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Bill Holter: "Wofür" würden Sie Ihr Gold verkaufen?

04.03.2019
Über die letzten Jahre hinweg habe ich dieses Thema bestimmt drei- bis viermal angeschnitten, doch nun ist es so relevant wie noch niemals zuvor. "Wofür" würden Sie Ihr Gold verkaufen? Die Frage ist hier nicht "warum", da die Antwort umfangreich und von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Sie möchten oder müssen Gold aus einer Vielzahl verschiedener Gründe verkaufen: für den Lebensunterhalt, die Bedienung von Schulden, für medizinische Zwecke oder aufgrund anderer Umstände.

Bevor wir uns mit dem "wofür" beschäftigen, möchte ich ansprechen, wie oft ich Fragen gestellt bekommen, die nicht wirklich Sinn machen, wenn man sie genauer analysiert. Beispielsweise kann ich gar nicht mehr zählen, wie oft man mich frage: "Aber wie kann ich mein Gold verkaufen, wenn das System zusammenbricht und niemand Geld hat, um es mir abzukaufen? Wer wird es kaufen?" Wenn das der Fall ist und sich die Märkte entweder im Desaster-Modus befinden oder sogar geschlossen sind (und Gold in Dollar oder anderen Währungen deutlich höher bepreist ist), was ist dann der Sinn Ihres Verkaufs, wenn Sie das Metall nicht verkaufen, um etwas zu erwerben, was Sie unbedingt brauchen...? "Gewinne" zu realisieren? Wirklich?

Betrachten Sie das aus Sicht eines Venezolaners. Gold ist in Bolivar ausgezeichnet in die Höhe geschnellt (wie alles andere auch). Würde es dann also für einen Venezolaner Sinn machen, sein Metall zu verkaufen und im Gegenzug Bolivar zu akzeptieren? Was passiert am nächsten Tag oder am übernächsten Tag, wenn der Bolivar noch mehr Wert verliert? Was passiert, wenn der Bolivar auf Null fällt? In Wirklichkeit ist es so, dass Gold das eigentliche Geld ist und die Bolivar nur eine einfache Währung sind. Währungen sind Zahlungsmittel, aber keine Wertanlagen. Die Geschichte ist voll von ähnlichen Beispielen.

Gehen wir nun zurück zu der Frage, "wofür" Sie Ihr Gold verkaufen würden. Wann immer Sie Gold verkaufen (wenn Sie es nicht direkt gegen etwas Anderes tauschen), erhalten Sie im Gegenzug Währung. Doch haben Sie Ihr Gold oder Silber nicht erst "gekauft", um dem System zu entfliehen? Oder haben Sie das Metall erworben, um auf den Preis zu spekulieren? Wenn Sie es in Erwartung höherer Metallpreise erworben haben und vorhaben "Profit" herauszuschlagen, dann liegen Sie damit daneben. Im nächsten Währungszusammenbruch werden Sie dann verschlungen werden.

Nehmen wir Venezuelas Situation als Beispiel. Stellen Sie sich vor, Sie haben vor einem Jahr Metall mit Bolivar erworben und es verkauft, als sich dessen Preis verdoppelte. Nun besitzen Sie doppelt so viele Bolivar als zuvor, doch haben ein kleines Problem... der Bolivar hat 90% seines Wertes eingebüßt. Was passiert, wenn der Bolivar nirgendwo akzeptiert wird; weder extern, noch intern und sein Wert Null erreicht? Die einfache Gleichung lautet: Zwei (doppelt so viele Bolivar) mal Null ist immer noch Null...!

Wenn Sie das Metall erwerben, dann handeln Sie, um dem System zu entfliehen. Sie verlassen das Domizil der kostenlos druckbaren Währung und das zugrundeliegende Finanzsystem, d.h. das Bankensystem. Indem Sie das Metall gegen Währung verkaufen, betreten Sie dieses Bankensystem und das Territorium der Währung erneut. Sind Sie verrückt geworden?

Das obige Thema kam auf, als ich am Wochenende mit einem Freund diskutierte. Dabei erwähnte er, dass genau dies der Grund sei, warum es - ähnlich wie 1980 und 2011 - keinen großen Preiscrash geben wird, wenn der Dollar (und alle anderen Währungen) im Panik-Modus gehandelt wird und die Metallpreise steigen.

So etwas sagt er schon seit mehreren Jahren und ich muss zugeben, dass ich mir nicht sicher war, warum er das tat. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Sinn machte es. Lassen Sie mich erklären. Letztes Jahr war ich während einer gerichtlichen Verhandlung als Experte vorgeladen, weil ein Vermögensverwalter die "verrückte" Entscheidung traf, Gold und Silber für seinen Klienten zu erwerben. Während meiner Aussage realisierte ich, wie falsch der gegnerische Anwalt lag und wie uninformiert er war. Er meinte, dass sich das System selbst berichtigen und der Dollar erholen wird, "sollten" wir richtig liegen und sich der Dollar hyperinflationieren. Ähnlich wie das Aktienmärkte tun, nachdem sie letztlich zusammengebrochen sind.

Erkennen Sie die Verbindung zu den Gedanken meines Freundes, dass Gold und Silber diesmal nicht abstürzen werden? Es geht hierbei nur um die Währungen, die unter dem Gewicht nicht rückzahlbarer Schulden zusammenbrechen. Die einzige Reaktion der Zentralbank kann nur QE bis zur Unendlichkeit sein. Fiatwährungen allgemein werden niemals zurück an Kaufkraft erlangen und demnach niemals gegenüber ihrem Marktwert gegenüber Edelmetallen zulegen... oder gegenüber irgendetwas anderem!

Wir sind wieder da, wo wir angefangen haben. Jeder, der seine Edelmetalle gegen Fiatwährung verkauft, kehrt nicht nur zurück ins System, sondern spekuliert zudem auch, dass die Fiatwährungen an Wert und tatsächlich an Kaufkraft gewinnen werden. Über lange Zeitspannen ist dies niemals über mehrere tausend Jahre hinweg geschehen. Und nein, diesmal ist es nicht anders. Der einzige Unterschied liegt in der Geschwindigkeit, mit der Informationen verbreitet werden und der Handel getätigt wird. Was schon damals auf die Monetisierung zutraf, entspricht heute noch immer der Wahrheit. Wenn man "etwas" erschafft, dann nimmt dessen Wert ab.

Es wäre demnach also empfehlenswert, ihre Edelmetalle nicht zu verkaufen; ausgenommen, man befindet sich in einer Notlage oder tauscht diese gegen etwas Reales, das man sich wünscht. Gold gegen jegliche Art der aktuellen Währung einzutauschen, spricht gegen alle historischen Präzedenzfälle sowie gegen Verstand und Logik. Oder besser gesagt: Sobald Sie aus dem Gefängnis ausgebrochen sind, sollten Sie nicht aus freien Stücken wieder zurückkehren.


© Bill Holter
Jim Sinclair's MineSet



Der Artikel wurde am 26. Februar 2019 auf www.milesfranklin.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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