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Macht die automatischen Stabilisatoren fit

25.11.2018  |  Robert Rethfeld
Das deutsche BIP-Wachstum verzeichnete im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal einen Rückgang um 0,2 Prozent. Ein Ausrutscher, schrieben die Medien. Die Bewegung hänge mit der Umstellung der deutschen Autoindustrie auf den neuen Prüfzyklus WLTP zusammen.

Diese Erklärung lässt sich nicht von der Hand weisen, lässt aber zu wünschen übrig. Das Jahr 2018 war in Europa von einer abnehmenden wirtschaftlichen Aktivität geprägt. Ein überragendes Wachstum im Jahr 2017 wich einem Anstieg des Pessimismus der Einkaufsmanager.

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Dieser Abwärtstrend setzt sich nach vorläufigen Zahlen auch im November fort. Der Index für das verarbeitende Gewerbe fiel auf 51,5 Punkte. Er nähert sich damit der Schrumpfungsschwelle von 50 Punkten. An dieser Stelle friert das Wachstum ein, es kommt zum Stillstand.

Die Entwicklung in Deutschland verläuft ähnlich (folgender Chart).

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Der Trend ist dein Freund. Es braucht wenig Phantasie, um sich im Jahr 2019 einen Rutsch unter die 50-Punkte-Marke vorzustellen. Das verarbeitende Gewerbe ist ein zyklisches Geschäft. Maschinenbau und Autoproduktion sind abhängig von Aufträgen aus Übersee, gerade auch aus China.

Es fällt auf, dass der Dienstleistungsindex weitgehend stabil bleibt. Die Verbraucher sind optimistisch, der Konsum ist ungebrochen, das Weihnachtsgeschäft scheint viel Geld in die Kassen des Handels spülen zu wollen. Die niedrige Arbeitslosenquote dürfte ein wichtiger positiver Faktor sein. Würde beispielsweise in der Autoindustrie oder im Maschinenbau die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust steigen, würde der Dienstleistungsindex negativ nachziehen.

Der Optimismus der europäischen Verbraucher zeigt analog zur Wirtschaftsentwicklung seit Anfang 2018 eine Trendwende, die möglicherweise zunächst kaum spürbar ist, die sich aber verstärken und durchaus längerfristiger Natur sein könnte. Lediglich im Jahr 2000 kam es zu ähnlich hohen Werten wie Ende 2017 (folgender Chart).

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