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Ist die Federal Reserve "zu groß, um zu scheitern"?

20.04.2019  |  Kelsey Williams
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Das Geld, das Investoren nutzen, um Staatsanleihen zu kaufen, und das dem Konto des US-Finanzministeriums am Tag der Auktion gutgeschrieben wird, wird nahezu sofort von der Regierung ausgegeben, um ihre Aufwendungen zu bezahlen. Auf diese Weise findet es schnell seinen Weg zurück in das System und das bestehende Geldangebot ist nun um den Betrag von 100 Milliarden Dollar größer - die Anzahl der US-Schatzpapiere, die ausgegeben wurden.

Ein Teil der Bemühungen der Fed, der als quantitative Lockerung oder QE bekannt ist, war es mehreren Wertpapierhändlern für Staatsanleihen und in Schwierigkeiten geratene Institutionen große Mengen Geld gutzuschreiben, das sie dann zum Ausleihen oder Investieren benutzen konnten, oder als Einlage bei der Fed haben. Der Umfang an Reserven, der mehreren Banken und Händlern gutgeschrieben wurde, entstand aus dem Nichts.

Darüber hinaus senkte die Federal Reserve ihre Diskontsätze. Der Diskontsatz ist der Betrag, den die Fed Mitgliedsbanken für Kredite berechnet, die ihren Kredit direkt bei der Fed aufnehmen. Das Ziel der Senkung dieses Satzes lag darin, Banken dazu zu bewegen, Kredite von der Fed aufzunehmen und das Geld an andere zu verleihen, und auf diese Weise eine Finanzierungsquelle für wirtschaftliche Aktivität zu schaffen.

Des Weiteren kaufte die Fed große Mengen Schuldverschreibungen am freien Markt. Die meisten dieser Wertpapiere waren Collaterized Debt Obligations (besicherte Schuldverschreibungen) bzw. CDOs. Das unterstützte einen Markt für Schuldverschreibungen, der kontinuierlich an Wert verlor, aufgrund von Zahlungseinstellungen der Kreditnehmer - zum Beispiel Autokredite - und der Erkenntnis, dass bestehende niedrigere Assetwerte, wie Häuser, nicht ausreichten, um eine Sicherung der ursprünglichen Kreditsumme zu bieten. Die Einzahlungsbeträge wurden auch aus dem Nichts geschaffen.

Der Kauf dieser Schuldverschreibungen war keine gängige Praxis der Fed. In der Regel hatte die Fed nur Nominalbeträge der US-Schatzpapiere in ihrer Bilanz. Der riesige Umfang von Schuldverschreibungen, den die Fed kaufte, war sowohl vom Ausmaß als auch von der Art anders.

Der untere Chart zeigt den Anstieg und das folgende Einpendeln der Gesamtbestände sowie eine anschließende leichte Abnahme dieser Bestände, die als Resultat der aktiven Bemühungen der Fed, sich dieser "Assets" im Laufe der Zeit zu entledigen, ausgeprägter wurde.

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Die gemeinsamen Bemühungen der US-Regierung und der Federal Reserve in Bezug auf die Finanzkrise 2008 wurden mit Dollar finanziert, die von der Federal Reserve erschaffen wurden. Und diese Dollar wurden in Form von Kredit zur Verfügung gestellt. Der Kredit wurde der US-Regierung und verschiedenen Finanzinstitutionen gewährt.

Durch ihr Vorgehen hat die Fed jeglichen Zweifel beseitigt, dass sie der "Kreditgeber letzter Instanz" in den USA und wahrscheinlich auf der Welt ist. Aber eine Bürgschaft ist nur so gut wie ihr Bürge. Wer aber steht hinter der Federal Reserve?

(Sie wollen die Antwort auf diese Frage vermutlich nicht wissen, also vertagen wir jegliche Erklärung, die mit Verschwörungstheorien einhergeht.)

Was passiert, wenn alles zerfällt? Wenn wir uns plötzlich inmitten einer weiteren Finanzkrise wiederfinden, wird es jemanden oder eine Institution geben, die für all die wertlosen Schulden, die derzeit die Welt überfluten, eine Rückbürgschaft übernehmen kann?

Die Glaubwürdigkeit der Fed ist davon abhängig, ob eine Wiederholung von 2008 abgewendet werden kann. Doch leider liegt es nicht in ihrer Hand, noch ist die Abwendung abhängig von ihren Bemühungen. Ein weiterer Krediteinsturz ist unvermeidlich.

Die Bemühungen der Fed könnten die schwerwiegenden Folgen vielleicht hinauszögern, aber die Situation wird noch viel schlimmer werden, bevor sie sich verbessert.

Die Fed kann unbegrenzt Geld und Kredite schaffen, wenn sie solche Maßnahmen für notwendig erachtet. Natürlich erachtet sie sie für notwendig. Und sie erweitert das Angebot an Geld und Krediten nun schon seit über 100 Jahren.

Doch selbst ein Kreditgeber letzter Instanz stößt auf die Grenzen der Wirkung seiner Aktivitäten und Funktionen. Die Federal Reserve nähert sich diesen Grenzen. Und es gibt nichts, was sie dagegen tun könnte.

Woher kommt das blinde Vertrauen und die Zuversicht, die so Viele in Regierungen und Zentralbanken zu setzten scheinen, wenn es um ihr Geld und ihre finanziellen Angelegenheiten geht?


© Kelsey Williams


Der Artikel wurde am 8. April 2019 auf www.kelseywilliamsgold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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