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Das Smartphone wird zur "Superwanze"

25.12.2018  |  Vertrauliche Mitteilungen
Der US-"Whistleblower" Edward Snowden bezichtigte auf einer kürzlichen Konferenz in Tel Aviv ein israelisches Cybersicherheitsunternehmen, Überwachungssoftware für Smartphones an Saudi-Arabien geliefert zu haben, die dem dortigen Geheimdienst auch im Vorfeld der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi "gute" Dienste geleistet haben dürfte.

Laut Snowden (der zu seiner Sicherheit nicht anwesend war, sondern von einem unbekannten Ort in seinem Exilland Russland per Videoschaltung teilnahm) geht es dabei um die israelische "NSO Group", deren Kunden mittels einer speziellen Software weltweit jedes Smartphone zu einem beinahe "perfekten" Spionageinstrument machen können. "Daß dabei diese Firma nun in Israel sitzt oder anderswo“, hält auch Snowden für irrelevant.

Bedeutsam sei einzig und allein, daß derartige Software an "einige sehr böse Akteure" verkauft werde, die diese dann zur Überwachung von beispielsweise Dissidenten oder Oppositionellen einsetzen.

Die Aktivierung der Software ist vergleichsweise preiswert (ab etwa 50 Dollar pro Gerät und Monat, angeblich auch in Deutschland erhältlich) und einfach.

Auf das Smartphone des zu belauschenden Opfers wird dabei eine Nachricht gesandt, die unverdächtig, aber zugleich wichtig genug erscheint, um die gewünschte Reaktion - den kurzen Klick auf einen dann erscheinenden Button - auszulösen.

In Zeiten des Internet-Versandhandels wird dafür z.B. der Hinweis auf eine ausstehende Lieferung ausreichen, zu deren Bestätigung die Telefonnummer noch einmal mit dem Klick auf den neuen Button bestätigt werden soll...

Wenn es nicht beim ersten Mal klappen sollte, dann später einmal auf jeden Fall. Das Smartphone des Überwachungsopfers wird nach dem gewünschten Klick auf den dazu angebotenen Button für die Spione zu einem offenen Buch und fast nach Belieben manipulierbar.

Sie können dann alle Aktivitäten mitverfolgen, von Telefongesprächen über SMS und E-Mails bis hin zu den sogenannten sozialen Netzwerken wie Facebook oder WhatsApp und alle aufgenommenen Fotos einsehen. Natürlich können auch das Mikrofon und die Kamera aus der Ferne aktiviert werden, ohne daß das Opfer eine Chance hat, dies zu bemerken.

Für eine laufende Gebühr von lediglich rund 50 Dollar monatlich wird das Smartphone zu einem praktisch "perfekten" Überwachungsinstrument. Die Geschäfte der "NSO Group" sollen dem Vernehmen nach bestens florieren...


© Vertrauliche Mitteilungen

Auszug aus dem Infoblatt Vertrauliche Mitteilungen - aus Politik, Wirtschaft und Geldanlage, Nr. 4317



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