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Es ist wichtiger denn je, Metalle zu besitzen

04.06.2019  |  Mike Gleason
Mike Gleason: Es ist mir nun ein Privileg, Bill Holter von JS Mineset bei uns begrüßen zu dürfen. Seitdem er die Wall Street vor mehr als einem Jahrzehnt verlassen hat, hat sich Bill selbst einen Namen als scharfsinniger und hoch respektabler Marktkommentator und Autor gemacht. Er hat sich mit Jim Sinclair zusammengeschlossen, um anderen Menschen dabei zu helfen, die dazugehörigen Gefahren unsere schuldenbasierten Wirtschaft zu identifizieren und ihnen zu zeigen, wie sie sich vor diesen schützen können.

Es ist eine echte Ehre, ihn wieder bei uns begrüßen zu dürfen. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit, willkommen.


Bill Holter: Danke, dass ich hier sein darf, Mike.


Mike Gleason: Nun, Bill, wir befinden uns derzeit inmitten einer weiteren Preiskorrektur am Metallmarkt. Das Jahr begann mit einem guten Start für Gold und Silber, doch wie so oft in diesem achtjährigen Bärenzyklus ist das Momentum zum Stillstand gekommen. Das ist deprimierend für Bullioninvestoren. In den letzten zweieinhalb Jahren konnten wir viele Verkäufe beobachten. Obwohl wir dankbar dafür sind, wenn unsere Klienten zurückkommen, um Metall zu verkaufen, so ist derzeit kein guter Verkaufszeitpunkt, wie wir denken.

Wir verstehen die Frustration, was die Preise angeht, doch die Metalle stellen zu einem Zeitpunkt, an dem es wichtiger denn je scheint, seine Papier- und US-Dollarinvestitionen zu reduzieren, eine der kostengünstigsten Vermögenswertklassen dar.

Wir denken, dass es einfach schwierig ist, objektiv zu bleiben, wenn die Signale, die die Schulden senden, nicht von Bedeutung zu sein scheinen. Denn schließlich geht es der US-Wirtschaft natürlich großartig; alleine schon, wenn man einen Blick auf den Aktienmarkt wirft. Und der Dollar scheint an Stärke zu gewinnen und nicht zu verlieren. Was erzählen Sie denjenigen, die sich fragen, ob sie ihre Metalle loswerden und sich stattdessen auf konventionelle Assets konzentrieren sollten, Bill?


Open in new windowBill Holter: Nun, dass das ein Fehler wäre. Zum Einen nennen Sie das eine Korrektur, diese kürzliche Preisschwäche. Und grundsätzlich ist es tatsächlich gar keine Korrektur. Es ist vielmehr eine künstliche Korrektur, die durch den Verkauf von Papierkontrakten erzwungen wird, die durch nichts gedeckt werden.

Man muss also verstehen, dass nicht nur der Metallmarkt manipuliert und kontrolliert wird, sondern alle Märkte. Die Metalle wurden nach unten gedrückt. Stellen Sie sich das als Wasserball vor, der unter die Wasseroberfläche gedrückt wird. Je länger und tiefer er unter Wasser gedrückt wird, desto höher wird der Ball springen, wenn man ihn loslässt und er die Oberfläche wieder durchbricht. Ähnlich wird es sein, wenn es den Märkten wieder erlaubt wird, frei Handel zu betreiben.

Kommen wir nun zum Verkaufen zum derzeitigen Preis. Vor kurzem veröffentlichte ZeroHedge einen Artikel, in dem 2024 als sogenannter Minsky-Moment bezeichnet wurde. Also der Zeitpunkt, an dem alle Finanzmittel, die vom Finanzministerium geliehen wurden, dazu verwendet werden, die Zinsen zu bedienen. Die ausstehenden Schulden sind zu hoch, als dass man sie jemals begleichen könnte.


Mike Gleason: Bill, wir beide wissen, dass diese Märkte unglaublich manipuliert werden, darauf haben Sie angespielt. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle eine gezielte Frage stellen. Wird es dem Aktienmarkt tatsächlich erlaubt werden, eine Korrektur zu durchlaufen? Denn wie wir wissen, haben sie viel Einfluss bei der Fed und dem Plunge Protection Team. Die Kontrolle scheint relativ einfach, angesichts der Aktivität und dem Hochfrequenzhandel, der einen Großteil dessen antreibt, was an den Märkten geschieht. Es besteht also nicht nur der Anreiz, alles oben zu halten, sondern scheint auch so, als hätten die Zentralbanker die notwendigen Werkzeuge, um genau das zu tun.

Wie denken Sie hierüber?


Bill Holter: Nun, wir müssen verstehen, dass die Aktien auf diesen Niveaus extrem ergiebig sind. Nun fragen Sie, ob eine Korrektur eintreten wird oder eintreten kann. Kann ein Bärenmarkt eintreten? In normalen Zeiten ja; wir befinden uns bei "Peak Everything." Und in normalen Zeiten wäre eine scharfsinnige Person darauf aus, dem Markt gegenüber eine Short-Position einzunehmen. Doch aktuell ist das gefährlich, da die Möglichkeit einer Hyperinflation besteht.

Wenn Sie sich mit Hyperinflationen auskennen, dann können Sie üblicherweise beobachten, wie ein Markt um etwa 30%, 40%, 50% oder mehr einbricht und dann plötzlich höher und höher steigt ohne wieder zu fallen. Das ist die Konsequenz einer Währungszerstörung. Betrachten Sie das letzte oder vorletzte Jahr, in dem der venezolanische Aktienmarkt auf Bolívar basiert den weltweit besten Aktienmarkt darstellte. Das ist die Folge eines Bolívar, der an Wert verliert.

Um Ihre Frage also zu beantworten: In normalen Zeiten würden die Aktienmärkte sicherlich fallen. Werden wir das diesmal beobachten können? Das ist schwer zu sagen, da die Fiatwährungen weltweit deutlich überbewertet sind. Es könnte zum Crash am Währungsmarkt kommen, was wiederum einen Melt-up verursachen könnte; in geringerem Maße auch am Aktien- oder Immobilienmarkt.


Mike Gleason: Wenn wir die Inflationsseite der Geschichte betrachten, dann unterhält die Regierung wieder Defizite über Billionen von Dollar. Diesmal scheint es jedoch weniger Konservative in Washington zu geben, die sich diesem Problem annehmen möchten. Seien wir ehrlich, die republikanische Führung stellte sich als komplettes Desaster heraus, wenn es darum ging, irgendeine Art der fiskalen Disziplin anzuwenden; sehr zu unserem Unmut. Und so ist es in Washington schon seit mehreren Jahrzehnten.

Doch es scheint, als würden die Politiker sogar noch weiter gehen als nur vorzutäuschen, die Ausgaben im Griff zu haben. Und das scheint wichtig. Fast als würden wir eine neue Phase einleiten, in der sich Defizite über die Jahre hinweg verdoppeln oder verdreifachen könnten. Wenn die US-Wirtschaft eine schwere Zeit vor sich hat und der Kongress mit Anreizen reagiert, dann ist es nicht schwer, sich ein derartiges Szenario vorzustellen. Was ist Ihre Meinung bezüglich der staatlichen Kreditaufnahme? Gibt es überhaupt noch Einschränkungen?


Bill Holter: Ja, es gibt eine Art Quasi-Einschränkung. Doch zum aktuellen Zeitpunkt kann es keinerlei fiskale Einschränkung geben. Betrachten Sie das Ganze aus einer geldpolitischen Perspektive und denken Sie an das zurück, was im November und Dezember passiert ist. Man erhöhte die Zinsen zwei- bis dreimal. Dann folgte im Dezember ein scheinbares Weltuntergangsszenario. Dieses Fahrzeug hat nur ein Gaspedal und keine Bremse.



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