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Axel Merk: Fed in "unerforschten Gewässern"

12.02.2019  |  Mike Gleason
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Axel Merk: Ja, sicher. Gold ist recht einfach - was an dem geringen industriellen Einfluss liegen mag, der schon schwer genug zu prognostizieren ist. Es gibt zwei Kräfte. Auf der einen Seite erwarte ich zunehmenden Inflationsdruck, das ist ein positiver Faktor. Irgendwann werden die Zinsen fallen, als eine Art Nachlassmechanismus. Der Markt scheint den Edelmetallen hier eine Art Schub geben zu wollen. Nun, ich erwarte also, dass die Zinsen im späteren Jahresverlauf steigen werden.

Ich erwarte, dass Gold hauptsächlich zur Diversifikation gekauft wird. Wenn hohe Volatilität besteht, dann wird der Cashflow mehr abgezinst. Das bedeutet, dass die Risikovermögenswerte, der Aktienmarkt insbesondere, womöglich unter Druck geraten. Doch historisch entwickelt sich Gold gut, wenn der Aktienmarkt eine schlechte Phase hat. Es gibt Ausnahmen wie der Bärenmarkt in den frühen 1980er Jahren, als die Realzinsen durch die Decke stiegen.

Jedoch ist es zur Diversifikation geeignet, da Gold tatsächlich die einfachste Diversifikation darstellt... Ich sage hier "einfacher" anstatt besser, da es keinerlei Korrelation zu Aktien besitzt und eine Investition deutlich einfacher ist als irgendeine langfristige Strategie, die Ihnen nicht korrelierte Renditen verschafft.

Wenn Sie sich anderen Metallen und anderen Rohstoffen zuwenden, dann sind die Dynamiken natürlich deutlich komplexer. Das ist der Grund, warum man bei Gold bleiben sollte, vor allem bei einer kurzen Analyse.


Mike Gleason: Ein ehemaliger Gast sprach darüber, dass Gold rekordbrechende Hochs in vielerlei Währungen erreichte. Sprechen Sie doch über die Währungsseite der Dinge, den Dollar. Was erwarten Sie? Denn Gold wird in vielen Situationen offensichtlich umgekehrt mit dem Dollar korrelieren. Nicht immer, aber doch in vielen Situation. Teilen Sie Ihre Gedanken mit uns.

Axel Merk: Nun, an dem Tag, an dem wir miteinander sprechen, brach der Dollarindex ein. Andere Währungen steigen gegenüber dem Dollar, aufgrund der milden Kommentare und Statement der Fed. Und die Frage, bei der sich die Welt nicht einig wurde, lautet: Wie wird es von hier aus weitergehen? Jahrelang stieg der Dollar.

Die USA waren das sauberste unter den dreckigen T-Shirts und es scheint zunehmend, dass der Markt den nächsten nachlassenden Zinszyklus erwartet, während in anderen Teilen der Welt - und das umfasst die Eurozone - noch immer gedacht wird, dass wir uns in einem steigenden Zinszyklus befinden. Da gibt es neben der Eurozone, die die Zinsen erhöht hat, beispielsweise Schweden, das ebenfalls eine Negativzinspolitik verfolgt.

Draghi geht Ende des Jahres in Pension. Da sowohl Yellen als auch Bernanke zum Ende ihrer Amtszeiten hin aggressiver wurden, erwarte ich dasselbe auch von Draghi. Und Draghi ist mittelfristig recht positiv. Der Nachfolger kann meiner Ansicht nach nicht so milde gestimmt sein wie Draghi.


Mike Gleason: Nun, haben Sie noch irgendwelche Gedanken, die Sie mit uns teilen möchten? Etwas, dass wir nicht erwähnt haben, aber dennoch wichtig ist oder wie sich das Jahr 2019 für Investoren entwickeln wird? Sprechen Sie doch abschließend noch darüber.

Axel Merk: Nun, allgemein erwarte ich höhere Volatilität. Höhere Zinsen garantieren höhere Volatilität und eine höhere Streuung des Risikos. Lassen Sie mich das kurz erklären. Wenn eine quantitative Lockerung durchgeführt wird, dann wurde das wahrgenommene Risiko aus dem Markt entfernt. Sie investierten also in Schrottscheunen; und das war "nicht riskant", da sich die Fed darum gekümmert hat.

Nun ist die Angst zurückgekehrt und die gute Nachricht ist, dass es zählt, wohin Sie Ihr Geld investieren. Das bedeutet, dass aktives Management an Bedeutung gewinnen wird. Das Treffen von Entscheidungen wird demnach bestimmen, ob Sie richtig oder falsch liegen, wohingegen Sie zuvor den gesamten Index erwerben konnten und alles in Ordnung war.

Das bedeutet nicht, dass all das Geld zu aktiven Managern zurückfließen wird. Ich denke, das wird ein langer Prozess sein, doch ich wäre nicht überrascht, wenn die aktiven Manager - aufgrund besserer Möglichkeiten, die mit der höheren Volatilität einhergehen - die Industrie in diesem Jahr deutlich übertreffen würden. Ich betrachte die Zinsen, denn wenn die Zinsen höher sind, dann wird es mehr Möglichkeiten für die aktiven Manager geben.


Mike Gleason: Dabei belassen wir es. Vielen Dank, Axel. Wir freuen uns jedes Mal darauf, Ihre Gedanken zu hören und freuen uns über Ihren Besuch. Erzählen Sie unseren Zuhörern doch noch ein wenig über sich selbst und Ihr Unternehmen.

Axel Merk: Sicher. Besuchen Sie MerkInvestments.com. Wir veröffentlichen Charts bezüglich der Fed und anderer Dinge. Ebenfalls bieten wir einige Investmentprodukte wie Gold an. Wir beschäftigen uns des Weiteren auch viel mit Währungen.


Mike Gleason: Exzellent, Axel. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit. Ich freue mich darauf, Sie erneut bei uns begrüßen zu dürfen. Machen Sie es gut, danke für Ihren Besuch.

Axel Merk: Es war mir ein Vergnügen.


Mike Gleason: Nun, das war es dann für diese Woche. Danke noch einmal an Axel Merk, Präsident und CIO von Merk Investments, Manager des Merk Fonds. Weitere Informationen finden Sie unter MerkInvestments.com.


© Mike Gleason
Money Metals Exchange



Der Artikel wurde am 01. Februar 2019 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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