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DAX: Wer hat Angst vor dem Sommerloch?

22.07.2019  |  Robert Schröder
Welcher Anleger oder Trader hätte im Dezember 2018 gedacht, als der DAX (ISIN: DE0008469008) auf dem besten Weg Richtung 10.000 Punkte Marke war, dass wir in diesem Sommer einmal über 12.600 Punkte und damit über 23 Prozent höher notieren würden. Weder der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China, noch die sich eintrübende Wirtschaft in Deutschland, die zeitweise schon am Rande einer Rezession stand, konnten den Aufwärtstrend des deutschen Leitindex per Tendenz stoppen. Selbst das anhaltende Brexit-Chaos schien deutsche Börsianer nicht aus der Ruhe bringen zu können.

Und selbst diverse Gewinnwarnungen von Daimler und BASF oder seitens der Maschinenbauer Aumann und Krones konnten dem DAX bisher kaum ernsthaft etwas anhaben. Doch der Scheint trügt in diesen Tagen! Warum der DAX aber schon bald wieder unter die 12.000er Marke fallen bzw. sogar einige 100 Punkte nachgeben könnte, lesen Sie im Folgenden.


DAX mit klassischer ABC-Korrektur

Ausgehend vom Tief im Dezember 2018 hat sich beim DAX (Chart zeigt den Future im Tages-Chart) ein klassisches Muster nach Elliott Waves entwickelt. Ab 10.263 ging es 5-teilig nach oben. Welle v und zugleich der Aufwärtszyklus wurden am 3. Mai bei 12.450 komplettiert. Seitdem befindet sich der DAX inmitten einer ABC-Korrektur. Und ja, auch das Jahreshoch vom 3. Juli mit 12.650 Punkten gehört dazu. Aufgrund des 3-teiligen bzw. korrektiven Anstiegs seit Anfang Juni (Tief Welle A), kann dieses Niveau nicht Teil einer neuen und vor allem nachhaltigen Trendwelle sein. Wie im Chart eingezeichnet, handelt es sich dabei um eine (überschießende) Korrekturwelle B.

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DAX Future im Tages-Chart mit unfertiger ABC-Korrektur


Nachdem der DAX jetzt zwei Wochen in Folge gefallen und seit dem Jahreshoch mehr als 400 Punkte verloren hat, steht die Abwärtswelle C bereits in den Startlöchern bzw. hat vielleicht sogar schon begonnen. Für den DAX bedeutet das deutlich fallende Kurse und ein Sommerloch, das sich gewaschen hat! Eine mögliche Schlüsselmarke in diesem Zusammenhang stellt das Tagestief vom 18. Juli mit 12.181 dar. Wird es unterschritten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der DAX dem skizzierten Abwärtspfeil folgt.


Neue Trendwelle beim DAX im Spätsommer möglich

Als mögliche Kursziele für Welle C bieten sich dann folgende vier Kursziele an:

1. 11.775: Dort sind Welle A und C gleich lang, was einem klasssischem Längenverhältnis bei den Elliott Wellen entspricht

2. 11.575: Dort liegt das Niveau der Welle A, das ebenfalls ein mögliches Ziel für die C-Welle darstellt.

3. 11.356: Dort verläuft das 50% Fibonacci-Korrektur-Retracement.

4. 11.265: Hier würde der DAX auf die Welle iv der letzten Aufwärtsbewegung treffen.

Toll, eine 500 Punkte-Zone!? Wem nützt das denn?

Noch niemanden. Es geht heute lediglich darum auzuloten, wo der DAX die nächsten Wochen stehen könnte. Die Feinarbeit in Sachen Welle C kommt dann mit der Zeit je tiefer der DAX eben fällt.

So oder so kann aber heute schon aus dem Kaffeesatz heraus gelesen werden, dass DAX nach der Ausbildung der Welle C (Sommerloch!) und nach der Komplettierung der gesamten ABC-Korrektur zu einer neuen Trendwelle ansetzen könnte. Neu Jahreshochs deutlich über 12.650 sind im 3. oder 4. Quartal 2019 ohne Weiteres möglich. Darüber hinaus sind zusätzlich auch 13.000 Punkte und gar neue Rekordhochs möglich.


© Robert Schröder
www.Elliott-Waves.com



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