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Die "echten Fundamentaldaten" sind noch immer positiv für Gold

15.06.2019  |  Steve Saville
Nachdem sie fast das gesamte Jahr 2018 im bearischen Bereich verbracht haben, brachten die echten Fundamentaldaten des Goldes (wie durch mein Gold True Fundamentals Model - GTFM dargestellt) dieses Jahr bisher im bullischen Bereich zu. Betrachten Sie den folgenden Chart im Vergleich zum GTFM (blaue Linie) und dem Goldpreis in US-Dollar (rote Linie).

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Die echten Fundamentaldaten eines Marktes ähneln Druck. Aufgrund Stimmung und anderer Einflüsse kann sich ein Markt eine Zeit lang entgegen der Fundamentaldaten bewegen, doch wenn sich diese weiterhin in eine bestimmte Richtung entwickeln, dann wird sich der Druck solange aufbauen, bis sich der Preis schließlich fügt. Ebenfalls wird der Aufwärtsdruck, der von bullischen Fundamentaldaten ausgelöst wurde - wenn auch nicht ausreichend, um eine deutliche Rally auszulösen - einen Preisboden hervorrufen. Das passierte im März und April mit Gold.

Der wichtigste GTFM-Faktor, der noch bullisch werden muss, ist die Renditekurve (wie durch die Renditeunterschiede zwischen 10- und 2-jährigen Staatsanleihe und 10-jährigen bis 3-monatigen Staatsanleihe angedeutet). Damit dieser Faktor bullisch werden kann, braucht es eine Umkehr der Renditekurve von flach (langfristige Zinsen fallen gegenüber kurzfristigen Zinsen) zu steil (langfristige Zinsen steigen gegenüber kurzfristigen Zinsen).

Wenn die Umkehr primär durch fallende kurzfristige Zinsen angetrieben wird, dann deutet das auf einen Übergang von Boom zu Bust hin, wie es 2000 und 2007 der Fall war; wird die Umkehr hingegen primär durch langfristige Zinsen angetrieben, dann deutet das auf Erwartungen einer steigenden Inflation hin.

Wie unten dargestellt wird, gab es zum Ende der letzten Woche keinerlei Beweise eines derartigen Trendwandels des Renditeunterschieds zwischen der 10-jährigen und 3-monatigen Staatsanleihe.

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Damit ein Goldbullenmarkt eintreten kann, braucht es wahrscheinlich eine nachhaltige Umkehr der Renditekurve. Ich denke, diese wird in der zweiten Jahreshälfte der Fall eintreten. Und wenn das der Fall ist, dann wird dieser Trend von steigenden langfristigen Zinsen angetrieben werden (was auf Erwartungen einer steigenden Inflation hindeutet) und nicht fallenden kurzfristigen Zinsen. Das ist aktuell eine Ansicht, die gegen den allgemeinen Konsens geht, da die Inflationserwartungen gering sind/fallen und fast jeder zu der Schlussfolgerung gekommen ist, dass eine aggressive Zinskürzungskampagne der Fed in naher Zukunft beginnen wird.

Ein weiterer GTFM-Faktor, der in nächste Zeit von bearisch zu bullisch übergehen und somit Aufwärtsdruck auf den Goldpreis ausüben könnte, ist die Währungsumtauschrate. Aktuell bräuchte es nur einen Wochenschluss des Dollarindexes, der einen halben Punkt niedriger ausfällt, als der Schluss der letzten Woche.

Ich denke, dass wir in den kommenden ein bis zwei Wochen korrektive Aktivität am Goldmarkt beobachten werden können, doch solange das GTFM im bullischen Bereich bleibt, sollte es der im Zusammenhang mit den Fundamentaldaten stehende Aufwärtsdruck dem Goldpreis ermöglichen, neue mehrjährige Hochs innerhalb der nächsten paar Monate zu verzeichnen.

*Seien Sie sich bewusst, dass ich den Begriff "echte Fundamentaldaten" verwende, um die tatsächlichen grundlegenden Treiber des Goldpreises von den Treibern zu unterscheiden, die regelmäßig von Goldmarktanalysten und -kommentatoren zitiert werden.

Wie viele Sprecher am Goldmarkt meinen, würden die Fundamentaldaten des Goldes Faktoren umfassen wie das Volumen an Metall, das in die Bestände der Gold-ETFs fließt; Chinas Goldimporte; das Goldvolumen, das aus dem Bestand der Shanghai Futures Exchange transferiert wird; die Menge "registrierten" Goldes an der COMEX; Indiens Monsun- und Hochzeitssaison; die Schmucknachfrage; die Goldmenge, die von verschiedenen Zentralbanken erworben wird; Veränderungen der Bergbauproduktion und des Altmetallangebots sowie wilde Behauptungen über JP Morgans Goldbestände.

Dies sind keine echten fundamentalen Preistreiber. Es sind allenfalls Ablenkungen.




© Steve Saville
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Dieser Artikel wurde am 10. Juni 2019 auf www.tsi-blog.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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