Wir verwenden Cookies, um Ihnen eine optimale Funktion der Webseite zu ermöglichen. Wenn Sie weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr erfahren
In Ihrem Webbrowser ist JavaScript deaktiviert. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, muss JavaScript aktiviert sein.
Suche
 

Gegenwinde 2019 werden stärker

10.01.2019  |  James Rickards
Im Jahr 2017 wurde "synchronisiertes Weltwirtschaftswachstum" in jeder bekannten Wirtschaftsprognose ausposaunt. Das war eine Referenz zu der Tatsache, dass bestimmte Volkswirtschaften nicht nur wuchsen, sondern alle zeitgleich wuchsen.

Das Wachstum des chinesischen BIPs ging zurück, fiel mit 6,85% jedoch noch immer stark aus. Das BIP-Wachstum der USA verzeichnete solide Zunahmen von 3% im zweiten und 2,8% im dritten Quartal 2017. Japan und Europa wuchsen nicht so stark wie die USA und China, doch von einem niedrigen Niveau aus besserte sich ihr Wachstum dennoch.

Synchronisation war ein großer Bestandteil dieser Geschichte. Das Wachstum war nicht isoliert und fand auch nicht phasenhaft statt. Nein, das Wachstum schien auf eine nachhaltige Art und Weise noch mehr Wachstum zu schüren. Die Weltwirtschaft funktionierte hervorragend.

Dann hatte das Weltwirtschaftswachstum 2018 ein jähes Erwachen. Das japanische Wirtschaftswachstum fiel im dritten Quartal 2018 in den negativen Bereich. Dasselbe passierte Deutschland. Das chinesische Wachstum setzte seinen Rückgang (6,5% im dritten Quartal) fort, anstatt sich zu stabilisieren.

Das Wirtschaftswachstum innerhalb des Vereinigten Königreich ging teilweise aufgrund der Verwirrung um den Brexit zurück. Das Wachstum Frankreichs fiel angesichts von Protesten, die durch eine angekündigte Kohlenstoffdioxidsteuer hervorgerufen worden waren. Die australischen Immobilienpreise gingen jäh zurück, als Exportaufträge aus China weniger wurden und das chinesische Fluchtkapital aufgrund Chinas Kapitalkontrollen zurückging.

Die US-amerikanische Wirtschaft hielt sich 2018 relativ gut und verzeichnete ein Wachstum von 4,2% im zweiten und 3,5% im dritten Quartal. Doch ein Großteil dieses Wachstum war Bestandsansammlungen ausländischer Lieferanten vor den angekündigten Zöllen zu verdanken.

Dieser Bestandswachstum wird höchstwahrscheinlich zurückgehen, wenn die Zölle zu Beginn dieses Jahres in Kraft treten oder verworfen werden. Das US-Wachstum für das vierte Quartal wird derzeit auf 3% geschätzt und setzt den Abwärtstrend des zweiten Quartals fort.

Was ist passiert?

Ein Großteil des weltweiten Abschwungs hat mit dem hohen Grad an Vernetzung der Weltwirtschaft und dem Ausmaß der weltweiten Lieferketten zu tun. Die Kehrseite dieses synchronisierten Wachstums ist ein synchronisierter Abschwung. So wie eine wachsende Wirtschaft zu zunehmenden Exporten für Handelspartner führen kann, so kann ein Abschwung für geringere Exporten sorgen.

Doch warum ist das Wachstum überhaupt zurückgegangen?

Die Antwort hat mit Schulden, der Fed-Politik, politischen Entwicklungen sowie Handelskriegen zu tun. Vor allem die USA und China, die weltweit größten Volkswirtschaften, entdecken die Grenzen des von Schulden verursachten Wachstums.

Das Verhältnis zwischen den US-Staatsschulden und dem BIP beträgt nun 106%, der höchste Wert seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Das Verhältnis zwischen den chinesischen Staatsschulden und dem BIP beläuft sich auf angemessenere 48%. Doch diese Zahl ist irreführend, da es die Schulden und Verbindlichkeiten von Provinzen, staatlichen Unternehmen, Banken, Produkten der Vermögensverwaltung und eine Vielzahl an weiterer Entitäten nicht umfasst, die die Regierung in Shanghai direkt oder indirekt unterstützen muss.

Wenn diese zusätzlichen Schulden einberechnet werden, dann beträgt das reale Verhältnis zwischen Schulden und BIP mehr als 250%, ähnlich wie in Japan.

Verhältnisse zwischen Schulden und BIP, die unter 60% liegen, werden als nachhaltig betrachtet; Verhältnisse zwischen 60% und 90% werden als nicht nachhaltig betrachtet und müssen umgekehrt werden; und Verhältnisse über 90% befinden sich im roten Bereich, zusätzlich zu negativem Wachstum werden dann auch Zahlungsausfälle durch fehlende Zahlungen, Inflation oder andere Formen der Schuldenzurückweisung auftreten. Die weltweit größten Volkswirtschaften - die USA, China und Japan - befinden sich nun allesamt im roten Bereich.

Das Wachstum innerhalb Europas ist ebenfalls rückläufig. Obgleich die Gründe variieren mögen, geht das Wachstum in allen größeren Volkswirtschaften der EU und dem Vereinigten Königreich entweder zurück oder ist bereits negativ geworden.

Auffallend ist die Geschwindigkeit, mit der dieses synchronisierte Weltwirtschaftswachstum zu einem synchronisierten Abwärtstrend geworden ist. Es gibt Andeutungen, dass dieser Abschwung noch nicht beendet ist. Wachstum kann zwar eine positive Feedbackschleife erschaffen, doch ein Abschwung kann das auch.

Die Vernetzung des Weltwirtschaftswachstum wurde mit diesem Zitat von Stephen "Sarge" Guilfoyle, Leiter der Abteilung für Produktionsvorgänge für die New York Stock Exchange, in einer kürzlichen Kolumne für das Portal Real Money von TheStreet zusammengefasst:


Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2019.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"