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Interview mit David Jensen

21.01.2019  |  Mike Gleason
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Ich hatte eine vollkommen andere Meinung. Ich betrachtete die systematische Drückung der Edelmetalle. Ich weiß, für einige Zuhörer mag es wie ein schleierhaftes Konzept klingen. Doch es gibt da diese Tatsache, dass man 1980 die Zinsen auf 9% über die Inflationsrate erhöhen musste, um den Menschen das Gold auszureden, das von 45 Dollar 1970 auf 850 Dollar 1980 gestiegen war. Man hatte die Zinsen auf 9% über die Inflationsrate erhöhen müssen, die zu diesem Zeitpunkt 10% betrug. Das waren also 19% zur damaligen Zeit.

Danach schuf die Zentralbank, die Bank of England, den LBMA-Papier-Trade-Ersatz für Gold. Und das habe ich ihm gegenüber erwähnt. Und er meinte: "Ich habe nun keine Zeit, das groß zu besprechen, aber hier ist meine Karte. Bitte schicken Sie mir die Informationen." Ich schickte ihm also die zwei Briefe, die nun auch auf SafeHaven.com zu finden sind.

Sie können meine beiden Briefe an David Dodge gerne lesen. Der Punkt war jedoch, dass wir diesen Markt betreten hatten, an dem wir das Warnsystem für eine inflationäre Geldpolitik - Gold - ausgeschaltet hatten. Es warnt die Leute, wenn sie zu viel Geld drucken, wie wir 1980 sahen, und dass wir eine Reihe an Blasen an den Finanzmärkten aufgeblasen hatten, die platzen würden.

Und seit dem Crash von vor zehn Jahren, der großen Finanzkrise, ist die Welt noch mehr verschuldet; es gibt mehr als 70 Billionen Dollar Schulden auf dieser Welt. Und man löste ein Schuldenproblem, das von der Drückung der Edelmetalle und dem Drucken von Geld ausgelöst wurde, indem man mehr Geld druckte. Das setzt sich nun unvermindert fort. Und ich denke nicht, dass das ein gutes Ende nehmen wird, Mike.

Die Fed nimmt den Märkten die Liquidität und wir befinden uns auf dem besten Weg zu einer weiteren Krise. Und ich denke, dass die Fähigkeit der Zentralbanken in dieser nächsten Krise, die Zinsen weiter zu reduzieren und Nullzinspolitiken einzuführen, gelähmt sein wird. Wenn die Märkte ein derartiges Verhalten erkennen, dann wird das Panik oder Angst darüber auslösen, dass erneut versucht wurde, ein Schuldenproblem mit mehr Schulden zu lösen. Diesmal ist es ziemlich offensichtlich für die Leute, dass die Green Shoots, wie Ben Bernanke den Leuten erzählte, nicht existent sind, und dass man ein Schuldenproblem nicht mit einem Schuldenproblem lösen kann.

An diesem Punkt, so denke ich, werden wir ein ernsthaftes Problem haben. Die Schulden werden erlassen und umstrukturieren werden müssen. Ähnlich wie unser Geldsystem, das mit dem Finger auf Gold und Silber zeigt, die historischen Geldinstrumente mit einer 4000 Jahre alten Geschichte als Geld.


Mike Gleason: Nun, David, da wir uns dem Ende unseres Interviews nähern, möchte ich Sie fragen: Wie stellen Sie sich 2019 für die Metalle vor? Ist es vielleicht endlich ein Jahr, in dem sie als sichere Vermögenswertklasse fungieren werden, zu der die Massen streben, um sich abzusichern? Oder ist so etwas noch weit entfernt? Wie stellen Sie sich vor, wird 2019 für Metallinvestoren und Metallpreise verlaufen?

David Jensen: Wenn man eine langfristige Perspektive einnimmt und Gold betrachtet, dann kann man sehen, dass dieses von 250 US-Dollar je Unze im Jahr 2000 auf nunmehr 1.300 Dollar gestiegen ist. Und ich weiß, dass das ein niedrigerer Wert ist als die 1.900 Dollar je Unze, die wir vor sieben Jahren beobachten konnten, doch ich denke, dass es sich gut entwickelt hat. Auch wenn diese Entwicklung gedämpft war, besonders wegen des Tradings dieser nicht allokierten Kontrakte.

Doch ich erwarte ein Jahr des Überverbrauchs an Edelmetallen, aufgrund des Leverage an den Märkten, der chronischen Unterproduktion und der fehlerhaften Preisbildung durch die Bullionbanken. Wir befinden uns nun an einem Punkt, an dem es schwer ist, diese Probleme zu verbergen, Mike. Also sehe ich dieses Jahr als Tür- und Angelpunkt, als Wendepunkt für diese Märkte. Und ich denke, der physische Markt wird sich wirklich behaupten.

Das erleben wir meiner Ansicht nach bereits bei Palladium. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Leasingrate zu steigen beginnt. Und die Übertragung auf Silber wird den Vorgang beschleunigen. Wir befinden uns also in einer Situation, in der ich diese Metalle nicht wirklich als Investition ansehe. Ich sehe sie als Versicherungspolicen und als geldpolitische Instrumente.

Die Betrügerei des Zentralbankwesens und das Konzept, dass man Reichtum durch die Schaffung von mehr Schulden kreiert, oder dass man echten organischen Reichtum durch den Druck von Geld und die Schaffung von Schulden kreiert, wird als die Täuschung enthüllt werden, die es ist.

Ich bin also der festen Überzeugung, dass die physischen Metalle einen positiven Wendepunkt erleben werden. Und das ist in dem verwurzelt oder verankert, was wir am Palladiummarkt beobachten können; die Grenzen werden in diesem Markt klar erreicht. Die Leasingraten für das Metall sind nunmehr seit 18 Monaten stetig angestiegen. Und ich denke nicht, dass das ein Problem ist, das von alleine verschwinden wird. Nun da die Leute die Probleme realisieren, wird die Nachfrage nach Palladium anziehen. Und das wird dann letztlich das Papierpreisfestlegungssystem in London und New York außer Kraft setzen.


Mike Gleason: Gut gesagt. Und das war der Grund, warum wir Sie heute hier bei uns haben wollten: Um noch mehr über Palladium zu sprechen. Für viele mag es ein eher undurchsichtiges Metall sein, doch es kann große Auswirkungen auf die anderen größeren Märkte wie Gold und Silber haben. Schön, diese Thematik mit Ihnen besprechen zu können. Ich hoffe, wir können uns im Laufe der Zeit noch einmal miteinander unterhalten. Es hat mich sehr gefreut. Ich wünsche Ihnen alles Gute für 2019. Danke für Ihre Zeit, David.

David Jensen: Das wünsche ich Ihnen auch, Mike. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit.


Mike Gleason: Nun, das war es dann für diese Woche. Ich danke noch einmal David Jensen von Jensen Strategic.


© Mike Gleason
Money Metals Exchange



Der Artikel wurde am 11. Januar 2019 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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