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Die Gold-Maginot-Linie wird bald brechen

09.05.2019  |  Egon von Greyerz
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Die Liste oben ist mit Sicherheit nicht vollständig. Es ließe sich natürlich einwenden, dass viele der genannten Faktoren schon seit langer Zeit präsent sind und dass Gold seit 6 Jahren seitwärts tendiert.

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Aufgrund von Faktoren wie Manipulation bewegt sich Gold nicht in einer geraden Linie. Zwischen 1972 und 1980 vollzog Gold eine Vervierundzwanzigfachung (24x) von 35 $ auf 850 $. Dann korrigierte Gold 29 Jahre bis auf ein Tief von 250 $ im Jahr 1999, als Zentralbanken, wie die Großbritanniens und die der Schweiz, einen Großteil ihres Goldes verkauften.

Dann erlebten wir eine große Bewegung auf 1.920 $ im Jahr 2011. Eine weitere Korrektur folgte und seit sechs Jahren oszilliert Gold unterhalb der Maginot-Linie bei 1.350 $. Allerdings sollte Gold nicht nur in einer Währung bemessen werden. Gegenüber anderen Währungen hat es sich deutlich anders verhalten. In Dutzenden Währungen steht Gold über den Hochs von 2011. Aufgrund der temporären Stärke des Dollars erscheint Gold schwächer als bei der Bemessung gegenüber einem Währungskorb.


Goldspekulanten sind ungeduldig doch Vermögensschützer sind zuversichtlich

Wann wird der Aufwärtstrend beim Gold also wieder einsetzen? Viele Anleger, die Gold nahe der 2011-12er Hochs gekauft hatten, sind jetzt auf jeden Fall ungeduldig.

Die oben gezeigten fundamentalen Faktoren werden uns beim kurzfristigen Timing der Goldpreisentwicklungen nicht helfen. Viele von uns hatten nicht erwartet, dass Gold für 8 Jahre pausieren würde. Da wir allerdings seit über 17 Jahren, seit 2002, stark in Gold investiert sind, haben wir Geduld.

Also: Nur die kurzfristige Methode zur Vorhersage der Goldpreisentwicklung beschäftigt sich mit dem technischen Bild. Dieses sagt uns, dass Gold aktuell in der Schlussphase einer korrektiven Bewegung steckt. Sobald die Korrektur vorbei ist und Gold die Maginot-Linie bei 1.350 $ durchbricht, werden wir eine schnelle Bewegung auf 1.600 $ erleben.

Es würde mich nicht überraschen, wenn Gold im Jahr 2019 gegenüber dem Dollar neue Hochs markiert - oberhalb von 1.920 $. Die nächste Aufwärtsbewegung könnte sogar schon in den nächsten 2-3 Wochen beginnen. Es ist möglich, wenn auch weniger wahrscheinlich, dass diese Bewegung im Zeitraum von August-September beginnt.

Man sollte Gold aber nicht zum Zweck der spekulativen Anlage kaufen. Gold sollte als Vermögensschutz oder Versicherung gegen ein brüchiges Finanzsystem gehalten werden, das wahrscheinlich nicht in seiner gegenwärtigen Form überleben wird.

Wie bei allen Versicherungen, sollte der Goldeigentümer nicht darauf hoffen, dass Gold steil steigen wird. Denn wenn das passiert, wird die Welt ein deutlich unangenehmerer Ort sein. Viel besser ist es, die aktuelle Zeit zu genießen - im Wissen darum, dass man geschützt ist, wenn die Probleme in der Welt ernsthaft beginnen.


Silberbestände werden knapper

Noch ist die Angebotssituation beim Gold akzeptabel. Silber zu bekommen, gestaltet sich aber immer schwerer, und die Schweizer Veredler bestätigen, dass die Silberbestände knapper werden. Wir müssen uns wieder vor Augen führen, dass das tatsächliche physische Handelsvolumen beim Silber heute gering ist.

Angesichts der Seitwärtsbewegung der Kurse ist die physische Nachfrage nicht überschwänglich. Sobald Gold die Schwelle von 1.350 $ hinter sich lässt und Silber die Marke von 15,50 $, werden sich wahrscheinlich Knappheiten einstellen.


© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG
www.goldswitzerland.com



Dieser Artikel wurde am 02. Mai 2019 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


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