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Handelsstreit flammt wieder auf

02.08.2019  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,107955 (07:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,102702 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,12. In der Folge notiert EUR-JPY bei 118,6845. EUR-CHF oszilliert bei 1,09583.

Frische Holzscheite wirft Trump in das zuletzt nur schwelende Feuer des Handelsstreits. Zum ersten September wird ein neuer Zoll über 10% auf chinesische Güter im Wert von 300 Mrd. USD erhoben.

Zentralbanken, Unternehmensverbände und Forschungsinstitute sprechen eine eindeutige Sprache zu den Auswirkungen. Die Unsicherheit steigt, die Investitionsgüternachfrage sinkt, später dann die Konsumgüternachfrage. Dies gilt weltweit, nicht nur in China. Der US-Präsident hält die negativen Auswirkungen für China größer als für die USA. Nach außen hin sieht er sogar Vorteile durch die Zolleinnahmen.

Die Drawdowns am gestrigen Handelstag geben ihm kurzfristig Recht. Während der Dow Jones am gestrigen Handelstag gut 1% verlor, gab der Hang Seng Index um das Doppelte nach. Diese Momentaufnahme lässt zuweilen die sich in China weiter entwickelnden Strukturen vergessen:
  • Der Anteil Chinas an den weltweiten High-Tech Exporten ist hat sich seit 2005 von 11% auf über 21% verdoppelt.

  • Das Ausgabenwachstum an Forschung - und Entwicklung lag zuletzt mit 34% weit über der EU mit 14% und den USA mit ca. 7%.

  • Der Markt für Elektroautos ist jetzt schon doppelt groß wie in den USA, die Produktion ist dreifach so hoch.

  • Die Anzahl eingesetzter Produktionsroboter wird für China auf 748,000 für diese Jahr geschätzt, die USA liegen gemäß der International Federation of Robotics bei ca. 397.000

  • 40% der Produktionsroboter werden in 2020 aus China kommen, 6-8% aus den USA.

Warum verliert der chinesische Markt dann stärker als der US-Markt? China als Exportnation wird durch die Sanktionen mehr getroffen als der konsumorientierte US-Markt. Der Dienstleistungssektor Chinas liegt bei ca. 52%, der Industriesektor bei 41%. Für die USA gilt ein Verhältnis von 77% zu 18%. Diesen Hebel setzt Trump an. Kurzfristig hat er damit Erfolg, langfristig wird sich die chinesische Seite durchsetzen. Auch am Kapitalmarkt.

Letzterer wird seit Monaten von der Bank of England ignoriert. Diese gab am gestrigen Tag nicht nur bekannt, dass die Leitzinsen konstant bleiben. Während der Kapitalmarkt Zinssenkungen bereits einpreist und die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Hard-Brexit bei über 50 % liegt, verkündet die BoE, dass sie einen Hard-Brexit nicht mal in ihre Annahmen aufnimmt. Über die Eintrittswahrscheinlichkeit des Hard-Brexits kann man streiten. Auf Null kommt man nur mit der Methode der drei Affen:

Die radikalen Brexiteers auf den Ministerposten der Regierung nicht sehen. Den Glockenschlag zum 31. Oktober nicht hören. Folglich auf der Pressekonferenz dazu auch nichts sagen.

Bei Null scheint auch das Verhandlungsergebnis der EU gegenüber den USA bezüglich Lebensmittelimporten zu liegen. Nach Bloombergberichten dürfen die USA in den nächsten sieben Jahren über 35.000 Tonnen Fleisch in die EU exportieren. Eine Gegenleistung für diese Marktöffnung war den vorliegenden Berichten nicht zu entnehmen. Es stellt sich die Frage, ob über einen Teil der Verhandlungsergebnisse nicht berichtet wurde oder sich die EU schon vor dem Beginn der eigentlichen Verhandlungen auf den Rücken legt und die Kehle zeigt. Zu hoffen ist ersteres zu fürchten zweiteres.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überschreiten der Widerstandszone 1,1210 - 30 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



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