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Faktoren, die beim Kauf von Edelmetallen zu berücksichtigen sind

14.11.2018  |  Stefan Gleason
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Dann realisierten die Leute: "Nun, wenn ich diese Quittung mit jemandem tausche, kann ich denjenigen bezahlen. Ich muss nicht das ganze Gold mit mir herumschleppen und es jemandem geben. Ich kann der Person einfach die Quittung aushändigen. Dann kann derjenige zum Goldschmied gehen, um sich das Gold mithilfe der Quittung auszahlen zu lassen."

Nun, das ist der Beginn des modernen Zentralbankenwesens. Es begann mit Golddeckung und der Idee, dass dieses Geld, das man bei sich trägt, diese Währung oder Papiergeld, einlösbar ist und abgegeben werden kann. Dann trat eine Vielzahl an Missbräuchen auf den Plan. Diejenigen, die diese Quittungen ausstellten, realisierten, dass nicht jeder am gleichen Tag vorbeischaute, um sein Gold ausgehändigt zu bekommen. Vielleicht waren sie so also in der Lage, mehr Quittungen für dieses Geld oder dieses Gold oder Silber auszugeben als Metall im Lager vorhanden war.

Und so kamen wir zum Mindestreservebankwesen, was essentiell unser heutiges System darstellt. Nur, dass sich dies weiterentwickelt hat und die Verbindung zu Gold und Silber vollkommen gekappt wurde. Und dies begann in den 1700er, 1800er Jahren, beginnend mit dem kontinentalen Dollar, der keine gedeckte Währung war. Kurz davor, direkt nach Gründung des Landes und bevor die Konstitution während der Konföderationsartikel in Kraft trat, fand eine große Inflation statt.

Und dann auch vor der Unabhängigkeit von der britischen Krone, es gab also viele Episoden des Papiergeldes, die nicht gut verliefen. So schufen die Gründer des Landes ein System, das vor Missbrauch durch die Zentralbank, das Drucken von nicht einlösbarem Geld, geschützt sein sollte. So wurde ein Goldstandard eingeführt; auf diese Art und Weise operierte das Land einen Großteil der ersten 150 Jahre seiner Existenz.


Alan James: Und dann veränderte sich alles.

Stefan Gleason: Ja, der Federal Reserve Act. Direkt nach dem Bürgerkrieg gab es ein Experiment, in dem man vom Goldstandard abwich und eine Menge Geld druckte, das nicht gedeckt war. Und dann versuchte man, zurückzurudern. Der Goldpreis wurde nicht erhöht und es kam zur Deflation. Jeder stoppte die Ausgaben und investierte in Gold, da Gold aufgrund der überschüssigen Menge an Währung unterbewertet war. Im Jahr 1913 geriet es mit dem Federal Reserve Act jedoch grundsätzlich aus den Fugen. Das Federal-Reserve-System, das geschaffen wurde, legte die Macht des Währungsdrucks in die Hände der privaten Banken.

Die Federal Reserve ist im Grunde genommen ein privatgehaltenes Bankenkartell, das sich im Besitz von Banken befindet und die Macht besitzt bzw. vom Kongress die Macht verliehen bekam oder zumindest die Macht erlangt hat, unser Geld zu drucken. Das sind die Federal-Reserve-Noten. Seit 1933, als Präsident Roosevelt das Gold während der großen Depression konfiszierte, sind sie nicht länger durch irgendetwas gedeckt.

Er verbot den privaten Besitz von Gold in den Vereinigten Staaten, was eine außergewöhnliche Sache ist. Die meisten Leute realisieren nicht einmal, dass es etwa 40 Jahre lang illegal war, innerhalb der Vereinigten Staaten mehr als fünf Unzen Gold zu besitzen, wenn es nicht in Form von Schmuck oder seltenen Münzen war. Und das tat man, weil man zu dieser Zeit noch immer Gold im Tresor lagern musste, um neues Fiat-Geld oder Papiergeld auszugeben. Also konfiszierte man das Gold oder zwang die Leute zumindest dazu, dieses abzugeben. Dann wurde der Dollar um mehr als 50% entwertet.

Und seitdem haben wir einen langen Pfad hinter uns. Im Jahr 1973, oder besser gesagt 1971, kappte Nixon die letzte Verbindung zum Gold, indem er verkündete, dass unser Dollar nicht länger in Gold einlösbar war, auch wenn die weltweiten Zentralbanken ihre Dollar gegen Gold tauschen wollten. Denn das war das Versprechen, das im Bretton Woods Treaty oder Agreement nach dem zweiten Weltkrieg gemacht wurde, dem zufolge der Dollar mit Gold gleichzusetzen war. Jeder konnte den Dollar verwenden, ihn als Reservewährung verwenden. Gehen Sie einfach mit Ihren Dollar nach New York und Sie werden Ihr Gold erhalten.

Nun, viele Länder wollten dieses Versprechen in den 1960er und frühen 1970er Jahren einlösen, als wir starke Inflation und große Staatsausgaben erlebten. Sie wollten ihr Gold und dieses floss förmlich aus den Staatstresoren. Das war der Zeitpunkt, zu dem Nixon die letzte Verbindung zum Gold kappte; die Verbindung zwischen der Federal Reserve Note und Gold.

Und seitdem befinden wir uns in einem nicht gedeckten, vollständig schwebenden Fiat-Währungssystem und das ist auch der Punkt, an dem Schulden explodierten, die Staatsschulden explodierten und auf astronomische Niveaus schnellten. Bundes-, Staats- und private Schulden sind seitdem durch die Decke geschossen. Und der Grund dafür ist größtenteils, dass wir nicht länger die Disziplin besitzen, die Gold und Silber mit ins Geldsystem bringen.


Alan James: Und wir wissen aus Erfahrung, dass die meisten Fiat-Währungen über die letzten hundert Jahre hinweg gescheitert sind. Ich lasse unsere Zuhörerschaft also eins und eins zusammenzählen und zu ihrer eigenen Schlussfolgerung kommen.

Nun gut. Ihrer eigenen Einschätzung zufolge, Stefan, in welches Edelmetall sollte man am besten investieren und warum?


Stefan Gleason: Nun, beginnen wir mit dem warum. Wie Sie wissen, haben wir über die Entwertung des Dollar gesprochen, aber das möchte ich noch einmal betonen. Seit wir die Goldeinlösbarkeit in den frühen 1970er Jahren abgeschafft haben, verzeichneten wir einen Kaufkraftrückgang der Federal-Reserve-Note um mehr als 90%. Seitdem die Federal Reserve vor mehr als 100 Jahren gegründet wurde, ging der Wert der Federal-Reserve-Note oder des Dollar, wie er genannt wird, um 97% zurück.

Das ist eine schier astronomische Inflation und das bedeutet, dass Sie zu jedem Augenblick Kaufkraft verlieren, wenn Sie Ihre Ersparnisse in Dollar halten; vor allem zu den heutigen Zinsen. Einer der wichtigsten Gründe, warum man Edelmetalle besitzen sollte, ist die Absicherung gegen Inflation, die ins System eingebaut wurde. Eine mehr oder weniger geplante Aktivität, die als eine Art Puffer für die allumfassende Schuldenmenge dient, mit der wir uns konfrontiert sehen.

Und das ist nur eine Sache. Dank dem Federal-Reserve-System und den Bankern der Wall Street haben wir innerhalb der Vereinigten Staaten eine Politik der ständigen Inflation. Darüber hinaus findet aktuell der Bargeldkrieg statt. Wir sehen uns somit also nicht nur mit niedrigen oder Nullzinsen konfrontiert, während der Wert des Dollarbesitzes abnimmt und der Dollar an sich rückläufig ist, sondern mit einer Situation, in der Banken - vor allem in Europa - darüber debattieren, negative Zinsen auf den Dollar oder Währungen zu verlangen. Die Idee lautet also, dass Sie ihr Geld zur Bank bringen und der Bank Zinsen zahlen, um Ihr Geld auszuleihen, anstatt andersherum.

Es gibt also einen Bargeldkrieg und in Verbindung damit wird auch darüber debattiert, Bargeld zu verbieten, denn wenn es negative 2% kostet, Geld in der Bank zu halten, dann werden eine Menge Leute das Bargeld abheben, es unter der Matratze verstecken mit 0% eine höhere Rendite erhalten. In Verbindung mit einer Negativzinspolitik, die ernsthaft diskutiert wird und die in einigen Bereichen der Welt wirklich auftritt, gibt es tatsächlich eine Diskussion, eine ernsthafte Diskussion darüber, physischen Bargeld zu verbieten. All diese Dinge, kombiniert mit der finanziellen Instabilität, Marktzusammenbrüchen, sind gute Gründe, um echtes Geld außerhalb des Bankensystems in Form von Gold und Silber zu besitzen.


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