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Ein Zyklus-Trader-Interview mit längerfristigen Aussichten zu Währungen, Edelmetallen etc.

28.12.2018  |  David Smith
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Dann ist da Kupfer, aber es ist hier ungefähr ein 31-Monats-Zyklus, der den anfänglichen Rückgang von Anfang 2011 bis Juni 2013 brachte. Dann, 31 Monate später, sahen wir das Tief vom Januar 2016. Danach erwartete ich ein nachfolgendes Tief, das für mindestens ein oder zwei Jahre halten würde bis ungefähr 31 Monate später um die Zeit von August 2018.

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HCP Kupfer 28-31 Monats-Chart


Die Tatsache, daß wir zum selben Zeitpunkt, als der XAU dieses langfristige Wellenziel angegriffen hat, diese große Zyklustief erreicht hatte, hat mich wirklich überzeugt, daß wir mindestens einen Drei- bis Sechs-Monats-Tiefpunkt hatten und sich wahrscheinlich sogar ein Ein- bis Zwei-Jahres-Tief bei allen Metallen zu entwickeln begann.

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Elliott Wellen im Kupfer-Wochen-Chart
(Alle Charts mit Genehmigung von Eric Hadik)


David Smith: Wenn Sie sich das Tempo der Innovationen und die Geschwindigkeit der Kommunikation und des Informationsaustauschs ansehen, dann finde ich es erstaunlich, daß diese Zyklen über viele Jahre irgendeine Ähnlichkeit mit dem haben können, was zuvor passierte. Es scheint jedoch, daß das, was Sie zuvor mit dem sechsmonatigen Fenster auf die eine oder andere Weise angesprochen haben, verdammt nahe ist, wenn man die ganzen stattfindenden Veränderungen betrachtet. Finden Sie das mit der Erhöhung der Computergeschwindigkeit und allem anderen nicht faszinierend) Ich denke, es liegt daran, daß die Leute immer noch genauso denken wie früher.

Eric Hadik: Genau das wollte ich sagen. Tatsächlich messen alle technischen Analysen und Zyklen Massenpsychologie und menschliche Emotionen. Die längerfristigen Zyklen spiegeln sich in dem alten Sprichwort wider, daß man, wenn man die Lektionen der Geschichte nicht lernt, zu ihrer Wiederholung verdammt ist. Ich habe den Namen des Ökonomen, Philosophen (Tyler?) vergessen, der sich mit den Zyklen der Zivilisationen und den sieben Phasen befaßt, die sich allgegenwärtig immer wiederholen.

Also die Dinge ändern die menschliche Psyche in den Zivilisationen nicht wirklich. Diese Zyklen faszinieren mich auf jeden Fall. Manchmal haut es mich um, wie genau sie sein können. Ich sage zu mir selber: "Was gibt es da, das ich nicht sehe, das all das so unter Kontrolle hat?" Aber wie ich schon sagte, ist es ein Spiegelbild des menschlichen Geistes und der Psyche. Das ändert sich nicht, trotz allen Fortschritts, Technologie und so weiter.


David Smith: Ich werde den Namen nicht nennen, aber um das Jahr 2000 erinnere ich mich an einen prominenten Analysten, der 180 $ beim Goldpreis vorhersagte. Zu dieser Zeit war es auf ca. 250 $ gefallen. Diese Person sagten diesen Kurs für mehreren weitere Jahre voraus, sogar nachdem offensichtlich war, daß er nicht dorthin gehen würde, da er schon auf 400 bis 500 $ gestiegen war. Natürlich ist es nie so tief gesunken.

Von dem, was Sie vorher in dem Interview gesagt und abgeleitet haben, hört sich das so an, daß Sie bereit sind, die Mehrheit dessen zu akzeptieren, was Sie in einer bestimmten Bewegung nach oben oder unten suchen. Dann, zusätzlich zur Bestätigung durch ein zyklisches Zeitelement, akzeptieren Sie das als ausreichend, anstatt zu versuchen, das letzte 1/8 durchzuhalten, wie Jesse Livermore sagen würde und vielleicht die ganze Umkehrbewegung zu verpassen. Ist das eine richtige Interpretation Ihres Ansatzes?


Eric Hadik: Ja. Es war anfangs eine schwierige Lektion zu lernen, aber ich denke, es ist auch eine Reflexion darüber, wie man die Märkte angehen muß. In meinen frühen Jahren, als ich noch an der Highschool war, habe ich von Anfang an viel gehandelt und kurz danach wurde die pragmatische Analyseseite gegenüber der Theorie wirklich verstärkt. Die Frage ist, ob ich lieber meine Brieftasche oder mein Ego fülle. Es ist schwer, Dinge zuzugeben, wenn man sich irrt, besonders dann, wenn man sehr stark überzeugt war. Aber das ist eine Frage des finanziellen Überlebens.

Das ist etwas, was zu unterscheiden hilft, ob ich eine bestimmte Projektion heiraten soll oder einfach nur zugebe: "Ok, wir haben 90% der Bewegung mitgenommen. Sie war nicht genau das, was wir erwartet hatten, aber der Markt sagt uns, daß es etwas stärker oder schwächer war als wir erwartet hatten. Was machen wir damit?"

Denn oft, wenn ein Signal oder eine Analyse fehlschlagen, könnte sich direkt am Horizont eine noch größere Chance ergeben und es ist von größter Wichtigkeit, das zu erkennen. Lecken Sie Ihre Wunden entweder wegen einem Verlust-Trade, weil man vielleicht zu lange drin blieb oder wieder abgegeben hat. Es ist wichtig, sowas zu erwarten und sogar eine neue Objektivität zu gewinnen, indem man für eine Weile zurücktritt und schaut, welche neuen Gelegenheiten sich bieten.



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