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Heutige weltweite Goldproduktion an einem Tag höher als im 16. Jahrhundert in einem Jahr

10.08.2019  |  Steve St. Angelo
Nachdem Columbus 1492 die Neue Welt entdeckte und Spanien im 16. Jahrhundert mit der Förderung großer Mengen Gold und Silber in Mexiko und Südamerika begann, nahm die weltweite Produktion von Edelmetallen in den folgenden Jahrhunderten erheblich zu. Allerdings verblasst der Anstieg der Goldproduktion in diesem Zeitabschnitt im Vergleich zu dem, was in der modernen Bergbauindustrie von heute stattfindet.

Bevor Spanien die Neue Welt entdeckte (wie die Geschichte besagt), fand der Großteil der weltweiten Goldproduktion in Europa und Afrika statt. Es wurde zwar auch Gold in Indien und Asien produziert, doch das meiste kam aus Europa und Afrika. Und 80% der gesamten Goldproduktion in Europa stammte aus der Region Österreich-Ungarn. Es ist also nicht überraschend, dass der Aufstieg des berühmt-berüchtigten Habsburgerreichs von Europa im und um das Gebiet Österreich-Ungarn anfing.

Als Spanien Mexiko und Südamerika (einschließlich Zentralamerika) eroberte, verliehen ihm die Reichtümer, die es aus der Entdeckung und Förderung von Gold und Silber erhielt, die Macht, das Habsburger Kaiserreich im 16. und 17. Jahrhundert anzuführen. Spanien war also nicht zufälligerweise jahrhundertelang die Weltsupermacht. Dieser Status ist der enormen Entdeckung neuer Gold- und Silberminen (und Goldplünderungen) in Mexiko und Südamerika zu verdanken.

Mehreren Quellen zufolge wurden im 16. Jahrhundert ungefähr 7 Tonnen Gold jährlich produziert. Von 1492 bis 1600 betrug die gesamte weltweite Goldproduktion geschätzte 22,9 Millionen Unzen oder etwas mehr als 200.000 Unzen jährlich. Dagegen betrug die Goldproduktion 2018 insgesamt 3.332 Tonnen bzw. 107 Mio. Unzen. Was man also im 16. Jahrhundert für die Produktion von 7 Tonnen in einem Jahr brauchte, kann die derzeitige Goldbergbauindustrie an einem Tag bereitstellen:

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Hier können wir sehen, dass die weltweite Goldproduktion im 19. und 20. Jahrhundert exponentiell angestiegen ist. Obwohl der massive Anstieg der weltweiten Goldproduktion in dieser Zeit teilweise der Entdeckung neuer, großer Vorkommen in den USA, Australien und Südafrika geschuldet ist, war die Einführung fossiler Brennstoffe als viel größere Energiequelle, einschließlich fortschrittlicher Gewinnungs- und Aufbereitungstechnologien, ein weiterer Faktor.

Im Grunde genommen, vollzog die Goldbergbauindustrie einen Übergang: Von Menschen und Tieren, die Gold aus engen Adern mit hochgradigen Erzen gruben und abtransportierten, zu riesigen Tagebauminen mit niedriger Goldkonzentration. Diese setzten flüssiges Erdöl als Energiequelle für gewaltige Lastwagen ein, die 300 bis 400 Tonnen Erz mit einer Ladung abtransportieren können, während aus Kohle und Erdgas erzeugte Elektrizität für die Aufbereitung verwendet wurde.

Hier ist der gleiche Chart von oben, aber in Millionen Feinunzen:

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Wenn wir den Durchschnitt der jährlichen Goldproduktion von 84,4 Mio. Unzen in den 2000er Jahren durch 365 Tage teilen, ergibt das 231.000 Unzen bzw. 0,23 Mio. Unzen am Tag gegenüber 0,2 Mio. Unzen im Jahr in den 1500er Jahren. Allerdings ist das der Durchschnitt der letzten 18 Jahre. Betrachtet man die letztjährige Goldproduktion in Höhe von 107 Mio. Unzen, so produzierte die weltweite Goldbergbauindustrie 2018 fast 300.000 Unzen Gold am Tag.

Obwohl dies eine faszinierende Statistik ist, sollten wir uns den nächsten Chart ansehen. Allein in den letzten fünf Jahren produzierte die Goldbergbauindustrie mehr Gold als alles, was die weltweiten Minen in 400 Jahren, von 1500 bis 1900, lieferten:


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