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Korrektur in Endphase - Inflation macht 1% reicher

13.05.2019  |  Markus Blaschzok
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Um die Inflation bereinigt, notiert der HUI nur bei 14 Punkten, anstatt bei 71 Punkten


Einbruch der Automobilnachfrage - die Rezession nimmt Gestalt an

Die chinesischen Automobilverkäufe brachen im April um 16,6% zum Vorjahr ein. Dies ist nicht nur ein rekordlanger Rückgang von 11 Monaten infolge, sondern auch der stärkste Rückgang in der Automobilnachfrage seit Jahrzehnten. Die chinesische Wirtschaft wurde durch gigantische Geldmengenausweitungen in den letzten Jahren getrieben, welche die amerikanische Geldpolitik dagegen hawkish und konservativ aussehen lässt. Gigantische Fehlallokationen bildeten sich in der immer noch teilweise zentralistisch geprägten Volkswirtschaft.

Gegenüber der Einheitspartei, die sich zunehmend totalitär und diktatorisch gibt, hat das Eigentum von Ausländern keinen wirklichen Rechtsschutz und völlige Enteignung droht bei Fehlverhalten. China wird trotz seines hohen Durchschnitts-IQs und seiner extrem fleißigen Bevölkerung nicht gegen wirklich freie und marktwirtschaftliche Nationen mithalten können, solange das Regime durch Interventionen zu viel Kapital in unrentable Unternehmen fehlalloziert. Eine Krise im Bankensektor, ausgelöst durch eine Bereinigung der Fehlallokationen, scheint langfristig auch in China unausweichlich zu sein.

Südkoreas Exporte sind 8% zum Vorjahr eingebrochen und Deutschlands PMI liegt bei 44, was der schlechteste Stand seit 2012 ist und eine Rezession anzeigt. Dies sowie der Einbruch der Automobilnachfrage in China sind ein deutliches Indiz für eine Rezession, welche die Preise für industriell genutzt Metalle unter Druck bringen kann.

Auch die wachsende Konkurrenz durch Elektroautos dürfte mittel- bis langfristig die Nachfrage nach Palladium abschwächen. Während der Palladiumpreis auf einem historischen Allzeithoch notiert, befindet sich Platin fast auf dem niedrigsten Stand seit zwei Dekaden. Dies spiegelt sich auch im historisch niedrigen Platin/Palladium-Ratio wider, das klar für ein Investment in Platin anstatt in Palladium spricht.

Sollte das Platin/Palladium-Ratio lediglich zu seinem historisch statistischen Mittel zurückkehren, so wird Platin in den kommenden Jahren fünfmal besser als Palladium performen. Wir empfehlen daher etwaige langfristige Palladiumbestände, die man auf Sicht von einer Dekade oder länger halten möchte, in Platin zu tauschen bzw. empfehlen wir aktuell bevorzugt Platin anstatt Palladium in einem Edelmetalldepot zu halten. Die Platinmetalle sollten jedoch nicht mehr als ein Zehntel eines Edelmetalldepots ausmachen.

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Das Platin/Palladium Ratio befindet sich auf einem historischen Tiefpunkt und spricht für eine Anlage in Platin anstatt Palladium


Der Palladiumpreis notierte in den vergangenen Wochen teilweise mehr als 300 $ über dem Goldpreis, was es in der Geschichte bisher erst einmal gegeben hatte. Auch dies ist ein Indiz für das aktuell historisch hohe Preisniveau von Palladium. Mittlerweile schrumpfte der Spread auf 90$ und am Ende der aktuell laufenden Korrektur ist wieder mit einem negativen Spread zu rechnen.

Auch langfristig erwarten wir in den nächsten Jahren der Stagflation, dass Gold besser performen wird als Palladium, wogegen wir mittelfristig noch einmal einen Anstieg des Spreads und eine bessere Performance von Palladium erwarten. Spätestens dann, wenn die Rezession in den Leitmedien angekommen ist und heiß gekocht wird, dürfte der Palladiumpreis wieder deutlich unterhalb des Goldpreises notieren.

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Der Spread des Gold- zum Palladiumpreises ist wieder geschrumpft



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