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David Smith: Silber wird sich wie Palladium verhalten

11.04.2019  |  Mike Gleason
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Mike Gleason: Wechseln wir an dieser Stelle das Thema. Eine interessante Eigenschaft des Silbers als Investition, die sehr einzigartig ist und sich von den anderen Assetklassen - wie Aktien und Immobilien - unterscheidet, ist die Tatsache, dass sich der Silberpreis zum derzeitigen Wert verdreifachen müsste, um das nominale Rekordhoch bei etwa 50 Dollar je Unze zu erreichen, das wir 1980 und wieder 2011 verzeichneten.

Wenn es zurück auf 50 Dollar steigt und diesen Wert übertrifft, dann sollte man meinen, dass es wie Palladium beispielsweise in die Höhe schnellen sollte. Der Markt steigt und steigt, nun, da wir uns in unerforschten Gewässern befinden. Doch der Silberpreis muss sich noch immer verdreifachen, um zurück zu diesem nominalen Rekordhoch zu finden. Kommentieren Sie das doch bitte und erwähnen Sie, welcher enorme Mehrwert derzeit deshalb bei Silber zu finden ist... denn dasselbe kann man nicht von anderen Märkten und anderen Sektoren oder Investitionsklassen behaupten.


David Smith: Nun, Silber ist eines der wenigen Metalle, das nicht zu nominalen Rekordhochs gehandelt wurde. Sicherlich erreichte es 2011 beinahe 50 Dollar je Unze, doch wie Sie erwähnt haben, ist es seitdem wieder gefallen und ist nicht auf 60, 70 oder 80 Dollar je Unze gestiegen. Gold hingegen, das 1980 bei 850 Dollar gehandelt wurde, erreichte 2011 1.923 Dollar je Unze.

Das ist also kein inflationsbereinigtes Hoch, sondern ein nominales Hoch, wie Sie erwähnt haben. Es ist schwer, die Zukunft zu bestimmen, aber ich denke, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Silber in den nächsten Jahren stark ansteigen wird und die 50 Dollar je Unze herausfordert, relativ hoch ist. Und wenn das passiert, dann kann es sein, dass der Silberpreis dabei ein paar Mal gegen diesen Widerstand stoßen muss, bis dieser durchbrochen werden kann. Wenn das passiert, dann wird es sich meiner Ansicht nach ähnlich wie Palladium verhalten.

Erinnern Sie sich an Palladium, als es versuchte die 1.000 Dollar je Unze zu übertreffen. Es stieg auf 1.050 Dollar, sank dann auf 950 Dollar je Unze und dann sogar auf 800 Dollar je Unze. Dann stieg der Palladiumpreis wieder und durchbrach dann plötzlich seinen Widerstand. Es war keine Bewegung über 100 Dollar, sondern eher 5 oder 10 Dollar. Doch dann stieg der Preis einfach weiter und weiter in einer halbwegs graduellen Bewegung. Es war kein vertikaler Anstieg, sondern eine solide Entwicklung, deren Rückgänge sich in Grenzen hielten und so ging es weiter aufwärts.

Wenn man darüber nachdenkt und die Bewegung zwischen 1.050 Dollar und nun über 1.500 Dollar betrachtet, dann ist es ziemlich atemberaubend, wie hoch der Palladiumpreis gestiegen ist und wie still und heimlich er das getan hat. Man hat ihn die ganze Zeit im Blick gehabt; wer weiß schon, wie hoch er noch steigen wird.

Der Punkt ist jedoch, dass Silber rasch auf 75 oder 80 Dollar je Unze ansteigen wird, nachdem es über die 50 Dollar je Unze gestiegen ist und eine Art Basis aufgebaut hat. Es wird meiner Ansicht nach sogar in den dreistelligen Bereich steigen. Ich denke, wir werden in den nächsten Jahren einen dreistelligen Silberpreis verzeichnen. Ein Aspekt beim Warten auf Preisbewegungen ist die Tatsache, dass der Preis bereits an dem Punkt angekommen ist, den man erwartet hat, bevor man handelte; und dann ist das Risiko deutlich größer. Oder es mag zu umständlich für Sie sein, etwas zu tun. Dann tun Sie gar nichts und beobachten die Preisentwicklungen stattdessen nur.


Mike Gleason: Gehen wir zurück zu Palladium, David. In den letzten Jahren haben wir mit Ihnen eine Menge über dieses Metall gesprochen. Vor einigen Jahren haben Sie in einem Interview mit uns gesprochen und den Leuten erzählt, dass es eine großartige Investitionsgelegenheit sei. Damals befanden wir uns noch immer im dreistelligen Bereich, weit unter 1.000 Dollar je Unze. Palladium stellte sich als exzellente Gelegenheit für diejenigen heraus, die Ihrem Rat gefolgt sind.

Kommentieren Sie doch einfach unsere derzeitige Position. Wie hoch kann es noch steigen? Das ist meine erste Frage. Äußern Sie danach doch Ihre Meinung über diesen potenziellen Zusammenbruch des Terminmarktes in Palladium, diese physische Knappheit, die wir erleben und wie das ein möglicher Vorläufer dessen sein kann, was wir eines Tages an den Gold- und Silbermärkten sehen könnten.


David Smith: Es gibt wirklich sehr geringe Palladiumbestände. Der Großteil des Metalls stammt aus Russland, Südafrika oder Simbabwe. Und das Defizit hat sich seit Jahren ausgebaut. Es ist ziemlich interessant, da ein Großteil des Palladiums bei der Herstellung von Katalysatoren verwendet wird, die üblicherweise für reguläre (benzinbetriebene) Fahrzeuge verwendet werden, anstatt für Dieselmotoren, für die eher Platin benutzt wird. Diese Katalysatoren können ersetzt werden, aber nicht von jetzt auf gleich.

Rick Rule hat darüber vor nicht allzu langer Zeit gesprochen. Er meinte, dass die Umrüstung einige Jahre dauern könnte, Palladium, das nun verwendet wird, auch als Ersatz für Platin benutzen zu können. Der Preis könnte also um weitere 500 bis 1.000 Dollar je Unze steigen. Doch das Risiko ist absolut enorm, es jetzt zu kaufen. Persönlich würde ich das nicht empfehlen.

Ich sehe Platin als Chance, da es sich üblicherweise 200 bis 300 Dollar über Gold befindet und derzeit deutlich unter dem Goldpreis liegt. Ein Platinpreis von 850 Dollar steht einem Goldpreis von 1.300 Dollar gegenüber und das ist schon seit geraumer Zeit der Fall. Irgendwann wird der Palladiumbullenmarkt enden und dem Platinmarkt das Aufholen ermöglichen. Ich erinnere mich jedoch daran, wann das zuletzt der Fall war, etwa vor 10 oder 12 Jahren...

Damals verfiel Ford Motor in Panik und erwarb eine Menge Palladium. Dieses verkaufte man und verzeichnete einige Monate später einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar. Egal, ob Sie nun also Hersteller oder Investor sind, der Markt ist ziemlich hoch angesetzt und könnte deutlich höher steigen. Wenn sich dieser Trend jedoch umkehrt, könnte es ziemlich interessant sein, die Kehrseite des Ganzen zu betrachten.


Mike Gleason: Einige meiner neuerlichen Gäste haben genau über diese Dynamik gesprochen. Craig Hemke von TF Metals hob beispielsweise hervor, dass Ford Motor Company und andere Fahrzeughersteller das Metall horteten, nachdem Palladium in den frühen 2000er Jahren in die Höhe schoss. Boris Jelzin aus Russland rettete den Markt und beschaffte damals eine Menge physisches Palladium - natürlich kontrolliert Russland einen Großteil dieses Angebots und ist primärer Produzent, wie Sie erwähnt haben. Es scheint jedoch unwahrscheinlich, dass wir eine ähnliche Kooperation von Putin erwarten können. Das wird also ein interessanter Markt sein, auf dem wir ein Auge haben sollten.


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