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BIZ gibt zu - Gold ist Geld

18.03.2019  |  Markus Blaschzok
Im Dezember 2018 beendete die Europäische Zentralbank die indirekte Staatsfinanzierung über den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Sie hatte mit diesem QE-Programm europäische Staaten vor dem Bankrott bewahrt, den Zerfall der Eurozone verhindert und den Euro vor dem Zusammenbruch gerettet. Opfer dieser Politik waren die kleinen Leute, deren Vermögen über die Inflationssteuer zu einem Teil entwertet wurden.

Dieser indirekte Weg über die Druckerpresse ist für die Politik vorteilhaft, da die meisten Otto-Normalbürger den Raubzug des Staates nicht wahrnehmen, denn deren Kontostände bleiben zumindest nominal unverändert, während gleichzeitig die Kaufkraft der staatlichen Fiat-Währung unbemerkt abgewertet wird. Die daraus resultierenden Preisanstiege werden von den meisten Menschen nicht als kausale Folge der staatlichen Inflationssteuer verstanden, womit die Politik aus dem Schneider ist. Die Schuld an den steigenden Mieten und Preisen im Supermarkt weisen Politiker dann gerne von sich und schieben den Schwarzen Peter perfide auf vermeintlich gierige Vermieter und Konzerne.

Hätten die Notenbanken in 2008 die Geldmenge inflationär nicht ausgeweitet, wäre es zum deflationären Crash gekommen, Banken Pleite gegangen und die Konten hätten sich teilweise ganz in Luft aufgelöst. So oder so - das Geld ist längst weg, doch wo ist es hin? Die vermeintlichen Ersparnisse, Pension- und Rentenanwartschaften der Bevölkerung waren vor der Krise von 2007/2008 schon lange nur noch eine monetäre Illusion. Genau genommen wurde das Geld durch den Zirkulationskredit bzw. die Schaffung von Fiat-Geld, im Zuge der ungedeckten Kreditvergabe der Geschäftsbanken, bereits umverteilt und über verschiedene Vehikel mit der Zeit gestohlen.

Tritt der deflationäre Crash später ein oder wird neues Geld zum Zwecke des Bail Outs gedruckt, wird dem Bürger lediglich offenbart, dass es sich bei seinen vermeintlichen Ersparnissen nur um eine Illusion handelt und diese längst weg sind. Zur Vollständigkeit sei gesagt, dass es sich bei der Schaffung von Kreditgeld im Geschäftsbankensystem, das rechtlich der Währung im staatlichen Zwangsgeldmonopol gleichgestellt wird, auch um ein staatliches Privileg handelt und im freien Währungswettbewerb in einer freien Marktwirtschaft niemals Bestand hätte.

Will man dem heutigen System der versteckten Enteignung entgehen, so bleibt nur die Flucht in inflationsgeschützte Anlageklassen, allen voran dem Warengeld Gold, das seit Jahrtausenden die stärkste Währung der Welt ist.

Dass Gold Geld ist, konstatieren nach einem 50-jährigen Krieg gegen das vermeintlich barbarische Relikt nun erstmals auch wieder die Notenbanken. Im Zuge der Basel-III Reformen zur Stabilisierung der Banken im Kreditgeldsystem, will man nach Aussagen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Gold nun offiziell wieder wie Bargeld in den Bilanzen führen. Da es somit risikolos ist, müssen Banken auch keine Sicherheiten vorhalten.

Ungewollt gesteht man dem Gold damit das zu, was man ihm seit der Auflösung von Bretton-Woods 1971 unter keinen Umständen mehr zugestehen wollte. Gold ist Geld, alles andere ist Kredit, wie JP Morgan einst klar äußerte. Die Goldkäufe östlicher Notenbanken sowie vorausschauender Investoren in den letzten zwanzig Jahren, die sich gegen eine Abwertung der staatlichen Fiat-Währungen mit dem Kauf von Edelmetallen schützen wollen, belegen eine seit geraumer Zeit stattfindende internationale Remonetarisierung des Goldes.

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Gold stieg im letzten halben Jahr stark an


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Silber zeigt noch etwas relative Schwäche und wird dem Goldpreis erst mit einer Verzögerung folgen



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