Suche
 

Mike Gleason: Warum Powell den Goldstandard fürchtet

03.08.2019  |  Redaktion
Die Aussage von Powell, Vorsitzender der Federal Reserve, vor dem US-Kongress wurde nicht nur wegen ihres wirtschaftlichen Einflusses beobachtet, sondern auch aufgrund des politischen Untertons, so Mike Gleason laut ZeroHedge.

So nannte Powell "Handelsspannungen" als Anlass zur Sorge für Weltwirtschaft und schien offensichtlich US-Präsident Trumps Zöllen die Schuld dafür zuzuschreiben. Doch wenn die Zölle letztendlich die Fed zu einer Zinssenkung verleiten, so bekommt Trump im Endeffekt, was er von Powell wollte. In letzter Zeit verstärkte Trump seine Angriffe auf die Zentralbank.

Auch wenn er nicht der einzige US-Präsident ist, der sich in die Währungspolitik einschaltete und sich mit Fed-Vorsitzenden über Zinspolitik herumstritt, hat es vor ihm keiner so offen und direkt gemacht, so Gleason. Verfechter der US-Notenbank in den Medien und im Kongress würden das als Angriff auf die "Unabhängigkeit" der Zentralbank ansehen.

Doch gerade die Idee, dass die Fed politisch unabhängig wäre, sieht Gleason als abstrus an. "Wenn eine kleine Gruppe Leute - ernannt und bestätigt durch Politiker - befugt sind, Entscheidungen zu treffen, die Märkte, Volkswirtschaften und Wahlen entscheidend beeinflussen, wird sich die Politik unweigerlich einmischen."

Bei seiner Aussage vor dem Kongress wurde Powell nach seiner Haltung zum Goldstandard gefragt. Obwohl Trump selbst nicht direkt für eine Anbindung des US-Dollars an Gold wirbt, hat seine Kandidatin für das Board of Governors der Federal Reserve, Judy Shelton, in der Vergangenheit ihre Zustimmung zum Goldstandard ausgedrückt.

Wie in einer früheren Meldung bereits berichtetet, äußerte sich Powell gegen eine Rückkehr zum Goldstandard. Sein Hauptargument lautete, dass sich die Fed bei einer Anbindung des Dollars an den Goldpreis nicht länger um die Beschäftigungsraten und stabile Preise kümmern könne.

Gleasons Meinung nach sei es nicht verwunderlich, dass Banken, die von besonderen Vorrechten der Fed und anderer Zentralbanken abhängen, Gold nicht mögen. "Es ist schwer mehrere Billionen Dollar teure Rettungen des Finanzsystems zu organisieren, wenn die Geldversorgung durch Gold begrenzt ist", schreibt er.

Dies werde von einigen als Nachteil angesehen. Doch andere würden darin einen Vorteil sehen, da es Banken davon abhält, überhaupt erst zu groß, um zu scheitern zu werden. Laut Gleason meint Powell mit "stabilen Preisen", Preise, die bei einer Inflation von 2% steigen, also ein Dollar, der stetig Kaufkraft verliert.

"Solides Geld andererseits ist marktbasiertes Geld und kann auf Gold, Silber oder etwas anderem, auf das der Markt wert legt, basieren." Die Geldpolitik und das politische Geschehen würden in den Hintergrund geraten und Märkte würden keine hohen Schwankungen aufgrund von Fed-Aussagen durchgehen.

Amtierende Regierungen würden keine Lockerungen der Goldpolitik mehr fordern. Anstatt sich darauf zu verlassen, dass die Fed ihre Schulden entwertet und Platz für neue schafft, müsste ein Weg gefunden werden die Schulden abzubezahlen und ein finanzpolitisch nachhaltiger Weg eingeschlagen werden, so Gleason.

"Die Tatsache, dass Politiker, Zentralbanker und Too-Big-To-Fail-Banker gegen einen Goldstandard sind, ist ein stillschweigendes Zugeständnis, dass hartes Geld als effektive Restriktion ihrer Aktivitäten fungieren würde", so Gleason.


© Redaktion GoldSeiten.de



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2019.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"