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Geldpolitische Kehrtwende - jetzt neuer Gold-Bullenmarkt?

01.02.2019  |  Markus Blaschzok
Die italienische Wirtschaft ist nun offiziell in eine Rezession gerutscht, nachdem das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge geschrumpft ist. Im vierten Quartal sank das BIP um 0,2 Prozent. Aufgrund einer sukzessiv abnehmenden Produktivität der Bevölkerung, rekordhohen Steuern und rekordhoher Verschuldung (131% des BIP) ist kein nachhaltiges Wachstum in Europas drittgrößter Volkswirtschaft mehr möglich.

Nach einer zehnjährigen geldmengeninduzierten Konjunkturscheinblüte steht ganz Europa vor der Rezession, wobei Italien nur der erste fallende Dominostein ist. Selbst mit dem weiteren Drucken bzw. Umverteilen von Geld, kann man den ökonomischen Zusammenbruch der stark gemeinwirtschaftlich geprägten europäischen Volkswirtschaften nicht mehr verhindern.

Nutzt man die ungeschönten Inflationszahlen in den USA nach der Berechnungsmethode von 1980, so schrumpft die amerikanische Wirtschaft real bereits seit der Jahrtausendwende. Vergangene Woche flog erst die japanische Regierung mit gefälschten Statistiken auf und konstatierte, dass wohl 40% aller Wirtschaftsdaten geschönt seien. Auch in Europa dürfte die Teuerung mindestens 5% höher liegen, als die von den staatlichen statistischen Ämtern für die Bevölkerung geschönten Zahlen.

Diese Fake News haben Methode, denn so können die Märkte getäuscht und ein Zusammenbruch von Zombiestaaten und -banken über niedrige Zinsen verhindert werden, während Vermögen von der Bevölkerung hin zum Staat und Bankennutznießern umverteilt wird, was man landläufig "Finanzielle Repression" nennt. Liegt die reale Teuerung in Europa 5% höher, dann befindet sich Europa ebenfalls spätestens seit 2008, doch vermutlich bereits seit der Einführung des Euros, in einer schleichenden Rezession.

Vor einer Woche waren die Edelmetallpreise und die Minenaktien bereits in die Korrektur übergegangen, als die Notenbanken der Welt plötzlich auf die Konjunkturschwäche reagierten, was die Kursentwicklung dieser Anlageklassen sofort verkehrte und die Notierungen stark zulegten. China sandte neue Inflationssignale, als die chinesische Zentralbank (PBoC) Pläne zu einer weiteren Senkung des Mindestreservesatzes ankündigte.

Weiterhin wurde bekannt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) über langfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) diskutiert, um die Banken zu stützen und die Kreditvergabe an die Privatwirtschaft am Ende des Konjunkturzyklus noch einmal anzuheizen. Dies zeigt, dass die Zinswende in Euroland in den nächsten beiden Jahren nicht zu erwarten ist. Wahrscheinlich ist nun, dass nach diesen verzweifelten Konjunkturprogrammen letztlich wieder mit der Druckerpresse geantwortet werden wird, sobald die rezessiven Kräfte stärker werden, was diese letztlich nur in eine Stagflation wandeln wird.

Die Gerüchte zum Zinsentscheidung der US-Notenbank vom letzten Freitag, die auch die Edelmetallpreise getrieben hatten, haben sich in dieser Woche bestätigt. Die US-Notenbank verkündete am Mittwochabend, dass sich der Offenmarktausschuss entschieden hat, die Zinsen im Januar nicht anzuheben, was dem Marktkonsens entsprach. Die FED hatte erst im Dezember den Leitzins um 25 Basispunkte, das vierte Mal im vergangenen Jahr, angehoben.

Zwei Zinsanhebungen für das Jahr 2019 hatte Notenbankchef J. Powell noch im Dezember in Aussicht gestellt, doch war bei dieser Sitzung kein Hinweis mehr auf Zinsanhebungen enthalten. Stattdessen wolle man bei künftigen Zinsentscheidungen „geduldig“ agieren und man sei vorbereitet, um die Normalisierung der Notenbankbilanz anzupassen. Der Zinsanhebungszyklus dürfte mit diesen Aussagen sein Ende gefunden haben und auch das QT-Programms, bei dem die FED monatlich 50 Mrd. Dollar dem Markt entzieht, dürfte in diesem Jahr enden.

Die US-Notenbank hatte gerade einmal ein Jahr lang eine Normalisierung der Notenbankbilanz durchgehalten, bevor sie nun zum Schutz der Banken dazu gezwungen wurde, das Programm wieder zu beenden. Hier beweist sich, was wir Vertreter der Österreichischen Schule schon lange wiederholen. Geld, dass Notenbanken bzw. Staaten einmal gedruckt haben, kann dem Markt nicht mehr entzogen werden, ohne dass die Fehlallokationen, die erst durch die Geldmengenausweitung entstanden, wieder in sich zusammenbrechen und dabei den Rest der Wirtschaft mit in den Abgrund ziehen.

Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft verschieben und vergrößern Fehlallokationen nur, womit die Krisen immer verheerender werden. Somit ist die Geldpolitik dazu verdammt immer und immer mehr in die Wirtschaft einzugreifen, während immer mehr Geld gedruckt wird und die Schulden exponentiell explodieren, bis die Utopien der gottspielenden Politiker in einem völligen Kollaps von Staat, Wirtschaft und Papiergeld in sich zusammenbrechen. Dies bedeutet, dass die weltweiten Geldmengen in Bälde wieder ausgeweitet und die Fiat-Währungen so abgewertet werden, was für eine neue Hausse des Goldpreises in Euro und USD sorgen wird.

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Die US-Notenbank ist dabei ihr "Quantitative Tightening" wieder zu beenden


All jene, die auf eine staatliche Altersvorsorge und damit auf eine Versorgung durch den Staat gesetzt bzw. gewettet haben, anstatt eigenverantwortlich vorzusorgen, werden in den nächsten zehn Jahren die Lektion ihres Lebens lernen.

"Gegen Gold zu wetten, ist das Gleiche, wie auf Regierungen zu wetten. Der, der auf Regierungen und Regierungsgeld wettet, wettet gegen 6.000 Jahre aufgezeichneter Menschheitsgeschichte." Charles De Gaulle

Einzig jene, die auf inflationsgeschützte Anlageklassen, allen voran Gold und Silber gesetzt haben, werden nicht nur die Kaufkraft ihrer Ersparnisse erhalten, sondern auch von der Flucht der Spätzünder in Edelmetalle über eine dann steigende Kaufkraft des Goldes profitieren.

Was die Notenbanken vor einer Woche verkündeten ist nicht weniger als der Offenbarungseid ihrer Unfähigkeit zur Steuerung wirtschaftlicher Entwicklungen. Seit Monaten schreiben wir, dass die Edelmetallpreise nach oben drehen werden, sobald die Notenbanken auch nur neue QE-Programme zur Bekämpfung der aufziehenden Rezession andeuten werden. Und genau das sahen wir nun in den letzten fünf Handelstagen mit plötzlich steigenden Gold- und Silberpreisen, da smarte Investoren dieses Signal verstanden haben. Diese kaufen seit Freitag Gold, Silber und Minen in Erwartung einer Dekade mit inflationärer Geldpolitik.


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