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QE - Kriegstrommeln - Analyse zu Silber

16.09.2019  |  Markus Blaschzok
Angriff auf Saudi Arabien - Gold steigt 24 $ über Nacht

Am Montagmorgen stiegen die Preise für Gold um 24 $ und für Silber um 55 US-Cent an, nachdem am Wochenende ein Angriff auf saudische Ölanlagen die Angst vor einem Konflikt der USA mit dem Iran neu entfachten. US-Präsident Trump twitterte, dass man glaube zu wissen, wer der Täter sei. Die USA seien "geladen und entsichert" und man warte nur noch auf die Bestätigung des saudischen Königreichs und deren Bedingungen für ein weiteres [militärisches] Vorgehen. Obwohl Huthi-Rebellen sich zu dem Angriff bekannten, verurteilt die US-Regierung den Iran dafür.

Der Rohölpreis eröffnete heute Nacht bei 62,8 $ mit einer riesigen Kurslücke von 14% (+8 $) über dem letzten Schlusskurs vom Freitag. Händler, die über das Wochenende eine Position auf einen fallenden Ölpreis hatten, erfuhren herbe Verluste. Saudi-Arabien soll durch den Luftangriff die Hälfte der täglichen Ölproduktion, etwa 5,7 Millionen Barrel am Tag, verloren haben. Die USA, die ihr Öl aus der Fracking-Industrie gerne exportieren, erklärten sich sofort bereit notfalls ihre Rohölreserven in Höhe von 630 Millionen Barrel teilweise freizugeben, sollte es zu Engpässen kommen. Trump twitterte, dass man "jede Menge Öl habe".

Analysten von JP Morgan schätzen, dass diese Reduktion des Angebots den Rohölpreis in den kommenden Monaten auf 80 $ bis 90 $ je Fass ansteigen lassen könnten. Dies ist durchaus möglich, wenn sich ein Defizit am physischen Markt einstellt, da die Spekulanten am Terminmarkt aktuell mehrheitlich auf fallende Preise gewettet haben. Trifft ein physischer Engpass auf ein bis dato bärisches Sentiment, dann sind auf Sicht von zwei bis drei Monaten deutliche Preisanstiege sehr wahrscheinlich.

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Die Spekulanten glaubten bis dato noch mehrheitlich, dass der Rohölpreis weiter fallen könnte


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Auch die CoT-Daten zeigen, dass das Sentiment bisher bärisch war und nun ein Stimmungswechsel bevorstehen könnte


Der Rohölpreis ist aktuell mit 1,14 Gramm Gold je Fass historisch günstig, was für einen mittel- bis langfristigen Anstieg des Rohölpreises spricht. Die OPEC war in der Vergangenheit nicht gewillt für weniger als dieses Level zu verkaufen, weshalb zu solch günstigen Preisen immer Produktionskürzungen beschlossen wurden. Auch ein möglicher Konflikt mit dem Iran war und bleibt ein Damoklesschwert, das weiterhin über dem günstigen Rohölpreis schweben wird. Bereits in den siebziger Jahren wurde der inflationsbedingt gestiegene Rohölpreis von der Politik als Sündenbock missbraucht, um die die starken Anstiege der Konsumentenpreise zu erklären.

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Der Rohölpreis ist mit 1,14 Gramm Gold je Fass historisch günstig


In den ständig an Wert verlierenden Fiat-Papierwährungen gemessen, lässt sich langfristig nicht messen, ob Güter und Dienstleistungen günstiger oder teurer wurden. Das fehlende Verständnis der Allgemeinheit für die Ursache von Inflation und Preissteigerung führt weitläufig zu dem irrigen Glauben, Preise würden aufgrund gieriger Unternehmer steigen. Misst man Güter- und Dienstleistungspreise jedoch in einer wertstabilen Währung wie Gold, dann zeigt sich, dass die Preise in einer freien Marktwirtschaft ständig und unaufhörlich mit dem Produktivitätszuwachs fallen. Einzige und alleinige Ursache dauerhaft steigender Preise ist die Inflationspolitik des Staates über sein Geldmonopol.

Aufgrund der lockeren Geldpolitik der Notenbanken wird die Inflation womöglich schon in Bälde auf die Konsumentenpreise durchschlagen, wodurch die Politik in Erklärungsnot kommen wird. Aufgrund der aktuellen realen Unterbewertung des Rohölpreises zum Gold wäre selbst eine Preisverdoppelung ein real relativ niedriges Niveau. Die Politik wird einen Anstieg des Rohölpreises auf über 100 $ oder einem neuen Allzeithoch jedoch als Ursache der Preissteigerungen verkaufen und somit die Schuld von sich weisen.


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