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Das erste Fünftel ist durch

13.09.2019  |  Robert Rethfeld
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Die Ängste, nicht genügend Energie zur Verfügung zu haben, haben diejenigen psychologisch geprägt, die die Ölkrisen der Jahre 1974 und 1980 mitgemacht haben. Heute ist die Bedrohung durch eine Dunkelflaute (keine Sonne, kein Wind) zwar noch real - 14 Tage im Dezember oder Januar kommen immer wieder mal vor -, aber dagegen helfen Wasserstoffspeicherung und notfalls das schnelle Hochfahren von Gaskraftwerken.

Wenn mich jemand fragen würde, ob sich der Strompreisanstieg der vergangenen 20 Jahre in Deutschland (+4% p.a.) auch in den nächsten 20 Jahren fortsetzt, würde ich dies verneinen. Die jetzt für Altanlagen beginnende auslaufende EEG-Förderung wird einer der Faktoren sein, die den Preis langsamer steigen lassen. Für den Ausbau der Netztrassen wird allerdings weiterhin Geld abgezwackt werden, sodass eine regelrechter Strompreisverfall wohl nicht stattfinden wird. Aber der Rolle als überdurchschnittlicher Inflationstreiber sollte der Strompreis in Zukunft nicht mehr gerecht werden.

Die Umstände der Industrialisierung ändern sich fast 300 Jahre nach deren Beginn. Das Bevölkerungswachstum lässt nach, "der Akt der Verbrennung" als Form der Energiegewinnung wird zurückgedrängt. Fossile Brennstoffe verlieren zunächst an relativer Bedeutung, später wohl auch an absoluter.

Inflation sollte weiterhin verhalten daherkommen, was direkt dazu führt, den 30-Jahres-Zyklus der 10jährigen US-Rendite unter die Lupe zu nehmen.

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Bisher hatten wir stets angenommen, dass uns der Zyklus erhalten bleibt, sprich das Jahresendtief von 2012 (1,72 Prozent) nicht unterschritten wird. Angesichts der gegenüber früheren Jahrhunderten veränderten Voraussetzungen gehen die Argumente dafür aus.

Wir wollen die Flinte jedoch erst dann ins Korn werfen, wenn die 1,72 Prozent am Jahresende 2019 tatsächlich unterschritten worden sind. Kurzfristig besteht die Chance auf eine konjunkturelle Zwischenerholung mit wieder etwas steigenden Renditen, längerfristig erscheint ein größerer Anstieg aber nicht nachvollziehbar.

Golden Twenties oder Frustfortsetzung? Die kommende Dekade (2020 bis 2030) wird in unserem im Dezember 2019 erscheinenden Jahresausblick ein wichtiges Thema sein.

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© Robert Rethfeld
www.wellenreiter-invest.de



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