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Globales Finanzsystem - die Dominosteine beginnen zu fallen!

20.08.2019  |  Uli Pfauntsch
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Das Problem ist, dass die Gold-Trader, beziehungsweise diejenigen, die für die Programmierung der Algo-Trading-Maschinen verantwortlich sind, keine Ahnung haben, was der eigentliche Grund für den Anstieg im Gold ist. Die weitverbreitete Meinung ist, dass die Fed bei höherer Inflation weniger Bereitschaft für Zinssenkungen zeigt. Paradoxerweise ist höhere Inflation deshalb schlecht für Gold. Normalerweise steigt die Gold-Nachfrage, wenn die Geldentwertung (Inflation) zunimmt.

Diese Trader unterliegen einem großen Irrtum. Sie glauben, dass die Fed darauf achtet, die Inflation in Zaum zu halten. Steigende Lebenshaltungskosten beschäftigen die Bevölkerung, doch sie spielen keine Rolle bei der Fed und anderen Zentralbanken.

Ganz im Gegenteil: Jede Zentralbank versucht ihre eigene Währung zu schwächen, um mehr Inflation zu erzeugen.

Trader, die Gold infolge der Nachrichten-Headlines zum Handelskrieg verkaufen, verstehen die Zusammenhänge nicht. Gold steigt nicht wegen der Zölle. Gold steigt, weil jede Zentralbank zum Ziel hat, Inflation zu erzeugen, indem die Zinsen ins Negative gesenkt werden. Das Ergebnis sind negative Realzinsen rund um den Globus - und es gibt nur einen Ort, um sich zu schützen: Gold!

Doch der wahre Grund, warum die Notenbanker gefangen sind und keine andere Möglichkeit haben, als die Zinsen weiter zu senken, sind die untragbaren Schuldenberge, die seit dem "permanenten Ausnahmezustand" über die letzten 10 Jahre aufgetürmt wurden.

So ist die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten inzwischen auf 22,3 Billionen Dollar explodiert. Über den Juli belaufen sich die Kosten für den Schuldendienst bereits auf knapp 500 Milliarden Dollar und werden den Rekord in 2018 von 523 Milliarden Dollar sicher übertreffen. Über das letzte Jahrzehnt mussten die amerikanischen Steuerzahler bereits 4,4 Billionen Dollar an Finanzierungskosten berappen.

Inzwischen ist das Haushaltsdefizit mit mehr als 1 Billion Dollar im laufenden Fiskaljahr völlig außer Kontrolle geraten.

Selbst unter den optimistischen Prognosen der US-Regierung wird die Staatsverschuldung bis 2029 auf mehr als 33 Billionen Dollar explodieren. Dann erwartet das Congressional Budget Office einen Anstieg der Zinskosten auf 929 Milliarden Dollar pro Jahr - das entspricht etwa den gesamten Steuereinnahmen Deutschlands. Kommt es zur Rezession und brechen die Steuereinnahmen weg, kann das Defizit leicht auf jährlich 2 Billionen Dollar und mehr ausufern.

Um diese Defizite zu finanzieren, muss das US-Schatzamt gigantische Anleihe-Emissionen in den Markt drücken. Allein in diesem Jahr ist die Ausgabe von zusätzlichen Anleihen im Volumen von 800 Milliarden Dollar geplant.

Doch es gibt ein Problem: Das Tempo der Anleiheplatzierungen wird ausgerechnet zu einer Zeit erhöht, zu der die traditionellen Käufer wie China, Japan und Russland auf der Verkäuferseite stehen.

Steigende Zinszahlungen im Einklang mit einer massiv steigenden Verschuldung erzeugen eine verhängnisvolle Schuldenspirale. Steigende Verschuldung erhöht den Schuldendienst. Dies erfordert die Aufnahme von noch mehr Schulden, die auf die bestehenden Schulden hinzukommen, was wiederum die Zinszahlungen erhöht - ein Teufelskreislauf!

Aus diesem Grund ist die Fed hoffnungslos gefangen. Einmal in der Schuldenspirale gefangen, gibt es wenig Alternativen. Im Grunde bleibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder verzichtet die Fed auf Zinssenkungen - was die Schuldenblase unweigerlich zum Platzen - und eine Weltwirtschaftskrise im Stil von 1929 bis 1932 auslösen würde. Oder die Fed senkt die Zinsen auf null oder ins Negative ab und nimmt einen Dollar-Verfall und steigende Inflation beziehungsweise Stagflation in Kauf.

Meine Prognose: Sobald der Markt erkennt, dass die Fed Inflation ignoriert und mit der Absenkung der Zinsen in Richtung null fortfährt, wird Gold den eigentlichen Turbo zünden. Wir werden Tage erleben, an dem der Goldpreis 75 Dollar bis 100 Dollar in einer einzelnen Handelssitzung klettern wird. Ich erwarte spätestens im kommenden Jahr den erneuten Test der Dollar-Allzeithochs von 2011 um 1.920 Dollar/Unze mit Kursziel 2.500 Dollar/Unze in 2021.


© Uli Pfauntsch
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