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Staatliches Handeln sorgt für ständig steigende Goldpreise

15.08.2019  |  Egon von Greyerz
Open in new windowDie Geschichte steckt voller Beispiele für verrückte Herrscher - vom babylonischen König Nebukadnezar über den römischen Kaiser Caligula bis hin zu zahlreichen englischen und französischen Königen sowie modernen Beispielen.

Die Frage ist nur, ob wir jemals eine solch verrückte Zeit wie die heutige gehabt haben. Weltweit sind ethische wie moralische Werte verschwunden, und Dekadenz verbreitet sich ungezügelt. Im finanziellen Bereich herrscht überhaupt keine Disziplin mehr, da Führer versuchen, die Naturgesetze aufzuheben. Dies zeigt sich ganz deutlich am Beispiel der Manipulation der Weltwirtschaft, die es in diesem Maße nie zuvor in der Menschheitsgeschichte gegeben hat.


Eine verrückte Welt mit Geld und Gütern ohne Ende

Wir haben es heute also nicht einem oder zwei verrückten Führern zu tun, sondern mit einer verrückten Welt, in der buchstäblich jeder Führer oder Zentralbankenvorstand verrückt ist. Warum sonst sollten sie versuchen, den Wohlstand der Welt mit wertlosem Falschgeld herbeizudrucken oder unbegrenzte Kreditmengen zu schöpfen? Und weshalb würden sie Menschen - durch Negativzinsen - dafür bezahlen, dass sie sich Geld leihen?

Der nächste logische Schritt wäre natürlich, dass wir alle aufhören zu arbeiten und die Roboter alles Notwendige produzieren lassen, wobei der Staat uns allen reichlich Geld gibt, damit wir uns das kaufen können, was wir wollen. Falls wir mehr Geld brauchen, können wir es uns einfach leihen, wobei wir noch Zinsen für die Kreditaufnahme bekommen. Selbstverständlich wird der Kredit nie zurückgezahlt werden müssen, weil wir bis in alle Ewigkeit unbegrenzte Mengen schöpfen können.

Was wie eine unglaubwürdige Sage klingen mag, ist gar nicht so weit von unserem heutigen Leben entfernt. Wir haben zwar noch keine Roboter, die die komplette menschliche Arbeit erledigen, doch das ist nur eine Frage der Zeit. Man darf nicht vergessen, dass sich die gesamte Produktionsleistung im Eigentum des Staates befinden wird – oder, und das ist wahrscheinlicher, einer herrschenden Oligarchie. In der Folge werden normale Menschen praktisch zu Sklaven, weil nur sehr wenige von ihnen gebraucht werden, wenn Roboter den größten Teil der Arbeit machen.


Wir lernen nie aus der Geschichte

Open in new windowWir sind mit Sicherheit noch nicht an dem Punkt, wo Menschen komplett durch Roboter ersetzt werden können. Doch der Trend ist klar, und es ist nur noch eine Frage der Zeit - ob nun in 100 Jahren oder in mehreren Jahrhunderten. Ein schwerer Wirtschaftseinbruch könnte diese Entwicklung auf jeden Fall verzögern. Nach dem Fall des Römischen Imperiums stand die kulturelle und wirtschaftliche Evolution still oder entwickelte sich für längere Zeit rückwärts. Das "finstere" Mittelalter dauerte zwischen 500 und 800 Jahren, abhängig davon, wo man die Grenzen zieht.

Wir müssen aus der Geschichte lernen, doch die Menschheit macht es nie. Schon immer hat jede Generation geglaubt, dass zu ihren Lebzeiten eben alles anders sei.

Behalten wir im Hinterkopf, was langfristig passieren kann und betrachten wir nun den kurzfristigeren Zeitrahmen. Wie ich schon schrieb: Verrückte Regierungen und Zentralbanken setzen alles daran, die Blase auf solche Dimensionen auszudehnen, dass sich die Weltwirtschaft in eine gewaltige Nuklearbombe verwandelt. Die Explosion dieser Bombe, oder genauer gesagt die Implosion, wird katastrophale Folgen für die Welt haben. Es ist unmöglich, die exakten Folgewirkungen dieses Ereignisses zu prognostizieren. Doch eines kann als relativ sicher gelten: Es wird für unseren Planeten auf allen Ebenen großes Leid mit sich bringen.


Keine Heilung für den Patienten mit der guten alten Medizin

Wie ich im Artikel von letzter Woche dargestellte hatte, werden die Zentralbanken gerade von Panik erfasst. Sie wissen, dass die Wirtschaft und das Finanzsystem auf einem Fundament aus Treibsand stehen. Treibsand hat folgenden Effekt: Je stärker man sich herauswinden will, desto tiefer versinkt man. Und so wird die nächste Phase für die Weltwirtschaft aussehen. Die Zentralbanken werden nur noch zwei Stützen zur Verfügung haben. Die eine nennt sich Geldschöpfung und die andere heißt Zinssatzmanipulation.

Seitdem Nixon das Goldfenster im Jahr 1971 schloss, haben die Zentralbanken diese beiden Medikamente verabreicht - in überdosierter Form und mit stets steigender Frequenz. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind desaströs gewesen - aber niemand hat es mitbekommen. Als Beispiel: 1971 kostete in Großbritannien ein durchschnittliches Haus 4.700 £. Der heutige Preis beträgt 230.000 £, obwohl man in Südostengland dafür nur noch einen Schuppen bekommt.

Trotzdem, der Durchschnittspreis ist um das 50-fache oder 4.800% gestiegen. Sagen wir nun, dass diese Person kein Haus kaufte, sondern ihre 4.500 £ auf die Bank brachte und es dort zu einem Zinssatz von 4% per annum für 48 Jahre ließ - zwischen 1971 und 2019. Heute würde diese Person insgesamt 30.000 £ haben, einschließlich aller Zinsen. Das Geld auf der Bank hat sich also versechsfacht (6x), während sich die Hauspreise verfünfzigfachten (50x). Natürlich kann sich diese Person heute kein Haus mehr leisten mit jenen Ersparnissen, die ihre Kaufkraft verloren haben.



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