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Ist die Federal Reserve "zu groß, um zu scheitern"?

20.04.2019  |  Kelsey Williams
Der Ausdruck "zu groß, um zu scheitern" bezieht sich auf bestimmte Unternehmen, deren Lebensfähigkeit als ausschlaggebend für das Überleben und die effektive Wirkungsweise unseres Wirtschaftssystems angesehen wird. Diese sehr großen Unternehmen werden als zu groß, um zu scheitern bezeichnet, da ihr Scheitern oder Bankrott fatale Folgen für die Gesamtwirtschaft hätte.

Die potenziellen Auswirkungen werden als so schwer und die Kosten als so unglaublich hoch angesehen, dass diesen Unternehmen besondere Aufmerksamkeit und Berücksichtigung in Form von Rettungsaktionen und Schutz vor Gläubigern geboten werden.

Die notwendigen Ausgaben für die Rettung einer großen Institution vor dem Bankrott werden als niedriger erachtet, als die Kosten, die anfallen würden, sollte die Institution scheitern. Die aktive Nutzung und Umsetzung beider Alternativen war in der Finanzkrise 2008 stark vertreten.

Doch die Größe allein ist nicht notwendigerweise der Hauptfaktor. Was die Aufsichtsbehörden der Regierung bei der Konkursanmeldung von Lehman Brothers 2008 herausfanden, war, dass die größten Bankhäuser so sehr miteinander verbunden waren, dass das Scheitern einer Bank weitere Ausfälle in einer Art "Dominoeffekt" auslösen könnte. Eine Serie von Zusammenbrüchen großer Institutionen könnte sehr wahrscheinlich zu einem kompletten finanziellen und wirtschaftlichen Einsturz führen.

Obwohl das Scheitern von Lehman Brothers zugelassen wurde, hielt man es danach für notwendig, selektiv dabei zu sein, wie die Situation jeder einzelnen Institution gehandhabt wurde. Das bedeutete, dass bestimmte Institutionen scheitern durften (Lehman Brothers), während andere besondere Aufmerksamkeit und finanzielle Hilfe erhielten (Merrill-Lynch-Fusion mit Bank America; JP Morgan Chase erhielt Geldmittel für den Kauf von Bear Stearns und Washington Mutual; Morgan Stanley und Goldman Sachs).

Doch die bei Weitem größte Rettungsaktion von allem, und die größten Ängste, konzentrierten sich auf die American International Group (AIG). Dessen umfangreiche und komplexe Beteiligung an Kreditausfallversicherungen schien so umfangreich und mit den anderen zusammenzuhängen, dass ein Kollaps des gesamten Finanzsystems unheilvoll möglich schien.

Das geöffnete Maul der Bestie stand kurz davor, zuzuschnappen und die Erschaffer des größten finanziellen Fiaskos der Geschichte unserer Nation zu verschlingen. Also griff die Regierung ein. Und ein kollektiver Seufzer der Erleichterung wurde auf der ganzen Welt gehört.

Ursprüngliche Schätzungen von 700 bis 800 Milliarden Dollar stiegen an, bevor die Druckertinte getrocknet war. Selbst eine Billion Dollar würden nicht ausreichen; lieber zwei oder drei.

Das können wir uns nicht leisten, sagten die Einen. Die Aufwendung ist notwendig und gerechtfertigt, sagten die Anderen. Und Einige sagten, dass das nicht genug sei.

Die Regierung - wie immer in Situationen solchen Ausmaßes - zeigte sich von ihrer besten Seite. In feierlichen Erklärungen erfreuten wir uns einer Reihe von Bekanntgaben, dass wir knapp größeren Problemen entkommen seien und nun am gleichen Strang ziehen müssten.

Später kommen die moralische Empörung und die Rufe nach der Bestrafung der schuldigen Parteien. Die Regierung fügt sich und ihre Anstrengungen bringen neue Gesetze und Regulierungen hervor, die als Reformen bezeichnet werden.

Sehen wir uns nun die tatsächlichen Finanzen dieser Angelegenheit an.

Als die Regierung die ersten Schritte in ihrem Bemühen, die Dinge zusammenzuhalten, bekannt gab, konzentrierten sich die meisten Leute auf den Betrag selbst. Wie die Geldmittel bereitgestellt werden würden, schien nicht von großem Interesse zu sein.

Die Rede ist nicht von potenziell höheren Steuern. Wie sprechen über die Einzelheiten der Finanzierung solcher großen und umfangreichen Anstrengungen - jetzt. Nehmen wir an, dass die Regierung einfach einen Check ausstellte? Mit der Absicht von uns, den Steuerzahlern, später zu kassieren?

Wo kam das Geld her? Waren Andere beteiligt? Ein Sugar-Daddy?

Der Geldbetrag, der dafür eingesetzt wurde, um uns (eigentlich nicht wirklich uns) aus dem finanziellen Loch zu befreien, das wir (Andere) gegraben haben, wurde von der Federal Reserve erschaffen - aus dem Nichts. Und das funktioniert folgendermaßen:

Wenn die Regierung Geld braucht, egal für welchen Zweck, gibt sie eine bestimmte Anzahl US-Schatzpapiere (Staatsanleihen, Schatzwechsel und Schatzanweisungen) aus, die dem gewünschten Geldbetrag entsprechen. Zum Beispiel, wenn 100 Milliarden Dollar gebraucht werden, gibt das US-Finanzministerium Staatspapiere im Gesamtwert von 100 Milliarden Dollar aus.

Der zugewiesene Wert der neuen Schatzpapiere (in diesem Fall 100 Milliarden Dollar) ist ein Zusatz zu dem bestehenden Geldangebot und entwertet alles Geld im Umlauf. Es ist das elektronische Gegenstück zu Geld aus der Druckerpresse.


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