überspringt.

Wenn die hässliche rote Warnleuchte in den kommenden Wochen aufblinkt, werden die Bankanalysten ihr große Aufmerksamkeit schenken. Die Befürchtungen und Diskussionen werden sich auf die langfristigen US-Bonds ausweiten. Der Chart der 10-jährigen Staatsanleihe deutet sogar auf einen Anstieg der Rendite in den Bereich von 4,5% hin. Das würde die Alarmglocken auf der ganzen Wert schrillen lassen.


Zwei Faktoren für Gold

Heute sind zwei Faktoren am Werk, die den Anleihemarkt beeinträchtigen und den Goldmarkt unterstützen werden. Der erste entscheidende Faktor ist der Schaden, den der Markt für US-Staatsanleihen derzeit nimmt. Der weiter anwachsende, staatliche Schuldenberg von 22 Billionen Dollar stand zuletzt öfter im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit, ebenso wie das jährliche US-Haushaltsdefizit von mehr als 1 Billion Dollar. Für diese neu aufkommende Besorgnis gibt es verschiedene Gründe.

Ausländische Investoren rechnen beispielsweise nicht länger damit, denn Nennbetrag der von ihnen finanzierten US-Schulden zurückzubekommen. Bei ihnen stellt sich zudem der Eindruck ein, dass die Vereinigten Staaten den Dollar als Waffe verwenden, insbesondere in Kombination mit Sanktionen und Einschränkungen im SWIFT-System. Sie sehen, dass der Dollar räuberische Kriege finanziert, in denen häufig auch Kriegsverbrechen an der lokalen Zivilbevölkerung verübt werden.

Sie sehen, dass die US-Wirtschaft von Importen profitiert, ohne diese jemals angemessen zu bezahlen. Verteilt werden immer nur noch mehr Schuldscheine. Letzten Endes werden die ausländischen Besitzer der Staatsanleihen ihr Kapital von den Treasuries allmählich auf Gold verlagern.

Der zweite Faktor ist gleichermaßen unheilvoll. Der Anstieg der Anleiherenditen hatte einige unangenehme Konsequenzen. Die Kreditkosten der US-Regierung haben ihre Steuereinnahmen zu guter Letzt überstiegen. Das ist fraglos ein der Dritten Welt würdiges Signal für eine Währungskrise, die den Dollar nun endlich heimsuchen und sein Ansehen in der Welt ruinieren wird. Die US-Staatsanleihen werden zu globalen Junk-Bonds.

Rechnen Sie damit, dass ausländische Geldgeber ihre Bestände an US-Treasuries weiter abbauen werden, und behalten Sie auch die Möglichkeit eines zerstörerischen Zwischenfalls an den Derivatemärkten im Hinterkopf. Der Druck auf die Derivatemaschinerie ist einfach zu groß und die involvierten Fremdkapitalbeträge sind zu hoch. Mit jeder offiziellen Zinserhöhung durch die Fed nehmen die Marktschulden weiter zu und fordern einen Unfall geradezu heraus.


Citigroup in schlechtem Zustand

Zuerst einige Vorbemerkungen zu den Lieblingen der Börse. Die Facebook-Aktie und andere lächerliche "Wert"papiere wie die von Netflix und Tesla haben entsetzliche Verluste zu verzeichnen. Facebook hat früher in diesem Jahr an einem einzigen Tag 150 Milliarden Dollar seiner Marktkapitalisierung verloren. Das war ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Wind gedreht hat. Außerdem kam es auch bei Facebook zu einem bearishen Kreuzen der gleitenden Durchschnitte. Die Aktie wird unweigerlich in die Tiefe stürzen.


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