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Silberkauf jetzt oder nie ...

04.06.2019  |  Dr. Dietmar Siebholz
Ja, ich weiß, seit dem Jahre 2001 predige ich den Silberkauf und habe auch immer wieder konsequent Silber in physischer oder quasiphysischer Form (also über den ETF der Zürcher Kantonalbank) erworben. Kritiker mögen mir zurecht vorhalten, dass ich aus meiner Historie vorbelastet bin, weil mir meine Mutter immer wieder erklärt habe, dass mein Leben (Geburtsjahr 1942) von dem Weitblick meines Großvaters wesentlich bestimmt war.

Denn er hatte physische Edelmetalle vorgehalten, mit denen meine Mutter auf der Flucht von Schlesien in die Tschechei und dann wieder zurück nach Schlesien, bei den bei uns einquartierten russischen Soldaten und den dann nachziehenden polnischen Umsiedlern aus der Ukraine wichtige Lebensmittel gegen physisches Edelmetall eintauschte. Die heutige Generation wird über diese Erfahrungen lächeln und ich wünsche es denen und Ihnen nicht, so eine ähnliche Erfahrung machen zu müssen.

Aber vielleicht kommen andere Probleme mit dem fehlerhaften Geldsystem, mit der Blasenbildung, mit Handelskriegen oder sogar mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen auf uns zu. Die Zutaten zu einer solchen explosiven Mischung sind in der Tat gegeben. Das aber nur als ein Rückblick auf die Historie, auf eigene Erfahrungen und auf eine eher langfristige Betrachtung. Merke: Keine Bäume wachsen in den Himmel und bis jetzt sind alle Blasen geplatzt, je später, umso schlimmer.

Noch ein kurzer Rückgriff auf die Vergangenheit: Einer meiner Geschäftspartner hat mit mir die Anlage in Silber schon im Jahre 1982 diskutiert und wir waren uns einig darüber, dass Silber das Beste sein wird, in was man damals investieren sollte. Er ist an dieser Überzeugung beinahe als Unternehmer gescheitert, denn alle seine Kontrakte im Futurebereich waren nicht vom Glück gesegnet und er hatte viele. Ich schlussfolgerte für mich, dass nur physisches Material seinen dauerhaften Wert habe.

Lassen Sie mich diese Entscheidung nur mit einem praktischen Hinweis bestätigen. Die Fachleute wissen, dass die Investmentbank Bear Stearns vor Jahren wegen ihrer Derivate, aber besonders wegen ihrer riesigen Shortverkäufe von Silberkontrakten in Existenzprobleme kam. JP Morgan Chase bekam von der Regierung einen "Freifahrtschein in Geld, aber verdeckt sicherlich auch über die Schonung vor Kontrollmaßnahmen von Seiten der Regulierer", wie es der inzwischen verstorbene Bart C. in einem Interview indirekt bestätigte. Bart C. war einer der staatlichen Kontrolleure, die die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu überwachen hatte. Selten so gelacht ...

Und was ist aus dieser „Giftpille“ der hohen Silbershorts geworden? Durch klare Manipulation quasi von Fälligkeitsmonat zu Fälligkeitsmonat wurden über Eingriffe in den Terminmarkt die Anleger, die Hedgefonds und die Kapitalsammelstellen jahrelang ausgequetscht. Und am Ende waren die Shortpositionen sogar mit Gewinn gedeckt und wie man heute weiß, erzielte JPM hohe zusätzliche Gewinne und hält dazu derzeit geschätzt noch mindestens 150 Mio. Unzen aus physischem Material in ihren Lagerstätten. So wurde wie in der Bibel aus Saulus noch Paulus und aus dem Silbershort-King ein großer Silbereigentümer. Und alles zu Lasten der Silbergläubigen.

Dieses für mich als alten Börsenhändler unvorstellbare Erfolgsergebnis hätte bei klarer Regulierung nie erzielt werden können, denn zu meiner Zeit gab es klare Vorgaben, wann eine Position aufgelöst sein musste und die Größe der Bank hatte keinen Einfluss auf diese Grundlagen. Damals sind die Regulierungsbehörden extrem genau auf solche Ungleichgewichte losgegangen.

Wir hatten zu meiner Zeit als Börsenhändler für die Folgen einer derart überzogenen Shortposition und deren Folgen beim damaligen Zustand der Kontrollen durch die Regulierungsbehörden einen Ausdruck, den ich - weil sich vermute, dass auch Damen meine Berichte lesen - hier nicht wiedergeben möchte. Er hat etwas mit der schmerzhaften Verletzung der Sitzfläche zu tun ... Früher war das halt die Regel in der Old Economy, heute ist wohl alles möglich.

Nun wäre diese Erkenntnis ein Grund, sich nicht in diesem Markt, der noch nie ein solcher und frei nach meinen Vorstellungen und Spielregeln war, zu engagieren. Ja, wenn sich nicht verschiedene Dinge ereignet hätten, die einen Paradigmen-Wechsel einleiten könnten. Es sind folgende Fakten:
  • 1. Silber ist ein immer mehr gesuchter industrieller Rohstoff; die Nachfrage zwar nicht dynamisch, aber stabil.

  • 2. Die Elektrifizierung, ob sie nun richtig oder völlig falsch ist, tut Nichts zur Sache, verlangt nach Kupfer und Silber.

  • 3. Die Entwicklung neuer Standorte steht infolge des niedrigen Silber-Preises nicht mit der Nachfrageentwicklung bei Silber im Gleichklang. Die Produktion reicht derzeit zwar aus, aber für die mittelfristige Nachfragebefriedigung fehlen neue Lagerstätten.

  • 4. Die als Orientierung der Relation von Gold und Silber wichtige Spannbreite von ca. 40 - bis knapp an100 (also man braucht derzeit 90 Unzen Silber, um eine Unze Gold zu erwerben) lässt vermuten, dass sich diese Relation durchaus wieder einmal auf das Niveau vom 40- bis 50-Fachen reduzieren kann. Selbst wenn sich der Goldpreis nicht bewegen würde (derzeit bei US-$ 1.300 gelegen) kann der Silberpreis auf $ 25 steigen, wenn sich die Relation Richtung des 50-Fachen bewegt. Wenn mich meine Informationen nicht täuschen, sollte diese Relation unter diversen Betrachtungsweisen nicht über das 35-Fache hinausgehen.

  • 5. Und ganz aktuell ist die Tatsache gemeldet worden, dass bei einer starken Erhöhung der offenen Futurekontrakte die Investmentbanken, also solche wie JPM nunmehr nicht wie in der langen Zeit der oben geschilderten Manipulation hohe Überhänge an Shorts hielten, per Saldo das erste Mal seit Jahren auf der Longseite sind, also Silberterminkäufe getätigt haben.

Das liebe Leser, ist für mich ein Signal und ein Weckruf von ähnlicher Qualität wie das Überschreiten der Bundesbank-TARGET-II-Forderungen gegen die EZB am Beginn des Jahres 2014 von 600 Mrd. €, die für mich einfach als verloren anzusehen waren und es noch immer sind. Das veranlasste mich damals, dem von mir geliebten Bayern und natürlich damit auch dem geschätzten Heimatland den Rücken zu kehren.

Handeln Sie, denn das Papiergeld-Spiel wird irgendwann einmal zu Ende gehen, wie es seit Tausenden von Jahren immer wieder geschehen ist. Nicht weit weg von hier in Venezuela haben es die ideologischen Traumtänzer wieder einmal geschafft. Wer klug war, hat damals in den Chavez-Blütezeiten sein Geld international oder auch in Edelmetallen angelegt. Und noch ein Hinweis kurz nach den EU-Wahlen: Das "System EU-Brüssel" ist nicht mit "Europa" zu verwechseln; nein dieses System heißt für mich in Kurzform nur noch "die EUdSSR". Und wer mir nicht glauben will, wird es später einmal zutiefst bereuen.


© Dr. Dietmar Siebholz
wthlz2@gmx.de


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