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Jeff Thomas: Ein Blick in die Zukunft des Goldpreises

27.07.2019  |  Presse anonym
Der Edelmetallmarkt ist aktuell relativ stabil, doch wie sieht es inmitten einer wirtschaftlichen Krise aus? Da wir uns nun langsam auf eine drohende Krise zubewegen, sollten wir nun betrachten, wie sich der Markt wahrscheinlich verändern wird. Wie können wir unsere derzeitige Edelmetallstrategie ändern, um uns auf einen Metallmarkt vorzubereiten, der sich deutlich vom aktuellen unterscheiden könnte? Wir haben Autor und Edelmetallberater von International Man, Jeff Thomas, um seine Meinung gebeten.


International Man: Vor Kurzem erklärte ein bekannter Edelmetallprognostiker, dass es am schlimmste ist, physisches Gold in Barrenform zu halten; egal um man nun eine oder zehn Unzen besitzt. Er meinte, dass man Gold am besten in Münzform besitzen sollte. Was ist Ihre Meinung hierzu?

Jeff Thomas: Ich kenne diesen Kommentar und dessen Autor. Er ist ein altmodischer Goldbesitzer, genau wie ich. Er läge richtig, wenn die Frage, die er beantwortet, lauten würde: "Welche Form von Gold wird mir in einer Krise am besten helfen?"

Allgemein sehe ich zwei primäre Altersgruppen von Goldinvestoren. In der einen Gruppe befinden sich Leute unter 50, die sich auf Gold als primären Reichtumsaufbau fokussieren. Die Gruppe der Leute, die über 50 sind, konzentrieren sich vielmehr auf Gold als Absicherung gegen eine Wirtschaftskrise.

Die jüngere Gruppe wird sich von der Art Gold anziehen lassen, die den niedrigsten Aufpreis besitzt. Sie werden es in der verfügbaren Form erwerben, die sich aktuell nahe des Spot-Preises befindet - was dessen Inbesitznahme so billig wie möglich macht. Und das macht aus einer Investmentperspektive Sinn.

Ein älterer Investor besitzt wahrscheinlich schon seit Jahren Gold und ist sich der Tatsache bewusst, dass er irgendwann große Teile seiner Position verkaufen werden muss. Wenn er sich die Mühe gemacht hat, seine Zukunft zu bedenken, dann könnte er vielleicht herausgefunden haben, dass er es sehr wohl ziemlich schnell verkaufen werden muss, wenn die Zeit kommt.

Und das bedeutet, dass er Gold in der Form halten wird, die von den meisten Käufern begehrt werden wird. Zu dieser Zeit wird es einfacher sein, Münzen anstatt Barren zu verkaufen. Münzen werden sich einfacher verkaufen lassen als Ronden. Und die bekannteren Münzen, wie Eagles und Maple Leafs, werden mehr mögliche Käufer haben als vielleicht der Krügerrand oder die Philharmoniker.

Und natürlich ist das auch der Grund, warum diese Formen von Gold aktuell hohe Aufpreise besitzen - da sie in einer Krise die höchste Nachfrage besitzen werden. Also denken ältere, erfahrenere Investoren weniger daran, ihren Gewinn zu maximieren und konzentrieren sich vielmehr darauf, ihre Flexibilität in Zeiten wirtschaftlicher Unruhen zu maximieren.


International Man: Wie lässt sich diese Logik auf numismatische, also Sammlermünzen anwenden?

Jeff Thomas: Die Logik ist essentiell dieselbe. Wenn Sie ein cleverer Münzhändler sind, dann können Sie die Trends ausnutzen und so Geld machen. Ein US-amerikanischer Double Eagle aus dem Jahr 1876, der etwas weniger als eine Unze Gold enthält, besitzt einen Schmelzwert von etwa 1.300 Dollar. Doch als Sammlermünze konnte ich einmal beobachten, wie zwei von ihnen für mehr als 4.000 Dollar verkauft wurden.

Während einer Wirtschaftskrise, wie sie auf uns zukommt, ist es immer noch möglich, dass einige Sammler noch immer in der Lage sein werden, diesen Preis oder sogar noch mehr für die Münzen zu bezahlen. Doch wenn Sie plötzlich liquidieren müssen und die einzigen Käufer Leute sind, die Gold nur aufgrund seines innewohnenden Wertes haben wollen und Angebotspreise basierend auf dem Spot-Preis machen, dann werden Sie heftige Verluste machen.

Wichtig ist hier also: Machen Sie sich keine Sorgen um die Gegenwart. Dort liegen Ihre Probleme nicht. Die Probleme werden erst während einer Krise auftreten, also müssen Sie über "Krisenumstände" nachdenken. Die alleinige Tatsache, dass Sie Gold besitzen, verschafft Ihnen bereits eine Absicherung. Also konzentrieren Sie sich in Zukunft so gut es geht auf sich selbst.


International Man: Bedeutet das, dass Sie exklusiv 1-Unzen-Münzen erwerben?

Jeff Thomas: Nein, nicht unbedingt. Doch ich bin froh, dass Sie gefragt haben, da ich meiner eigenen Prämisse nicht immer gefolgt bin. In den 1970er Jahren arbeitete ich in London und kaufte Barren von Johnson-Matthey in Hatton Garden, da ich - als junger Mann - nicht wirklich darüber nachgedacht habe. In den 1980er Jahren kaufte ich Krügerrand-Münzen, da diese bekannt und zu einer Unze erhältlich waren. Später wurden Maple Leafs bekannter als der Krügerrand, also habe ich diese stattdessen gekauft.

In den frühen 2000er Jahren wusste ich, dass Gold auf dem Weg war, dramatisch anzusteigen. Deshalb habe ich also alles gekauft was ich konnte, in welcher Form auch immer es angeboten wurde. An irgendeinem Punkt handelte ich entgegen dem, was ich gerade beschrieben habe und kaufte eine Kollektion von zehn-Unzen-Barren. Später wurden die Eagles bekannter und einige Zeit lang habe ich nichts weiter als Eagles erworben.

Manchmal machen Sie Schnäppchen, wenn Sie Glück haben. Doch Sie sollten immer einen Großteil Ihrer Position in einer Form behalten, die Sie rasch liquidieren können.


International Man: Wie stellen Sie den genauen Prozentsatz dieses Anteils fest?

Jeff Thomas: Schätzen Sie, wie viel Geld Sie benötigen würden, um Ihre Situation vertretbar beibehalten zu können, wenn die Währungen zusammenbrechen oder deutliche Rohstoffknappheiten und/oder soziale Unruhen in Ihrem Land auftreten. Wie viel Bargeld bräuchten Sie, um sich zu retten? So viel Gold sollten Sie also in einer Form behalten, die so liquide ist wie möglich. Natürlich, wenn Sie die Chance bekommen, dann sollten Sie zuerst die Barren loswerden, doch Sie könnten keine sonderlich große Wahl haben. Sie müssen vielleicht die ein-Unzen-Münzen verkaufen, weil eine andere Person Ihnen anbietet, diese zu kaufen.



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