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Gold - US-Dollar versus US-Dollarindex

23.03.2019  |  Kelsey Williams
Wenn es um die Goldanalyse geht, dann wird der US-Dollarindex fast universell akzeptiert. Oder eher: Wenn sich die meisten Analysten auf einen Vergleich oder eine Korrelation zwischen US-Dollar und Gold beziehen, dann illustrieren sie ihr Argument gewöhnlich mit einem Chart des US-Dollarindex.

Obgleich sie es nicht zugeben mögen, sieht der Großteil von ihnen den US-Dollarindex als Ersatz für den US-Dollar. Doch ist er das tatsächlich? Hier ein Auszug aus einem Wikipedia-Eintrag:

"Der US-Dollarindex (USDX, DXY, DX) ist ein Index (Maßstab) für den Wert des US-Dollar gegenüber einem Warenkorb ausländischer Währungen, der oftmals als Warenkorb von Währungen US-amerikanischer Handelspartner beschrieben wird. Der Index steigt, wenn der US-Dollar gegenüber anderen Währungen an "Stärke" (Wert) gewinnt."

Der "Warenkorb ausländischer Währungen" enthält: den Euro, den japanischen Yen, Pfund Sterling, den kanadischen Dollar, die schwedische Krone und den schweizer Franken.

Da gibt es keinerlei Referenz zu Gold. Das Einzige, das uns der US-Dollarindex verrät, ist die Art und Weise, wie sich der US-Dollar im Vergleich zu einer bestimmten Gruppe an anderen Währungen verhält. Er verrät uns nichts über Gold.

Unten finden Sie einen Chart des DXY, der seinen Preis in den letzten zehn Jahren widerspiegelt...

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Im Februar 2014 (Punkt A im Chart) war der DXY (US-Dollarindex) mit 80 bepreist. Der Goldpreis belief sich zu dieser Zeit auf 1.328 Dollar je Unze.

Mehr als drei Jahre später, im August 2016 (Punkt B), ist der DXY um mehr als 17% auf 94 gestiegen. Logisch betrachtet, würde man meinen, dass sich eine derart signifikante Veränderung des US-Dollarindex im Goldpreis widerspiegeln würde.

In diesem Beispiel wurde angenommen, dass der Anstieg des (relativen) Dollarwertes durch einen niedrigeren Goldpreis widergespiegelt werden wird.

Doch das war nicht der Fall. Im August 2016 war Gold bei 1.328 Dollar je Unze bepreist, derselbe Preis wie drei Jahre zuvor.

Im Februar 2018 (Punkt C), vor etwa einem Jahr, ging der DXY auf 88 zurück. Doch der Goldpreis blieb weiterhin bei 1.328 Dollar je Unze.

Erst kürzlich (Punkt D) ist der DXY auf ein beinahe 2-Jahreshoch von 97 gestiegen. Zu dieser Zeit befand sich der Goldpreis - da haben Sie richtig geraten - bei 1.328 Dollar je Unze.

In der gesamten fünf-Jahresspanne von Punkt A zu Punkt D gab es einen Anstieg des DXY von 80 auf 97, oder 21%. Dennoch blieb der Goldpreis, abzüglich aller Erwartungen, Veränderungen und Volatilität, unverändert bei 1.328 Dollar je Unze.

Was verrät uns das über Gold? Absolut gar nichts.

Genau das ist der Punkt. Der US-Dollarindex verrät uns gar nichts über Gold. Er spiegelt einzig die Veränderungen der Umtauschrate des US-Dollar gegenüber einer Mischung anderer Papierwährungen wider.

Wenn wir wirklich wissen möchten, wie sich der US-Dollar gegenüber Gold verhält, dann müssen wir den Goldpreis selbst betrachten.

Der Goldpreis erzählt uns exakt zu jedem Zeitpunkt, welchen Wert der US-Dollar besitzt und wie stark dieser in den Jahren zurückgegangen ist. Und der Goldpreis umfasst die kumulativen, aktuellen Wahrnehmungen - und Erwartungen - des US-Dollar.

Des Weiteren ist das alles, was uns der Goldpreis erzählt. Er ist eine invertierte Widerspiegelung von dem, was mit dem Wert des US-Dollar geschieht. Und da der US-Dollar über die Zeit hinweg kontinuierlich an Wert verliert, steigt der Goldpreis in US-Dollar stetig.

Es gibt Zeitspannen relativer Stärke und Stabilität des US-Dollar. Während derartiger Zeitspannen wird der Goldpreis zurückgehen. Wir befinden uns aktuell in einer dieser Zeitspannen; und das nun schon seit August 2011.

Egal, was Ihre Erwartung für den Goldpreis ist; sie wird nur eintreten, wenn Ihre Erwartungen konsistent mit den Wertveränderungen des US-Dollar übereinstimmen.

Wenn Sie davon überzeugt sind, dass der Goldpreis höher steigen wird, dann wird das nur in dem Maße sein, in dem der US-Dollar an Wert verliert.

Erwarten Sie einen stabilen oder niedrigeren Goldpreis, dann wird das nur der Fall sein, wenn der US-Dollar seine relative Stärke beibehält oder diese zunimmt.

Der US-Dollar ist unheilbar krank. Er befindet sich derzeit in einem Zustand der Remission, der sich jederzeit und überraschend heftig umkehren kann (und wird).

Doch es wird Sie überraschen, wie lange er seine aktuelle Stärke und Stabilität beibehalten kann.


© Kelsey Williams


Der Artikel wurde am 13. März 2019 auf www.kelseywilliamsgold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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