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Die frühen Versuche, einen gemeinsamen Geldstandard einzuführen

04.01.2019  |  John Paul Koning
Im November kamen Vertreter aus 54 Nationen bei einem Treffen des Internationalen Büros für Maß und Gewicht (IBMG) zusammen und stimmten einstimmig dafür, das Kilogramm neu zu definieren. Seit mehr als einem Jahrhundert wurde ein echtes Gewicht, das in den Kellerräumen des IBMGs gelagert wurde, zur Definition der Maßeinheit Kilogramm verwendet. Nun wird diese anhand der Planck-Konstante definiert.

Da es also recht einfach zu sein scheint, unser weltweites Maßsystem zu modifizieren, ist es dann nicht bemerkenswert, dass wir nie in der Lage waren, einen ähnlichen Standard für den Wert des Geldes festzulegen? Auf der Welt werden aktuell etwa 180 verschiedene Währungen verwendet und ein Großteil von ihnen fluktuiert willkürlich gegeneinander.

Bemühungen, ein metrisches System für Gewicht und andere Maßeinheiten zu etablieren, reichen bis in die späten 1700er Jahre zurück. Während Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger daran arbeiteten, die Weltnationen daran zu gewöhnen, Meter, Kilogramm und ähnliche Einheiten zu verwenden, versuchten sie zeitgleich auch dasselbe mit dem Geld zu tun.

Dieser Artikel beschreibt einen ambitionierten Versuch, ein internationales System mit gemeinsamen monetärem Maßstab während der 1860er und 1870er Jahre einzuführen. Zusätzlich werde ich dann erklären, wie und warum diese Bemühungen scheiterten.


Convention Monétaire und die Internationale Geldkonferenz im Jahr 1867

Einer der ersten Versuche, eine Geldstandardisierung einzuführen, war die Lateinische Münzunion oder kurz LMU. Im Dezember 1865 beschlossen Belgien, Frankreich, Italien und die Schweiz, den Regelungen der sogenannten Convention Monétaire zu folgen - oder was von der britischen Presse spöttisch als LMU bezeichnet wurde.

Bevor diese Vereinbarung geschlossen wurde, hatten Italien, Belgien und die Schweiz bereits damit begonnen, ihre eigenen inländischen Versionen des französischen Franc auszugeben. Beispielsweise besaß die italienische Lira - die 1862 eingeführt wurde - dieselbe Feinheit und dasselbe Gewicht wie der französische Franc.

Die LMU formalisierte diese Beziehung, indem jede Regierung dazu verpflichtet wurde, die Münzen der jeweils anderen Länder zum gleichen Nennwert für die Bezahlung von Steuern und Gebühren zu akzeptieren.

Bürger Frankreichs wurden dazu ermutigt, jedoch nicht verpflichtet, schweizerische, belgische oder italienische Münzen zu akzeptieren und andersherum. Das untere Poster half den Einheimischen bei der Identifizierung der Gold- und Silbermünzen, die von den LMU-Mitgliedern ausgegeben wurden und derjenigen Münzen, die wiederum aus anderen Ländern stammten und demnach von der staatlichen Steuerbehörde nicht akzeptiert wurden.

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Die LMU schaffte es, über weite Teile Europas einen gemeinsamen Münzstandard zu etablieren. Warum diesen Standard also nicht noch weiter verbreiten?

Paris war im Sommer 1867 Gastgeber der Weltausstellung. Da große Menschenmengen daran teilnehmen würden, beschloss man die Veranstaltung einer Geldkonferenz, während der man die "Uniformität" der Münzen "bewerben" wollte. An der Konferenz nahmen Repräsentanten aus 20 verschiedenen Nationen teil, einschließlich der Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien, Russland und der Türkei.


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