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Wie viel US-Währung befindet sich im Ausland?

25.07.2019  |  John Paul Koning
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Noten-Broker

Banken, die als Noten-Broker agieren, besuchen Filialen der Federal Reserve innerhalb der USA, um sowohl ihre inländischen als auch ausländischen Bestellungen an Banknoten zu erfüllen. Wenn diese Banknoten nicht länger nachgefragt werden, dann importieren die Banken sie zurück in die USA und bewahren sie in der lokalen Filiale der Fed auf.

Der Großteil dieser Banken erstattet Bericht über Standort und Quelle der Banknoten. Diese Berichte erlauben es Judson, die Menge an Banknoten zu rekonstruieren, die sich im Ausland befindet. Im unteren Chart deutet die durchgezogene schwarze Linie darauf hin, dass zwischen 1989 und 2016 die Gesamtmenge von fast 500 Milliarden Dollar Bargeld von Geschäftsbanken zu ausländischen Standorten floss.

Währenddessen nahm die Gesamtmenge an existierendem Bargeld - die dicke, gestrichelte graue Linie - seit 1989 um fast 1,25 Billionen Dollar zu. Das würde darauf hindeuten, dass die Menge an extern gehaltenen Banknoten etwa 40% der Gesamtmenge (500/1250) ausmacht. Das ist deutlich weniger als die früheren Schätzungen, die auf den kanadischen Präferenzen basierten.

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Quelle: Judson (2017)


Die Informationen der Noten-Broker bieten kein Gesamtbild der Notenmenge, die sich im Ausland befindet. Private Bewegungen der Banknoten, beispielsweise Noten, die sich im Portemonnaie oder Koffer von Personen befinden, werden nicht registriert. Ebenso wenig wie Noten, die per Post verschickt werden.

Judson versucht dies in ihrem Bericht von 2017 zu korrigieren. Sie identifiziert Situationen, in denen große Zuflüsse von Geschäftsbanken in die USA aus bestimmten Ländern aufgrund der Tatsache stattfanden, dass Einzelpersonen US-amerikanisches Bargeld ins Land schafften. Mexiko ist ein gutes Beispiel dafür. Immigranten und Touristen schaffen große Mengen Bargeld über die Grenze nach Mexiko, doch diese Mengen kehren tendenziell zu offiziellen Bankkanälen zurück.

Im obigen Chart versucht die schwarze, gestrichelte Linie, die Auswirkungen fehlender Privatflüsse zu verdeutlichen. Dies deutet darauf hin, dass sich 72% aller Banknoten außerhalb der USA befinden.


Lieferungen aus New York, Miami und LA

Die Federal Reserve besitzt 28 Filialen in den USA, die neues Bargeld ausgeben und Bestände ungewollten Geldes entgegennehmen. Von diesen 28 Filialen ist bekannt, dass New York, Miami und LA deutliche Mengen eingehender ausländischer Banknoten von Banken entgegennehmen sowie Abhebungen von Banknoten für den internationalen Export gestatten.

Das schafft eine weitere Möglichkeit, die Menge ausländischer Banknoten zu schätzen. Wenn wir annehmen, dass alle Banknoten, die nach New York, Miami und LA fließen von oder zu ausländischen Standorten unterwegs sind, kann man diese Flüsse zusammenfassen, um auf einen Bestand an Banknoten zu kommen, der außerhalb der USA gehalten wird. In Judsons obigem Chart ist das die durchgezogene, graue Linie. Sie deutet darauf hin, dass 48% des US-amerikanischen Bargeldes außerhalb der Grenzen zirkuliert.


Vorteile für den US-Steuerzahler

Zusammenfassend befindet sich also eine große Menge US-Banknoten im Ausland. Doch wie Judsons Arbeit darstellt, gibt es eine Vielzahl an Schätzungen darüber, wie viel genau außerhalb der USA zirkuliert.

In welchem Maß ziehen die Amerikaner Vorteile aus der ausländischen Akzeptanz des US-amerikanischen Bargeldes? Lassen Sie uns annehmen, dass 60% aller US-Banknoten exportiert wurden. Von den 1,738 Billionen Dollar, die die Federal Reserve bis zu diesem Juni ausgegeben hat, werden 1.043 Billionen Dollar international gehalten.

Das Gute an diesen Banknoten ist, dass der Emittent - die Zentralbank - keine Zinsen auf diese zu zahlen hat. Das bedeutet, dass die Zentralbank alle Zinsen behalten kann, die sie für die weniger riskanten Vermögenswerte erhält, die wiederum die zirkulierenden Noten decken. Es ist sicher, anzunehmen, dass die Federal Reserve eine risikofreie Rate von 2,2% auf ihre Vermögenswerte erhält (die Rate der 3-monatigen Staatsanleihe). Das bedeutet also, dass die Fed aktuell 22,9 Milliarden Dollar im Jahr durch ausländische Währungsbesitzer verdient (2,2% x 1,043 Billionen Dollar).

Die Fed überweist diese 22,9 Milliarden Dollar Einnahmen an die Regierung. Eine geringe Menge wird behalten, um die Ausgaben zu decken. Auf pro-Kopf-Basis ergibt das eine jährliche Dividende von 70 Dollar für jeden Amerikaner! Für die Steuerzahler ist der größte Export der USA wahrlich von Vorteil.


© JP Koning
BullionStar



Der Artikel wurde am 03. Juli 2019 auf www.bullionstar.com veröffentlicht und in Auszügen exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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