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Der Kampf um das venezolanische Gold dient als Lektion

08.02.2019  |  Steve St. Angelo
Derjenige, der das Gold kontrolliert, stellt die Regeln auf. Dieses alte Sprichwort passt zur aktuellen Krise in Venezuela.

Dort findet gerade ein internationaler Kampf um die Kontrolle über das venezolanische Gold statt. Auf dem Spiel steht die politische Zukunft des Landes - und damit der weltweite Markt für deren immense Ölreserven.

In der verzweifelten Bemühung, an seiner Kraft festzuhalten, erschöpfte der venezolanische Machthaber Nicolas Maduro die Goldreserven des Landes.

Die ölreiche Nation besaß einst Goldreserven von mehr als 160 Tonnen. Doch in den letzten Monaten verkaufte Venezuela mehrere Dutzend Tonnen Gold an Verbündete, wie die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland, um im Gegenzug an Euro und andere weltweit anerkannte Währungen zu kommen.

Niemand, der klar bei Verstand ist, möchte internationale Geschäfte in Venezuelas inländischer Währung durchführen, dem Bolivar. Sogar normale Venezolaner haben den Bolivar größtenteils für Kryptowährungen und andere Alternativen fallengelassen, da die Inflation innerhalb des notleidenden Landes mittlerweile 1.000.000% übersteigt.

Sogar als die venezolanische Regierung damit beschäftigt war, ihre eigene Währung zu hyperinflationieren und seine Bevölkerung über den Tisch zu ziehen, behielt man Gold in Reserve, um das Vertrauen ausländischer Gläubiger, einschließlich Russland und China, aufrechtzuerhalten. Der normale Venezolaner kann seine rapide an Wert verlierenden Bolivar natürlich nicht gegen Gold eintauschen. Doch ausländische Gläubiger könnten tatsächlich Zahlungen in Gold verlangen, indem venezolanisches Gold gegen die bevorzugte Währung eingetauscht wurde.

Mehrere Monate versuchte Präsident Maduro Gold im Wert von etwa 1,2 Milliarden US-Dollar aus den Tresoren der Bank of England herauszuschaffen.

Aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der Vereinigten Staaten, die tiefgreifende Wirtschaftssanktionen über das Land verhängt hatten, zögerte die Bank of England den Prozess heraus, erfand Ausreden und verweigerte es schließlich, Venezuelas Gold zurückzugeben.

Die Maduro-Regierung behauptet, dass ihr Gold illegal konfisziert worden sei, unter Zuwiderhandlung international anerkannter Normen.

Maduros Rivale, Juan Guaido, der von den USA unterstützt wird, verlangt, dass die Bank of England das Gold stattdessen an ihn aushändigen solle!

Guaido ist eine unerfahrene und bis dato undurchsichtige politische Figur innerhalb der venezolanischen Politik. Nichtsdestotrotz wurde er von den Vereinigten Staaten als Übergangspräsident Venezuelas anerkannt - auch wenn er in Wirklichkeit keine Regierung gebildet oder Maduro die Macht entzogen hat.

Sollte Guaido die Kontrolle über die Landesgoldreserven erhalten, dann könnte dies das "Game Over" für Maduro darstellen. Seine internationalen Gläubiger würden dann wahrscheinlich beginnen, ihn fallen zu lassen.

US-amerikanische Offizielle boten Guaido Konten über die New Yorker Federal Reserve an, um dabei zu helfen, seine finanzielle Legitimität zu etablieren. Dadurch erhaltene Vorteile könnten sicherlich nützlich sein, wenn man versucht eine neue Regierung zu etablieren!

Zeitgleich versucht die US-Regierung Maduro finanziell abzuschotten, indem jeder ins Visier genommen wird, der venezolanisches Gold in Händen hält. Senator Marco Rubio warnte Offizielle der Vereinigten Arabischen Emirate am Donnerstag, dass der Transport von venezolanischem Gold sie US-Sanktionen aussetzen würde.

Der nationale Sicherheitsberater, John Bolton, meinte: "Mein Rat an Banker, Broker, Trader, Vermittler und andere Unternehmen lautet wie folgt: Handeln Sie nicht mit Gold, Öl oder anderen venezolanischen Rohstoffen, die der venezolanischen Bevölkerung von der Mafia Maduros gestohlen worden sind. Wir sind bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen."

Diese Maßnahmen könnten sehr wohl auch eine militärische Invasion Venezuelas bedeuten.

Neokonservative Interventionisten innerhalb der Trump-Regierung sind auf einen Regimewechsel erpicht - mit allen Mitteln. Außenminister Mike Pompeo gab Elliott Abrams - ein standhafter Gegner Donald Trumps und seiner Nichteinmischungspolitik - die Aufgabe, den Regimewechsel in Venezuela zu überwachen.

Abrams besitzt einen notorischen Hintergrund als einer der Hauptarchitekten des Regimewechsels im Irak. Zuvor half er dabei die "Freiheitskämpfer" in El Salvador, Guatemala und Nicaragua zu finanzieren und zu organisieren. Er wurde sogar für Verbrechen verurteilt, die seine Rolle in der Vertuschung der illegalen Finanzierung der Contra-Rebellen in Nicaragua beinhalteten.


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