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Die Geheimniskrämer hinter den Freitagskindern

16.06.2019  |  Manfred Gburek
Die Farbe Grün ist in. So sehr, dass Robert Habeck insgeheim schon als kommender Bundeskanzler gilt. Unterstützung erfahren die Grünen - teils geplant, teils als willkommene Zugabe - von dritter Seite. Zum Beispiel von der Bewegung "Fridays for Future". Diese präsentiert sich professionell und so mediengerecht, dass die Fernsehkanäle unter Führung der öffentlich-rechtlichen offenbar nicht umhinkommen, ihnen beste Sendezeiten zu widmen. Nach den großen Ferien soll es wieder losgehen, und zwar weltweit. Grund genug, ein wenig hinter die Kulissen zu blicken.

"Trotz immenser medialer Präsenz ist Fridays for Future weitgehend eine Blackbox", schreibt Ansgar Neuhof in der aktuellen Printausgabe der Zeitschrift "Tichys Einblick". Hinter dieser Blackbox verbirgt sich die Plant-for-the-Planet Foundation, eine 2010 gegründete gemeinnützige Stiftung. Deren Gründer und Vorstand ist Frithjof Finkbeiner, dessen Sohn Felix bereits als Neunjähriger im Jahr 2007 eine Schülerinitiative ins Leben gerufen hatte, die jetzt im Erwachsenenalter so richtig auf die Pauke hauen kann. Die Funktion der Stiftung bleibt im Dunkeln, wenn es in ihrer Satzung heißt: "Die Stiftung versteht sich als international tätige Organisation. Ihre Tätigkeit ist im Prinzip die ganze Welt."

Damit nicht genug, die Stiftung hat noch mehr zu bieten. Etwa einen Freundeskreis, zu dem unter anderem der Schauspieler Hannes Jaenicke und der adlige Waldbesitzer Philipp Freiherr zu Guttenberg gehören. Die Stiftung gönnt sich auch einen wissenschaftlichen Beirat mit Dr. Tom Crowther und Professor Franz-Josef Radermacher. Nicht zu vergessen die Schirmherren Fürst Albert II. von Monaco und Klaus Töpfer, einst deutscher Umweltminister.

Also alles paletti? Nicht ganz, wie das folgende Zitat vom 26. April dieses Jahres auf der Internetseite science-skeptical.de belegt: "Finkbeiner ist Mitbegründer des German Marshall Plan und Vizepräsident des Club of Rome in Deutschland. Beides sind berüchtigte Think Tanks unter dem Einfluss US-amerikanischer Machteliten. Der Vorsitzende des German Marshall Fund war David Rockefeller. Der Club of Rome verbreitet in Rockefellers Auftrag seit Ende der 1960er Jahre die grüne Ideologie."

Und noch ein Zitat aus derselben Quelle: "Wie tichyseinblick.de aufdeckte, wird das Spendenkonto von Fridays for Future von der Plant for the Planet Foundation geführt. Die Foundation informiert Fridays for Future, was an Spenden eingeht, und bestimmt, welche Rechnungen bezahlt werden. Das gilt übrigens nicht nur für die auf dem Spendenkonto eingehenden Gelder, sondern auch für die Gelder aus der parallel laufenden Fundrasing-Kampagne."

Vieles sei ungeklärt, heißt es in der aktuellen Printausgabe von "Tichys Einblick". Einerseits werde behauptet, es handle sich bei Fridays for Future nur um einen losen Zusammenschluss ohne rechtliche Verbundenheit und zentrale Organisation, andererseits werde behauptet, man habe eine Treuhandvereinbarung mit der Plant-for-the-Planet Foundation abgeschlossen. "Welche Personen für Fridays for Future aufgrund welcher Rechtsmacht solche Vereinbarungen abgeschlossen haben, wird nicht offengelegt. Offen ist auch die Frage, ob die Foundation ihre Verpflichtungen nach dem Geldwäschegesetz erfüllt hat. Auf diesbezügliche Fragen hat sie nicht geantwortet."

Das ist wahrlich starker Tobak. Da schwänzen junge Leute, überwiegend Idealisten mit hehren Motiven, monatelang die Freitage, lassen außer ihrem Credo für eine heile Welt keine andere Meinung gelten - und ahnen nicht, dass sie von langer Hand gesteuert werden. Ihre Frontfrau Greta Thunberg wurde sogar vom Papst empfangen.

Mehr geht nicht, müsste man meinen. Doch die Vorbereitungen auf die für September angesagten Fridays for Future- Demonstrationen laufen schon jetzt auf Hochtouren. Und weil in Deutschland einige Richtungswahlen anstehen, wird man dann wohl zugeben müssen: Mehr geht doch, allerdings nicht im ruhigen Vatikan, sondern auf unruhigen Straßen, sobald unterschiedliche politische Gruppen aufeinanderprallen.

Derweil entdecken Banker und Fondskonstrukteure die grüne Welle zunehmend für ihre eigenen Zwecke, um neben Politikern auf ihr mitzureiten. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein grünes, ökologisches, nachhaltiges oder sonst wie verpacktes Finanzprodukt an Mann und Frau gebracht wird.

Dazu merkt der eingangs zitierte Ansgar Neuhof süffisant an: "Um die Leute zu entsprechenden Investments zu bewegen, bedient man sich gern der Unterstützung gemeinnütziger Organisationen und macht Werbung mit Protagonisten der 'Umweltbewegung'. Nicht nur die Finanz-, sondern auch die Holzbranche bedient sich der 'Jungs' von der Plant-for-the-Planet Foundation zu Werbezwecken. Louis Motaal (unter anderem Gretas Reisebegleiter) und Felix Finkbeiner waren beispielsweise auf Werbetour mit der europäischen Pelletindustrie."

Wie es derzeit aussieht, wird der Umbruch in der deutschen Politik noch eine ganze Weile anhalten, absehbar zugunsten der Grünen und der AfD, zulasten der übrigen Parteien. Ganz gleich, welche von ihnen die nächste Bundesregierung stellen werden: Nicht allein die Pelletindustrie, sondern alle Branchen dürften sich den Grünen zuwenden. Der Bund wird über die KfW noch mehr grüne Anleihen ausgeben als ohnehin schon und sich so zum Vorreiter einer breiten Bewegung machen.

Spannende Frage: Wen wird die zu erwartende Umverteilung am meisten treffen, sobald der nächste Finanzminister einen neuen Haushaltsplan entwerfen muss? Ansätze zur Umverteilung gibt es ja bereits, etwa beim Mietrecht und bei der Besteuerung von Wertpapieren. Die abschließende Antwort dürfte sich zwar erst aus dem Ergebnis der kommenden Bundestagswahl ergeben. Aber niemand sollte sich der Illusion hingeben, mit Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz glimpflicher davonzukommen als mit Grün-Rot oder Rot-Grün-Rot.


© Manfred Gburek
www.gburek.eu



Manfred Gburek ist neben seiner Funktion als Kolumnist privater Investor und Buchautor.

Neu bei gburek.eu: Anlageberater, ein schillernder Beruf


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