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Unruhe bei den Banken

19.09.2019  |  Hannes Huster
Die US-Notenbank hat gestern den Leitzins um 0,25% gesenkt. Der Markt hatte diesen Schritt zum Großteil so erwartet. Jedoch wurde anschließend kommuniziert, dass es das mit den Zinssenkungen für 2019 gewesen sein könnte, so zumindest FED-Vorsitzender Powell. Allerdings waren die Meinungen innerhalb des FED-Vorstandes darüber geteilt, rund die Hälfte der FED-Mitglieder steht weiteren Zinssenkungen positiv gegenüber.

Dann hat die FED die Prognosen für das GDP nach oben gesetzt und dies obwohl sich an den Rahmendaten nichts geändert hat und zusätzliche Strafzölle kommen. Darüber zeigten sich selbst die Analysten von Goldman Sachs sehr verwundert.

Im Grunde, so meine Einschätzung, ist Powell total überfordert. Seine größte Schwäche ist die Kommunikation mit den Märkten. Er wirkt unsicher, hat keine klare Linie. Das war bei seinen Vorgängern einfach anders. Erst sprach er davon, dass es das mit den Zinssenkungen gewesen sein könnte, ein paar Minuten später hält er "ein weiteres QE für möglich"…?


Unruhe bei den Banken

Zudem gibt es seit Tagen massive Unregelmäßigkeiten im Geldmarkt. Die FED hat in wenigen Tagen 128 Milliarden USD in die Märkte gepumpt, so viel wie seit 2008 nicht mehr.

Die Zinssätze für die Übernachtkredite sind explodiert, was auf Stress im Bankensystem hindeutet. Diese Anomalien hat die FED in wenigen Tagen mit 128 Milliarden USD versucht auszugleichen, was kurzfristig gelungen ist.

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Trump hat es dann gestern schön auf den Punkt gebracht:

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Man kann ihn mögen oder hassen, doch er verteidigt auf jeden Fall seine Position und hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Die FED wird aus meiner Sicht keine andere Chance haben, als weiter zu senken, egal was Powell gestern gesagt hat. Der Druck der anderen Notenbanken ist viel zu hoch, wie wir in der folgenden Grafik sehen:

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Die Aktienmärkte tauchten zunächst ab, zogen dann aber wieder in die Pluszone, als Powell sagte, dass ein erneutes QE der FED möglich sei. Gold war vor der Zinsentscheidung fest und gab dann nach. Doch bei etwa 1.490 USD im Future endete das Schauspiel. Die Stopps am Verlaufstief und bei der runden Marke von 1.500 USD wurden erfolgreich "abgefischt":

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Fazit:

Die FED hat den schwächsten Vorsitzenden seit Jahrzehnten, der weder Bernanke oder gar Greenspan das Wasser reichen kann. Es geht an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt nicht unbedingt darum, was man tut, sondern wie man es dem Markt verkauft und wie man mit den Märkten kommuniziert. Es braucht eine ruhige Hand, klare Worte und man muss dem Markt das Gefühl geben, dass man berechenbar ist.

All das lässt Powell vermissen.

Wirtschaft, Konjunktur und Märkte werden sehr stark von Psychologie beeinflusst, auch wenn die Fundamentaldaten vielleicht eine andere Sprache sprechen. Werden die Marktteilnehmer z.B. im Aktienmarkt nervös und die Kurse fallen, dann hat dies meist starke Auswirkungen auf die Stimmungsindikatoren der Wirtschaft. Genauso andersherum.

Powell will sich vermutlich Pulver trocken halten und wollte dem Markt eher das Gefühl geben, dass die Wirtschaft OKAY ist. Doch das funktioniert so nicht und dieses Verhalten sendet falsche Signale.

Ich gehe davon aus, dass die FED weiter senken wird, da der Druck der anderen Notenbanken anhält. Der USD war gestern schon wieder stärker und Trump wird aus meiner Sicht bei den nächsten Gesprächen mit China keinen Millimeter von seiner Position abweichen, eher noch eine härtere Gangart einschlagen. Somit zwingt er die FED dazu, aufgrund des nicht absehbaren "Trade-Deals" die Zinsen weiter zu senken!


© Hannes Huster
Quelle: Auszug aus dem Börsenbrief "Der Goldreport"



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