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China dämmt Goldimporte ein

16.08.2019  |  Redaktion
Seit Mai soll China den Import von Gold stark eingeschränkt haben, berichtet Reuters unter Berufung auf Quellen aus der Bullionbranche mit unmittelbaren Kenntnissen von dieser Sache. Dieser Schritt könnte darauf abzielen, Dollarabflüsse im Zaum zu halten und den Yuan zu stärken, während das chinesische Wirtschaftswachstum schwächelt.

Den Quellen zufolge - die anonym bleiben wollen, da sie nicht befugt sind, mit den Medien zu sprechen - wurden die Goldeinfuhren verglichen zum Vorjahreszeitraum um 300 bis 500 Tonnen verringert.

China ist der weltgrößte Goldimporteur. Laut Angaben des chinesischen Zolls wurden im letzten Jahr ca. 1.500 Tonnen des Metalls importiert. Das entspricht einem Drittel des weltweiten Gesamtangebots. In der ersten Jahreshälfte 2019 importierte China 575 Tonnen Gold, weniger als 883 Tonnen im Vorjahreszeitraum.

Der Großteil von Chinas Importen wird von einer Gruppe lokaler und internationaler Banken durchgeführt, die monatliche Quoten von der chinesischen Zentralbank erhalten. Doch die Quoten wurden seit mehreren Monaten beschränkt oder gar nicht gewährt, so sieben Quellen aus der Bullionbranche in London, Hongkong, Singapur und China gegenüber Reuters.

Eine Quelle sagte: "Es werden jetzt nahezu keine Importquoten in China ausgegeben." Im Juni und Juli importierten die Banken der Quelle zufolge "so gut wie nichts". Die Importe sanken nicht auf Null, weil einige Banken vielleicht noch Quoten erhalten und andere Importkanäle, wie Raffinerien, noch geöffnet seien, so vier der Quellen.

Den Quellen zufolge würde China die Goldeinfuhren beschränken, um inmitten der Wertminderung des Yuan, die Geldmenge zu begrenzen, die das Land verlässt. Peking hat auch früher Schritte unternommen, um Kapitalabflüsse zu verringern, wenn seine Währung schwächer wurde, wie z. B. das Angebot von Yuan im Ausland zu drücken und Banken nahezulegen, Dollar aus dem Ausland zurück nach China zu schicken.

Laut Bullionbankern hat China auch früher Goldimportquoten eingeschränkt - zuletzt 2016, nachdem der Yuan stark sank. "Wenn Gold rein kommt, geht das Geld raus", so eine der Quellen und fügte an, dass chinesische Käufer dazu neigen, Dollar zu kaufen, um das Metall zu bezahlen.

Goldimporte zu beschränken, sei der einfachste Weg Dollarabflüsse einzuschränken, ohne, dass es Auswirkungen auf den Alltag habe, so die Bullionbanker laut Reuters.

Bisher sind die Auswirkungen auf den weltweiten Goldmarkt verhalten. Ein starker Preisanstieg veranlasste viele in China dazu, ihr Gold gegen Gewinn einzutauschen, sodass das inländische Angebot stieg, während gesteigerte Nachfrage im Rest der Welt stark genug war, das zusätzliche Metall aufzunehmen.


© Redaktion GoldSeiten.de



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