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Die bittere Wahrheit

04.09.2019  |  Chris Martenson
Es ist sehr einfach, in die kleinen Dramen, die sich auf den Bildschirmen abspielen, hineingezogen zu werden.

Trump twitterte dies, während der Aktienmarkt jenes tat. Hoppla! Jemanden passiert etwas Schlimmes oder er hat richtig viel Glück. Schau mal: Kätzchen!

CNN zu schauen, kommt einem oft wie das absurde Ergebnis eines Universitätsgremiums vor, das ein Programm zum Bewusstseinstraining für Erwachsene mit ADHS kreieren wollte. Nach nur fünf Minuten weiß man, was es bedeutet, in einem Gehirn gefangen zu sein, das keinen ganzen Gedanken fassen kann und nicht genug Aufmerksamkeit aufbringt, um einen kohärenten Zusammenhang zu bilden.

Aber wenn wir diese unnützen Ablenkungen beiseite legen, ist es ziemlich offensichtlich, dass etwas Großes vor sich geht. Und es ist nicht positiv.

Es ist eine komplexe Geschichte mit vielen beweglichen Teilen und es wird etwas Kraft kosten, alles zu enträtseln. Doch immer mehr Leute kommen zu demselben Schluss: Etwas wird zerbrechen.

Um uns ein kohärentes Bild machen zu können, müssen wir zwei Riesenschritte Abstand nehmen und die ganze Leinwand betrachten.

Die Kurzfassung lautet: Die Zahlen passen einfach nicht zusammen.

Große Veränderungen sind im Gange. Im Besonderen: Die nicht nachhaltigen Zahnräder in der Weltwirtschaft kommen langsam zum Erliegen.


Riesenschritt 1: Wachstum

Das Zeitalter des unbegrenzten Wachstums ist vorbei. Wir hatten einen guten Lauf. Doch nun müssen wir uns an gewisse Umwelt- und Ressourceneinschränkungen anpassen. Das bedeutet, dass wir uns auch an einige finanzpolitische und wirtschaftliche Einschränkungen anpassen müssen.

Praktisch niemand, der an der Macht ist, will das eine oder das andere. Vielleicht hier und dort ein paar, wobei die meisten davon vor kurzem in Rente gegangen sind oder kurz davor stehen. Die übrigen wollen, dass der gewohnte Betrieb ("Business-As-Usual; BAU") weitergeht, besonders diejenigen, die erst seit Kurzem am Erfolg teilhaben dürfen.

Das große Problem von BAU ist, dass es ein defektes Modell ohne Zukunft ist. Wirtschaftswachstum war die Lösung für jedes Problem. Nun ist es das Problem.

Am schlimmsten ist, dass wir nicht nur von Wachstum abhängig geworden sind, sondern von exponentiellem Wachstum.

Es gibt hunderte exponentielle Charts, die wir behandeln könnten und sie sind alle wichtig, doch einer sticht aus der Menge hervor.

Es ist so allgegenwärtig in Ihrem Alltag, dass Sie es wahrscheinlich als selbstverständlich erachten und nicht alles wertschätzen, das es bietet. Sie sind der Fisch und es ist das Wasser.

Hier ist es:

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Energie aus fossilen Brennstoffen ist verantwortlich für jede Gemütlichkeit und materiellen Überfluss in Ihrem Leben und sie wuchs Ihr ganzes Leben lang exponentiell.

Das wird Sie umhauen: Schauen Sie sich den Chart aufmerksam an und Sie werden erkennen, dass die Hälfte aller fossilen Brennstoffe, die je in der Geschichte verbrannt worden sind, seit 1990 verbrannt wurden.

Das bedeutet: Wenn Sie 29 Jahre alt sind, wurden zu Ihren Lebzeiten die Hälfte aller in der Menschheitsgeschichte je verbrannten fossilen Brennstoffe verbrannt. Die Hälfte! In nur 29 Jahren!

Wenn Sie das nicht schockiert, dann müssen Sie es noch einmal lesen und etwas länger darüber nachdenken, weil es eine wirklich tiefgreifende Einsicht ist. Besonders, wenn ich sie mit dem zweiten Riesenschritt verknüpfe.

Hier ist eine weitere Veranschaulichung. Was, wenn wir die Energie aus fossilen Brennstoffen, die wir verbrauchen, in Menschensklaven umrechnen? Das heißt, die Arbeitsmenge, die ein Mensch in guter körperlicher Verfassung liefern könnte, wenn er Gräben ausheben oder Steine zerstoßen oder einen Wagen ziehen würde, außer, dass der fossile Brennstoff die Arbeitsenergie liefert.

Mit dieser Methode entdecken wir, dass der jährliche Verbrauch von fossilem Brennstoff 500 Milliarden menschlichen Energiesklaven entspricht, die arbeiten, um unsere Häuser gekühlt und das Essen auf dem Tisch zu halten und damit wir uns und unsere zahlreichen Waren auf dem Planeten hin- und herbewegen können.

Bei einer Weltbevölkerung von nur 7,8 Milliarden, ist es so, als gäbe es 64 menschliche Energiesklaven pro Person. Angesichts dessen, dass diese Sklaven nicht gleichmäßig verteilt sind, ist es wahrscheinlicher, dass Menschen in reichen Ländern jeweils mehrere hundert Energiesklaven haben. Dadurch wird das Leben sehr einfach und süß.

Sollten Ihre Energiesklaven verschwinden, wird das Leben sehr viel schwieriger, aber nicht so sehr, dass es für Ihre Urgroßeltern auffällig wäre.

Was Rohöl angeht, sind die Daten sogar noch überraschender. Um in der Zeit gelebt zu haben, in der die Hälfte des gesamten Rohölverbrauchs der Menschheitsgeschichte stattfand, reicht es 22 Jahre alt zu sein. 22!

Allein in den letzten 22 Jahren wurde so viel Rohölenergie genutzt, wie davor in der ganzen Menschheitsgeschichte. Sie bewegte Ihr Privatfahrzeug, riesige Containerschiffe und Flugzeuge. Damit wurden enorme Mineralerzvorkommen ausgegraben und Windtürme aufgestellt sowie Plastik in allen Ozeanen verteilt. Es durchkämmte, durchschnitt, schabte und pflügte die schwindenden natürlichen Lebensräume.


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