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Fed hält Teile des Pulvers trocken

01.08.2019  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1051 (07:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1033 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109,17. In der Folge notiert EUR-JPY bei 120,65. EUR-CHF oszilliert bei 1,1009.

Die Leitzinsentscheidung der Fed erfüllte die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich einer Zinssenkung um 25 BP. Zudem beendet sie die Reduzierung der Bilanzsumme zwei Monate früher zum 01. August. Weitere Zinsschritt hält sie für möglich, aber nicht für nicht ausgemacht. Powell bezeichnete den Zinsschritt somit als "mid-cyle adjustment", wie es schon in den 90er Jahren praktiziert wurde. Den Kapitalmärkten wäre naturgemäß eine Vollkaskoversicherung lieber gewesen, sie reagierten mit Abschlägen auf die Pressekonferenz. So fielen Dow Jones und Nasdaq im Gleichklag um 1,2%.

Powell nutzte in der Begründung für den Zinsschritt die gleichen Argumente wie Mario Draghi für die Ankündigung von Maßnahmen im September:
  • Der Handelskrieg hat spürbare Auswirkungen auf das Verarbeitende Gewerbe.

  • Eine Verlangsamung des Welthandels.

  • Die Inflationsrate liegt unter 2%.

Zugleich verwies er aber darauf, dass die Lage der Wirtschaft gut sei. Umzugehen mit dem vorhandenen (durch die Politik verursachten) Vertrauensverlust müsse die Fed neu lernen. Dass es vorher eine solche Art der Verunsicherung nicht gegeben habe, darf man getrost als berechtigte Spitze gegen US-Präsident Trump sehen.

Für die verbliebene Unsicherheit über die zukünftige Politik wurde Powell bereits des "Durchwurstelns" kritisiert. Es ist aber gerade nicht Aufgabe der Fed, die Kapitalmarktrenditen zu maximieren. Vorhandene Unsicherheit über die Geldpolitik hilft, Assetpreisblasen zu vermeiden. Die Unsicherheit für die Realwirtschaft ist die, die abgebaut werden muss. Der US-Präsident schafft genau das Gegenteil. Er verursacht Unsicherheit in der Realwirtschaft und fordert von der Fed die Sicherheit, dass die Märkte auf die verschlechterten Gegebenheiten nicht reagieren. Das nennt man Chuzpe!

Mit der aktuellen Haltung beugt sich die Fed den Gegebenheiten, aber nicht dem Weißen Haus. Zu den Äußerung Trumps zu Powell: „I guess I’m stuck with you,” bleibt nur zu sagen: "We hope so!"

Die Brexit-Vorbereitungen der britischen Regierung werden vorangetrieben. Der neue britische Finanzminister Sajid Javid stellt 2,1 Milliarden Pfund zur Vorbereitung auf einen möglichen Hard-Brexit bereit. Davon werden 1,1 Mrd. Pfund sofort benötigt und

1 Mrd. dienen als Puffer. Die Investitionen in die Vorbereitung kommen spät, aber zeigen, dass Johnson gewillt ist, auch ohne Deal die EU zu verlassen. Eine aufkommende klare Linie kann an dieser Stelle nur begrüßt werden. Die EU hat sich zu Recht nicht auf Änderungen des Vertrages eingelassen. Auch von der EU Seite werden sich dieses Mal mehr Stimmen, und nicht nur Frankreich, gegen eine Verlängerung aussprechen.

Die heutige Sitzung der Bank of England (BoE) wird den Entwicklungen Rechnung tragen und noch keine Maßnahmen ergreifen. Konnte die Fed etwas Pulver verschießen, muss die BoE ihr gesamtes Pulver trocken halten. Gut möglich, dass sie es ab 1. November dringend benötigt.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überschreiten der Widerstandszone 1,1210 - 30 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
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