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Die ungeschriebene Geschichte von Nixon und der 35-Dollar-Goldbindung

25.02.2019  |  Mark J. Lundeen
- Seite 5 -
Das ist die niedrigste Volatilität seit Beginn des aktuellen Bullenmarkts im Jahr 2011, was der Grund dafür ist, dass Edelmetalle so wenige Anhänger haben. Das ist nicht zwangsläufig etwas Schlechtes - solange Sie nach dem Kauf die Selbstdisziplin haben, ihre Position zu halten, bis der Markt umschwenkt.

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Die Stufensummentabelle des Dow Jones sieht auch gut aus. Sie enthält viele Informationen, aber besondere Beachtung verdient die bullische Information, dass der Dow-Jones-Kurs seit dem 11. Januar von 23.995 auf 25.883 (7,87%) am Ende dieser Woche angestiegen ist. Demgegenüber stieg der Goldkurs nur 2,65% innerhalb der letzten 25 Börsensitzungen. Und deshalb können es sich Finanzmedien leisten, den steigenden Goldmarkt zu ignorieren, weil der größere Aufhänger der Aktienmarkt ist.

Jeder weiß, dass der Goldstandard im August 1971 von Präsident Nixon beendet wurde. Und das weiß jeder, weil es die Wahrheit ist, aber es ist bei Weitem nicht die ganze Geschichte, wieso Gold nicht mehr 35 US-Dollar je Unze kostet.

Eine Anmerkung zu den Daten, die für die unteren Charts verwendet wurden; mit Ausnahme der Kriegsjahre in den 1940er Jahren veröffentlichte Barron's ab der Ausgabe am 5. Januar 1925 wöchentliche Angaben zu den US-Goldreserven und ab ihrer Ausgabe vom 23. Februar 1931 Zahlen zu US-Papierdollar in Umlauf (CinC). Um die Lücke von sechs Jahren zwischen diesen Datensätzen zu schließen, nahm ich die jährlichen Bargeldumlaufdaten aus "A Monetary History of the United States" von Milton Friedman und Anna Schwartz.

Der erste von drei Charts, die die US-Goldreserven und Bargeldumlaufdaten darstellen, umfasst die Jahre 1925 bis 1937. Bargeldumlauf in Mrd. USD ist blau abgebildet, Goldreserven in Mrd. USD rot.

Wie von einem funktionierenden Goldstandard zu erwarten, übertreffen die roten Goldreserven das Angebot der Papierdollar in Umlauf. Um herauszufinden, wann die USA sich tatsächlich vom Goldstandard abkehrten, braucht man nur zu sehen, wo die blaue Bargeldumlauf-Kurve über die rote Goldreserven-Kurve steigt - September 1931. Das war 40 Jahre, bevor "Nixon den Goldstandard beendete", als Herbert Hoover im Oval Office saß.

Das im Umlauf befindliche Papiergeld unter den Goldreserven zu halten, war eine Notwendigkeit für den Goldstandard, da jeder einen Papiergeldbetrag in Goldmünzen wechseln konnte. Vor der Weltwirtschaftskrise waren sich alle einig, dass rechtlich nur Goldmünzen als Geld zählten und in Dollar angegebenes Papiergeld nur Forderungen auf echtes Geld - Goldmünzen - darstellten.

Diese Möglichkeit des Umtauschs von Papiergeld in Goldmünzen für Besitzer von US-Papiergeld, ob sie nun einfache Bürger oder ausländische Zentralbanken waren, war als "Konvertibilität" bekannt. Konvertibilität verhinderte, dass das US-Finanzministerium mehr Papierwährung in Umlauf brachte, als Gold zur Verfügung stand, um diese Papierforderungen für Gold zu decken. Es war ein effektiver Dämpfer für Papiergeldinflation, da an dem Tag, an dem herauskäme, dass Papiergeld nicht mehr in Goldmünzen eingetauscht werden könne, das US-Finanzministerium Konkurs anmelden müsste.

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Bis September 1931 hatte die US-Geldmenge mehr Gold als Forderungen; mehr Goldmünzen als Papiergeld im Umlauf. Kurz nach September (grüner Kasten) begann ein Ansturm auf die US-Goldreserven, als das US-Finanzministerium versuchte sich seinen Weg aus dem deflationären Zusammenbruch der Weltwirtschaftskrise zu drucken. In anderen Worten: In weniger als 20 Jahren nach ihrer Gründung brachte die Federal Reserve die USA an den Rand des Zusammenbruchs und musste vom US-Finanzministerium gerettet werden.

Die Federal Reserve wurde im Dezember 1913 per Gesetz gegründet. Kredite der Federal Reserve finanzierten einen Großteil der Anstrengungen der Alliierten im Ersten Weltkrieg sowie die inflationären Blasen der Immobilien, des Aktienmarkts und der Konsumausgaben in den 1920ern.

Der Werbespruch der Singer Sewing Machine Company "Kauf jetzt - Zahl später" wurde durch Kredit ermöglicht, der das amerikanische Bankensystem überflutete. Deswegen sieht man im obigen Chart keine Papiergeldinflation bis 1931. Im Jahr 1931 hatte das amerikanische Bankensystem seine Kundschaft in den Konkurs getrieben, indem es ihr mehr Kredit gewährte, als sie bedienen konnte. Die schwächelnde Wirtschaft verschlimmerte es nur. Wollte Präsident Hoover die Marktwerte wieder ankurbeln, dann müsste er es auf die altmodische Art machen, indem er mehr Papiergeld drucken ließe, als das Finanzministerium an Goldreserven besitzt.


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