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Was eine nutzlose Währung vernichten kann

08.11.2018  |  Dr. Keith Weiner
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Dieser angebliche Goldstandard hätte also weder Zinsen auf Gold noch eingehende Goldeinlagen und das Gold würde nicht zur Tilgung von Schulden verwendet. Die Leute würden lediglich ihre Währung gegen Gold tauschen, d. h. sie kaufen Gold.

Wenn die Regierung einen niedrigen Preis festlegt, dann werden die Leute all ihr Gold kaufen und ihre Reserven schwinden lassen. Wenn der Preis zu hoch gesetzt wird, dann wird es keine Käufe geben. Und natürlich gibt es keinen "richtigen" Goldpreis oder irgendeinen anderen Preis. Der Markträumungspreis entwickelt sich aus mehreren Gründen, nicht zuletzt aufgrund der endlosen Verwässerung der Währung, die einst einen guten Kredit darstellte, mit mehr und mehr Einheiten gefälschter Währung.

Wie alle anderen Intrigen der Zentralbank zur Preisfestlegung würde eine derartige "goldgedeckte Währung" scheitern.

Und das bringt uns zum Schweizer Franken, dessen Wert durch eine solche Intrige auf 0,83 Euro gedrückt wurde. Dieser Plan scheiterte im Januar 2015 spektakulär. Der Fall war doppelt interessant, denn wenn Währung gedruckt wird, wie die meisten Leute annehmen, dann gibt es keinen Grund, warum die Schweizer Nationalbank ihre Druckerei nicht hätte fortsetzen können.


Die Mechaniken des Währungszusammenbruchs

Wir haben in einem unserer Artikel erwähnt, dass der Schweizer Franken zusammenbrechen wird.

Genauso wie die Leute in Bezug auf den Dollar nicht plötzlich aufgeweckt werden und diesen verleugnen, so wird ihnen das mit dem Schweizer Franken auch nicht passieren. So funktioniert das nicht. In der letzten Woche haben wir also versprochen, zu diskutieren, wie der Schweizer Franken kollabieren wird. Verschiedene problematische Vorgänge belasten die Währung.

Einer von diesen ist der negative Einlagenzins. Aktuell müssen Kleinkunden für ihre Einlagen nichts zahlen. Sie erhalten einen Nullzins und haben so keinen Grund, Papierwährung abzuheben statt eine Bankeinlage zu besitzen.

Unternehmen und Institutionen sind zudem weniger gut ausgerüstet, Bargeld zu halten. Denn zum einen sind die Mengen deutlich größer und zum anderen sind die Finanzkontrollen üblicherweise nicht darauf ausgelegt, Papiergeld im Wert von Millionen oder Milliarden Dollar zu händeln.

So weit so gut, oder? Nicht wirklich. Es gibt dennoch zwei Probleme. Die Banken machen mit jeder Kleinkundeneinlage einen Verlust. In einer Welt der negativen Zinsen ist ein Nullzins viel zu hoch. Wie viel das wohl kostet? Ob das allein eine Krise verursachen wird, muss jemand anderes analysieren. Wir können nur sagen, dass fortwährende Verluste nicht nachhaltig sind.

Und das Problem wird schlimmer, denn die Zinsen werden ihren Abwärtstrend künftig fortsetzen. Also auch, wenn es sich die Banken heute leisten könnten, 0,75% Zinsen an Privatkunden zu zahlen, so werden sie sich 1,0% oder 1,5% morgen nicht mehr leisten können. Irgendwo gibt es eine Grenze, und diese wird früher oder später erreicht werden.

Wir möchten damit nicht andeuten, dass die Leute plötzlich irgendetwas realisieren werden. Wir argumentieren, dass es eine mathematische Unvermeidbarkeit ist, dass die Banken von den Kleinkunden in Zukunft negative Zinsen verlangen werden müssen.

Wenn sie das tun, dann werden die Leute einen Grund haben, ihr Bargeld abzuheben (Bargeld wird mit 0% verzinst, was immer noch besser ist als ein negativer Zinssatz). Es wird zu einem Sturm auf die Banken kommen. Als die Regierung die Währung uneinlösbar machte, dachten die Zentralplaner, dass die Möglichkeit eines systemweiten Ansturms (anstatt eines Runs auf eine einzelne scheiternde Bank) ausgeräumt worden war. Aber das ist nur der Fall, wenn die Zinsen bei mindestens 0% liegen.

"Okay", sagen Sie, "das kann behoben werden, indem Bargeld in Schweizer Franken verboten wird. Jedem wird eine Karte ausgestellt und diese muss verwendet werden, um Konten zu belasten und Guthaben gutzuschreiben." Wir werden die finsteren Andeutungen des Totalitarismus, die dieser Idee innewohnen, nicht ansprechen. Wir werden uns nur auf die wirtschaftlichen Aspekte konzentrieren.

Lassen Sie uns zuerst einen Blick auf die Privatkunden der Banken werfen. Wie soll man irgendein Sparziel erreichen, wenn man aufgrund negativer Zinsen 0,75% im Jahr (oder mehr) einbüßt, die von einem sisyphusmäßigen Bankensystem verlangt werden? Das ist unmöglich. Egal wie hoch Sie diesen Schweizer-Franken-Felsen rollen, der Negativzins wird ihn immer wieder den Hügel hinabrollen.

Alle Schweizer Bürger, die Ersparnisse ansammeln möchten, werden dazu gezwungen, dies in einer anderen Währung zu tun. Das ist keine Sache des Erwachens. Dies ist lediglich ein Problem einer Negativzinswährung.

Die Leute werden dazu gezwungen werden, Schweizer Franken zu verkaufen und stattdessen Dollar zu erwerben (primär Dollar, gefolgt von Gold). Nicht, weil sie plötzliches ein monetäres Verständnis entwickelt haben. Nicht, weil Sie die langfristige Entwicklung des Schweizer Franken im Blick haben. Nicht, weil Sie das geplant haben oder sich sich eines Währungszusammenbruchs bewusst sind. Sondern nur, um zu verhindern, dass ihre Bankguthaben von einem rachsüchtigen Zeus wieder den Hügel hinabgerollt werden.


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