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Gerade habe ich eine 1 Million $-Wette auf Gold gewonnen

25.06.2019  |  Egon von Greyerz
Anfang letzter Woche wurde ich zu einer Goldpreis-Wette herausgefordert. Jene Person, die mich einen "Gold-Trommler" nannte, wollte 1 Million $ darauf verwetten, dass der Goldpreis erst unter 1.000 $ sinkt, bevor er die Maginot-Linie bei 1.350 $ erreicht.

Als mir die Wette angeboten wurde, lag der Goldpreis bei 1.325 $, meine Chancen standen also ziemlich gut. Um 1 Million $ zu gewinnen, brauchte Gold nur noch 25 $ zu steigen; damit mein Wettgegner das Geld bekommt, hätte er aber um 325 $ fallen müssen. Im Grunde ein Kinderspiel, vor allem weil ich absolut überzeugt war, dass die Maginot-Linie bald durchbrochen wird.

Ich schlug vor, dass beide jeweils eine Million $ in einem Züricher Tresor hinterlegen, treuhänderisch verwaltet durch einen Schweizer Notar, zudem wollte ich die genauen Regeln der Wette festlegen. Der Herausforderer wollte stattdessen die 1 Million bei seinem Anwalt in den USA deponieren, was für mich natürlich nicht akzeptabel ist, weil ich Schweizer bin und weder dem US-Rechtssystem, dem Anwalt der Gegenpartei noch dem US-Dollar traue.

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Lange Rede, kurzer Sinn, der Wettgegner schob alles auf die lange Bank und als der Kurs dann zu steigen begann, wurde er nervös und stieg aus, weil, so seine Worte, Paul Tudor Jones bullisch für Gold sei. So viel Überzeugung stand also hinter seiner Wette! Und letzten Freitag durchbrach Gold die Gold-Maginot-Linie bei 1.350 $.

Ich habe also nicht wirklich eine Million $ in Fiat-Geld oder Gold gewonnen, aber moralisch auf jeden Fall - und das hat sich genauso gut angefühlt.


Gold-Hasser und deren abwegige Argumente

Menschen, die Gold hassen, verstehen ganz offensichtlich nicht dessen Funktion oder die Geschichte von Gold - als einziges Geld, das seit Menschengedenken überlebt hat. Auch habe ich festgestellt, dass viele Gold-Hasser viel Geld mit Spekulationen auf Goldaktien verloren haben und deswegen anti-Gold sind.

Gold-Hasser benutzen immer dieselben abwegigen Argumente, z.B. dass man Gold nicht essen kann. Stimmt, es lässt sich etwas schwerer verdauen als Papiergeld, das man ebenfalls nicht essen kann. Gold-Hasser, darunter auch faule und tendenziöse Journalisten, benutzen zudem Preismarken, die zu ihrer Argumentation passen. Sie nehmen den Goldpreis von 1980 bei 850 $ und argumentieren dann, wie schlecht diese Investition gewesen sei, da Gold bis 1999 auf 250 $ sank.

Die Tatsache, dass Gold von 1971 bis 1980 von 35 $ auf 850 $ (also um das 24-fache) stieg, wird dabei von den Gold-Ignoranten völlig übersehen. Und dann ziehen sie auch noch das Top von 2011 bei 1.920 $ heran, um zu zeigen, wie schlecht Goldinvestitionen heute sind.


Teuer kaufen, billig verkaufen - so wird man arm

Völlig klar: Wer am Hoch kauft und am Markttief aussteigt, wird Geld verlieren. Investoren, die teuer kaufen und billig verkaufen, wird also schnell das Geld ausgehen. Ich höre von Leuten um mich herum, die 2002 kein Gold kauften, als ich es bei 300 $ empfahl. Als Gold dann auf den Titelseiten stand, kauften aber viele kurz vor 1.920 $ und verkauften es dann wieder, als es auf 1.300 $ abstürzte. Viele Anleger finden es viel bequemer, mit der Masse zu kaufen und auch mit der Masse zu verkaufen, und ohne Gewinn oder sogar Verlusten auszusteigen.

Nur wenige erkennen, dass man dann kaufen muss, wenn ein Asset unterbewertet und unbeliebt ist und die Masse es noch nicht auf dem Schirm hat. Dann braucht man nur noch Geduld und der Markt wird es für einen richten.


Staaten schaffen Untergrenzen für den Goldpreis

Die meisten Investoren verstehen einfach nicht, dass Staaten und Regierungen in puncto Goldpreis zu ihren besten Freunden zählen. Denn Staaten schaffen immer eine Goldpreisuntergrenze, indem sie kontinuierlich Geld schöpfen und Kreditmengen ausweiten. Das ist auch der Grund, warum alle Währungen in den letzten 100 Jahren 97%-99% gegenüber Gold verloren haben. Es bleiben also nur noch 1%-3% übrig, bevor Papiergeld seinen kompletten Wert verloren haben wird.


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