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Jeff Thomas: Die Bank wird ausgeraubt

23.03.2019
Im Jahr 1903 tauchte der abgebildete Bandit in einer frühen Filmversion eines Banküberfalls auf. Er war der klassische Typ mit schwarzem Hut und natürlich wurde er letztlich von den Männern mit den weißen Hüten hinter Gittern gebracht.

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Das waren einfachere Zeiten.

Heutzutage werden die Gesetzeshüter von so viel moderner Technologie unterstützt, dass die Typen mit den schwarzen Hüten selten versuchen, eine Bank auszurauben, da es beinahe sicher ist, dass man sie schnappt.

Bedeutet das also das Ende von Banküberfällen? Nun, leider nicht. In Zukunft werden wir wahrscheinlich Banküberfälle beobachten können, die noch nie zuvor gesehene Ausmaße annehmen werden.

Der Unterschied besteht darin, dass sie von den Männern mit den weißen Hüten durchgeführt werden. Und die Gesetze werden vollkommen auf ihrer Seite stehen - legalisierte Überfälle.

Im Jahr 2013 konnte die Welt zum ersten Mal ein "Bail-in" beobachten, bei dem die Banken auf Zypern die Konten eines Großteils ihrer Klienten konfiszierten. Es gab keinerlei Warnung und nur wenig wurde erklärt; bis auf die Tatsache, dass es "notwendig" sei. Das bedeutete tatsächlich, dass die Banken so fehlerhaft verwaltet worden waren, dass sie gescheitert wären, hätte man die Konten nicht konfisziert.

Unter dem Vorwand, "die Sicherheit der Bankinstitution zu garantieren", wurden die Banken von den Bankern selbst ausgeraubt.

Zypern wurde von der Welt als Anomalie angesehen. Der Großteil der Menschen jedoch weiß nicht, dass die USA 2010 bereits ein Gesetz verabschiedeten (vergraben im Dodd-Frank Act), das es jeder Bank erlaubt, eigenmächtig und ohne weitere Autorisierung der US-Regierung, die Finanzmittel von Kontoinhabern zu konfiszieren, wenn die Banker festgestellt haben, dass ein Bankennotfall vorliegt.

Ein fast identisches Gesetz wurde 2013 in Kanada verabschiedet, versteckt hinter dem Staatshaushaltsplan des selben Jahres.

Im Jahr 2014 folgte innerhalb der EU dann ein ähnliches Gesetz.

Die Kollusion von Banken und Regierungen, was diese Entwicklung angeht, ähnelt einem Lamm und zwei Wölfen, die darüber abstimmen, was es zum Abendessen geben soll; wobei der Kontoinhaber die Rolle des Lamms spielt.

Seitdem hat die EU ebenfalls ein Gesetz verabschiedet, das die Konfiszierung von Wertgegenständen in Bankschließfächern erlaubt.

In den USA erklärte Chase Bank seinen Klienten, die Schließfächer anmieteten, im Jahr 2015, dass die Lagerung von "Bargeld oder Münzen, mit Ausnahme von Sammlerstücken", nicht länger akzeptabel sei. Demnach konnten Bargeld oder Münzen in Schließfächern zukünftig von Banken konfisziert werden.

Im Jahr 2017 ging Griechenland mit diesem Konzept sogar noch weiter. Das Land stimmte der Massenkonfiszierung von Bankschließfächern zu; zusätzlich zur Konfiszierung von Wertpapieren und Wertgegenständen, die sich im Privathaushalt befanden.

Was ist seitdem also passiert? Begingen die Bankern in diesen Zuständigkeitsbereichen Unmengen an Banküberfällen?

Nun, nein. Es gab die eine oder andere kleine Konfiszierung - wobei das fast oder gar nicht an die Medien gelangt ist. Diese Gelegenheiten dienten zur Bestätigung, dass die Bankkonfiszierungen von den Kontoinhabern als "die neue Norm" akzeptiert werden.


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