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Milliardenschwere Investoren finden Gold attraktiv

24.06.2019  |  Frank Holmes
Die letzte Woche war stark für Gold, das in der Lage war, seine vierte aufeinanderfolgende Woche mit Preiszunahmen fortzusetzen. Der Preis des gelben Edelmetalls brach letzten Freitag über 1.350 Dollar aus, während die Goldbergbauaktien gemessen am NYSE Arca Gold Miners Index ihr 52-Wochenhoch testeten.

Aufgrund einer Vielzahl an geopolitischen Risiken suchten die Investoren nach sicheren Häfen. Diese bezogen sich auch auf die Proteste in Hongkong über das nun ausgesetzte Auslieferungsgesetz und einen Angriff auf zwei Öltanker nahe des Irans und der Straße von Hormus, die weltweit am befahrenste Seestrecke, die von einem Fünftel des weltweiten Ölverbrauches passiert wird. Nachdem er Teheran die gesamte Schuld zugeschoben hatte, sieht sich Präsident Donald Trump nun einer schweren Entscheidung gegenüber, was eine Antwort angeht.

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Der Milliardär und Investor Paul Tudor Jones, Gründer von und Hedgefonds-Manager bei Tudor Investment Corp., erklärte in einem Bloomberg-Interview in der letzten Woche, dass geopolitische Störungen dafür gesorgt haben, dass Gold für die nächsten 12 bis 24 Monate zu seinem liebsten Trade geworden ist.

Dem gelben Edelmetall "würde alles gelingen", so meinte er und fügte hinzu, dass es "ziemlich schnell" auf 1.700 Dollar steigen wird, sobald es die 1.400 Dollar je Unze erreichen kann.

Der größte Katalysator für eine derartige Entwicklung, so glaubt Jones, ist der stattfindende Handelskrieg zwischen USA und China sowie die weitreichenderen Folgen eines an Stärke verlierenden Welthandels. Nach 75 Jahren der Globalisierung und des freien Handels kehren wir schließlich zur Verwendung von Zöllen und anderen protektionistischen Maßnahmen zurück.

Erinnern Sie sich; es war der Smoot-Hawley-Zoll 1930, "der dabei half, die USA und die Weltwirtschaft in eine jahrzehntelange Depression zu katapultieren", wie es in einem Artikel aus dem Jahr 2015 hervorgeht, der von Larry Kudlow, Director des nationalen Wirtschaftsrates, und Stephen Moore, ehemaliger Kandidat für einen Gouverneursposten bei der Federal Reserve, verfasst wurde. Erst letzten Monat verzeichnete der weltweite Produktionssektor zum ersten Mal seit 2012 eine Kontraktion, was größtenteils den Handelsspannungen zuzuschreiben war. Das Welthandelsvolumen ging ebenfalls so stark wie noch nie zuvor seit der Finanzkrise zurück.

Jones erklärte, dass diese Umkehrung der Globalisierung "scheinbar Glauben macht, dass das Abrutschen in eine Rezession möglich wäre. Es macht den Anschein als würden die Zinsen in den Vereinigten Staaten zurück auf ein Nullniveau gehen. In dieser Situation wird Gold aufschreien. Es wird das Gegengift für diejenigen Leute sein, die Aktienportfolios besitzen."


Gundlach und Dalio sind ebenfalls bullisch gegenüber Gold

Jones ist nicht der einzige milliardenschwere Hedgefonds-Manager, der denkt, dass Gold aktuell attraktiv aussieht. In einer kürzlichen Online-Übertragung erklärte DoubleLine CEO Jeffrey Gundlach, dass er "Long Gold" sei. Seine Prognose basiert auf dem Glauben, dass der US-Dollar bis zum Ende des Jahres deutlich abfallen wird. (Möchten Sie einen sicheren Weg, den Dollar nach unten zu drücken? Werden Sie die 1,5 Billionen Dollar Studienschulden in den USA los; angeblich möchte US-Senatorin und mögliche Präsidentschaftskandidaten Elizabeth Warren einen Gesetzesvorschlag vorbringen, der das in Angriff nehmen soll. Was kommt als nächstes - Hypotheken?)

Und dann gibt es natürlich noch Ray Dalio, der weltweit erfolgreichste Hedgefonds-Manager. Dalio ist ein echter Anhänger der goldenen 10%-Regelung und laut Bridgewaters Aufzeichnungen bei der Börsenaufsicht behält er über die gesamte Branche hinweg deutliche Positionen in Gold bei.


Renditekurve zeigt Warnsignal - Ein weiterer Katalysator für Gold?

In der letzten Woche überschritt die Umkehrung der Renditekurve zwischen der Rendite der fünfjährigen und dreimonatigen Staatsanleihe eine wichtige Schwelle, die in der Vergangenheit eine Rezession angedeutet hat. In einem Twitter-Post vom 13. Juni teilte Lisa Abramowicz von Bloomberg einen Chart der invertierten Renditekurve und kommentierte: "Cam Harvey, der Volkswirtschaftler, der eine invertierte Renditekurve erstmals mit dem wirtschaftlichen Abschwung in Verbindung brachte, bestimmt die dreimonatige/fünfjährige Kurve als einen wichtigen Rezessionsindikator, sobald sie sich für ein gesamtes Quartal umgekehrt hat. Offiziell beendete sie gestern ein volles Quartal der Umkehrung", also letzten Mittwoch.

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Gundlach erklärte weiterhin, dass es seiner Ansicht nach eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 45% gebe, dass eine Rezession in den nächsten sechs Monaten auftreten würde; für das nächste Jahr liege die Wahrscheinlichkeit bei 65%.



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