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Globales Finanzsystem - die Dominosteine beginnen zu fallen!

20.08.2019  |  Uli Pfauntsch
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Was Argentinien über die Glaubwürdigkeit unserer Institutionen aussagt!

Als Christine Lagarde, ehemalige IWF-Präsidentin und baldige EZB-Chefin, im vergangenen Jahr die bisher größte Rettungsaktion des IWF in Höhe von 56 Milliarden Dollar für Argentinien durchführte, setzte sie sich persönlich für die marktfreundliche Regierung von Präsident Mauricio Macri ein.

Nun gewann Macri in einem wichtigen Stimmungstest vor der Wahl nur 32% der Stimmen, während die frühere Präsidentin Christina Kirchner 47% gewann.

Die Auswirkungen dieses Wahlergebnisses waren verheerend: Der Leitindex der Börse Buenos Aires brach am Montag in Dollar gerechnet um fast 50% ein und der Argentinisch Peso crashte zum Dollar um 25%. Die lächerliche 100-jährige Argentinien-Anleihe crashte auf 47%, während die kurzfristigen Renditen auf 40% hochschnellten.

Der Kollaps der argentinischen Börse zerrt an den bereits angespannten Nerven der Anleger. "Ja, Argentinien ist eine kleine Volkswirtschaft", so die Rabobank. "Aber das letzte, was die Finanzmärkte derzeit sehen wollen, ist der Sturz einer weiteren marktfreundlichen Regierung".

Doch die Lage ist weitaus komplexer und tiefgreifender. Denn Argentinien ist ein weiterer Dominostein in einem massiven Glaubwürdigkeitsverlust in globale Institutionen und Regierungen. Ähnlich wie Deutschland den Südstaaten (PIGS) unter Finanzminister Schäuble Zusagen im Gegenzug für Austeritätspolitik machte, forderte der IWF von Argentinien, harte Sparmaßnahmen, inflationsorientierte Geldpolitik, Währungskontrollen und die Schlüssel zur Peso-Gelddruckmaschine.

Es wäre nicht weiter schlimm, dass Christine Lagarde mit dem andauernden Desaster in Argentinien nun dumm dasteht - wenn diese nicht am 31. Oktober 2019 die Nachfolge von Mario Draghi antreten würde.

Ihr neuer Job bei der EZB gleicht einem politischen Minenfeld. Lagarde wird als Marionette von Macron betrachtet, während Deutschlands Führung erschreckend inkompetent und schwach wirkt. Die Italienische Regierung hat bereits gedroht, wenn man nicht die Erlaubnis bekomme, sich über höhere Ausgaben aus der Rezession herauszuholen, werde man es dennoch tun. Angesichts der hoffnungslosen Überschuldung Italiens und seines bankrotten Finanzsektors, stehen die Sterne für den Euro alles andere als günstig.

Argentinien zeigt, dass eine wirtschaftliche Genesung im Angesicht von Populismus (unabhängig ob rechts oder links) und unrealistischen Versprechungen zum Scheitern verurteilt ist. Wir dürften gespannt sein, wie weit Lagarde gehen wird, um den Euro zusammenzuhalten. Doch wie es aussieht, müssen wir mit noch sehr viel rücksichtsloseren und extremeren Maßnahmen rechnen, wie wir sie uns zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt vorstellen können.

Denn Lagarde gilt als starke Befürworterin von negativen Zinsen und QE (Gelddrucken). In 2015, als Draghi sein Anleihe-Aufkaufprogramm verkündete, kommentierte Lagarde: "Wir begrüßen die heute angekündigten Maßnahmen, die die akkommodierende Haltung der EZB deutlich stärken werden. Die geplante Ausweitung der EZB-Bilanz wird dazu beitragen, die Kreditkosten im gesamten Euro-Währungsgebiet zu senken, die Inflationserwartungen zu erhöhen und das Risiko einer längeren Phase niedriger Inflation zu verringern".

Im Juni 2019, gab Lagarde folgendes Statement ab: "Wenn der nächste Abschwung kommt, was unvermeidlich ist, dürften politische Entscheidungsträger gezwungen sein, alle politischen Werkzeuge zu nutzen, um ihren kombinierten Effekt zu maximieren. Dies bedeutet, die Nachfrage durch entschiedene geldpolitische Lockerungen und fiskalische Anreize zu stützen, wo immer dies möglich ist".

Im Klartext: Erwarten Sie noch tiefere Negativzinsen und Gelddruck-Aktionen. Unter der Amtszeit von Lagarde beginnt der Anfang vom Ende des Euro.


Gold und das unvermeidliche Szenario!

Als Trump zuletzt die Einfuhrzölle für einige Artikel aus China anstatt dem 1. September auf den 15. Dezember verschoben hatte, spielten die Computer-Algorithmen (Algo-Trader) verrückt. Die Nachricht "Zölle aufgehoben" löste Eindeckungskäufe im S&P 500 und Shorts im Gold aus. Gold tauchte zunächst wie im freien Fall auf knapp unter 1.480 Dollar/Unze ab, konnte aber im weiteren Handelsverlauf die Marke von 1.500 Dollar verteidigen. Die Gold-Verkäufe begannen bereits vor den Neuigkeiten zum Handelsstreit und beschleunigten sich als der Anstieg des Konsumentenpreis-Index höher als erwartet hereinkam.


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