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Liebe, Angst und Inflation: Das Dreiergespann des Goldmarktes

01.12.2018  |  David Smith
Auch in Zukunft wird es drei primäre Einflussfaktoren für weltweite Nachfrage nach physischem Gold (und Silber) geben. In der Vergangenheit waren meist nur ein oder zwei dieser Elemente für die vorherrschende Dynamik verantwortlich. Doch mit dem Beginn des Jahres 2019, und womöglich für den Zeitraum der gesamten nächsten fünf bis zehn Jahre, werden alle drei Faktoren eine Rolle spielen. Sie werden synergetisch zusammenwirken und so eine stete Zunahme der Edelmetallkäufe rund um den Globus herbeiführen. Zur gleichen Zeit wird es jedoch immer schwieriger werden, diese Nachfrage mit einem ausreichenden Angebot zu decken.

Ich verwende das Wort "synergetisch" hier ganz bewusst. Dieses ist definiert als Interaktion oder Zusammenarbeit von zwei oder mehr Organisationen, Lebewesen, Substanzen oder anderen Kräften, deren Ergebnis als Ganzes größer ist als die Summe der Teile.


Die drei Nachfragefaktoren am Edelmetallmarkt

Angst: Diese umfasst nicht nur die Angst vor wirtschaftlichen oder sozialen Verwerfungen, sondern - wenn die Preise zu steigen beginnen und immer höher klettern - auch die Angst, den Einstieg zu verpassen!

Viele Menschen kaufen Gold (und Silber) jedoch als finanzielle Absicherung, da die Edelmetalle bei Bedarf leicht gegen Bares getauscht werden können. Zudem sind sie oft der letzte verzweifelte Versuch, die eigenen Ersparnisse zu retten, wenn die lokale Währung ihren Wert durch staatliches Missmanagement und Korruption verliert.

Fragen Sie die Vietnamesen, die die 1970er Jahre miterlebt haben, oder die Simbabwer, die nun schon die zweite Hyperinflation der jüngeren Geschichte verkraften müssen. Oder fragen Sie die Argentinier, die sich bereits mit der neunten Währungszerstörung der modernen Geschichte konfrontiert sehen; oder die Venezolaner.

Die Angst manifestiert sich heute in der Achterbahnfahrt der allgemeinen Aktienmärkte (abzulesen an Indices wie dem S&P 500, dem Dow Jones etc.), im potentiellen Krisenauslöser der Studienkredite (die sich auf 1,5 Billionen Dollar belaufen und deren Schuldner oft in Zahlungsverzug sind), in der Entnahme von Liquidität durch die Federal Reserve und in der Rekordhöhe der Gesamtschulden in den USA.

Liebe: Das chinesische Neujahrsfest ist nicht mehr allzu weit entfernt. Die Goldnachfrage Chinas und Indiens lag im letzten Jahrzehnt konstant auf einen äußerst hohen Niveau und es gibt keine Anzeichen für ein Abflauen. Grund dafür sind sowohl die Geschichte als auch die Traditionen der beiden Länder. Da nun auch die durchschnittlichen Einkommen der Bevölkerung steigen, ist ein Ende dieses kulturell fest verankerten Nachfragetrends in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten.

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Entwicklung der Goldnachfrage in China und Indien


Inflation: Die Vorherrschaft inflationärer oder deflationärer Tendenzen wird seit einigen Jahren lebhaft debattiert. Die Analysten, die eine Deflation prognostizieren, gehen davon aus, dass es eines Tages zu einer unausweichlichen, massiven Nichtanerkennung der Schulden kommen wird, wenn die fehlgeleiteten, ungedeckten Staatsausgaben untragbar werden. Dieses Ereignis würde die Assetpreise, einschließlich der Edelmetallkurse, mit in die Tiefe reißen.

Diese Perspektive lässt allerdings außer Acht, dass die Zentralbanken und insbesondere die US-Notenbank Federal Reserve, alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um einen Börsencrash zu vermeiden.

Die Notenbanker der Fed werden so viel Geld drucken, wie eben nötig ist, um das zu verhindern - sowohl buchstäblich als auch in digitaler Form. Sie wollen und brauchen Inflation, um dieses Spiel noch so lange wie möglich fortsetzen zu können - und damit die Regierung ihre massiven Defizite mit entwertetem Geld bezahlen kann. Die Politiker können dann weitere Ausgaben und mehr Papiergeld versprechen, wiedergewählt werden und ihre Verbündeten belohnen.


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