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Die nächsten 5 Jahre: Nicht gewinnen, sondern überleben

08.08.2019  |  Egon von Greyerz
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Wird der Dow auf 1.000 oder nur 10.000 fallen?

Wie tief hinab wird es in diesem Bärenmarkt gehen? Zwischen 1929 und 1932 fiel der Dow um 90%, und die Umstände in der Welt waren damals bei Weitem nicht so schlimm wie heute. Wahrscheinlich wird der Markt im Bereich von 8.000-10.000 Punkten anfänglich Unterstützung finden. Am Ende wird er womöglich den Bereich von 600 bis 1.000 Punkten erreichen, einen Konsolidierungsbereich, der für 17 Jahre, zwischen 1965 bis 1982, Bestand hatte.

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Ein Fall vom aktuellen Stand (27.000 Punkte) auf die 2. Unterstützung würde einen Verlust von 97% bedeuten. Von heute aus betrachtet, scheint das völlig unmöglich, allerdings ist der Unterschied zu den Verlusten von 90% der Jahre 1929-1932 gar nicht so groß.

Ich möchte es an dieser Stelle ganz unmissverständlich sagen. Meine Interpretation des US-Aktienmarkts sieht folgendermaßen aus: Wahrscheinlich werden wir frühestens ab August 2019 eine große Wende im langfristigen Trend erleben - und spätestens in den nächsten drei Monaten. Die Wende könnte anfänglich schrittweise erfolgen, sie wird sich aber sehr bald schon in einen Crash verwandeln.

Könnte ich falsch liegen? Ja, natürlich könnte ich das. Wie auch in der Vergangenheit schon, als ich die Fähigkeiten der Zentralbanken unterschätzte, die Entwicklungen durch unverantwortliche Kreditexpansion aufzuschieben. Allerdings haben sie damit nur eine noch größere Blase geschaffen, die bei ihrem Platzen zu einer noch viel schwereren Implosion der Märkte, des Finanzsystems und auch der Weltwirtschaft führen wird.

Ich bin normalerweise kein Mann der Wetten, auch wenn ich kürzlich der Aufforderung zu einer Wette um 1 Million $ gefolgt bin, bei der eine Person überzeugt war, dass Gold nicht durch die Maginot-Linie bei 1.350 $ brechen würde. Leider zog sich die Partei, die mich herausgefordert hatte, von der Wette zurück, also blieb mir nur der moralische Sieg.

Trotzdem würde ich Folgendes sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Aktienmarkt diesen Herbst in sich zusammenstürzt und dass Gold und Silber erheblich höhere Stände erreichen, liegt bei 95%.


Es geht nicht ums Gewinnen, sondern ums Überleben

Ich möchte hier klarstellen, dass ich kein Interesse daran habe, durch Wetten auf Finanzinstrumente Geld zu machen. Meine sehr direkten Aussagen zur Richtung der Investmentmärkte sollen stattdessen den Zweck haben, Investoren aufzurütteln und ihre Wahrnehmung auf die enormen Risiken zu lenken, von denen die Welt aktuell betroffen ist.

Jetzt ist nicht die Zeit, bei seinen Investitionen an Gewinne zu denken. Sondern viel eher daran, in den nächsten fünf Jahren so wenig wie möglich zu verlieren. Denn alle werden Verlierer sein. Auch wenn man selbst keine Aktien oder Anleihen besitzt, so wird das eigene Haus an Wert verlieren, oder man verliert seine Pension, seinen Job oder Sozialleistungen. Wahrscheinlich wird man auch das Geld verlieren, das auf der Bank liegt - entweder durch Währungsentwertung, Bail-Ins oder den Bankrott der Bank.

Wir dürfen eines nicht vergessen: Vermögensschutz bedeutet, seine Vermögensanlagen vor der totalen Zerstörung zu schützen, und nicht, hohe Gewinne einzufahren. Physisches Gold und Silber sind die beste Versicherung, über die man verfügen kann. Sollten die von uns erwarteten Stände erreicht werden, werden Sie wahrscheinlich auch große Kapitalwertsteigerungen sehen, doch das ist nicht das Hauptziel von Edelmetalleigentum.


© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG
www.goldswitzerland.com




Dieser Artikel wurde am 01. August 2019 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


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