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Schmerzt der Handelsstreit bereits zu sehr?

27.09.2019  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0922 (07:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0905 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,7. In der Folge notiert EUR-JPY bei 117,63. EUR-CHF oszilliert bei 1,08575.

Optimistisch stimmen die Meldungen der letzten Tage zum Handelsstreit zwischen den USA und China. Die chinesische Seite zeigt in Form von Sojabohneneinkäufen und Engagement auf dem US-Schweinemarkt guten Willen gegenüber den USA, die ihrerseits keine zusätzlichen Sanktionen - zumindest zum Weihnachtsgeschäft - erheben wollen. Auch die Äußerungen aus der Politik klangen zuletzt wieder positiver. Der chinesische Außenminister Wang Yi sowie der US-Präsident schlugen optimistischere Töne an.

Mit einem kompletten Durchbruch bei den zum 10. und 11. Oktober angesetzten Verhandlungen ist nicht zu rechnen. Die Chancen für einen zwischenzeitlichen Waffenstillstand stehen aber gut. Beiden Konfliktseiten beginnt der Handelsstreit weh zu tun. Im für China wichtigen Sekundärsektor gehen die Gewinne zurück. Der Caixin Manufacturing Index hält sich zwar noch mit 50,4 Punkten knapp im expansiven Bereich, die Profite des verarbeitenden Gewerbes fielen jedoch im Jahresvergleich um 3,4%, in der Industrie um 1,7%.

Auf der US-Seite wird es dann kritisch, wenn der private Konsum einbricht. Zuletzt wurde dieser durch Steuer- und Zinssenkungen gestützt. Das Verebben der Wirkungen zeigen die gefallenen Erwartungen des Consumer Confidence Index von 107 auf 95,8 Punkte, auch der Markit Services PMI ging deutlich von 53,0 auf 50.7 Punkte zurück. Im Jahr vor der Präsidentschaftswahl bietet sich eine Einigung mit China, das mehr landwirtschaftliche Produkte (von republikanischen Stammwählern) kaufen soll, gerade zu an.

Über Haltedauer und Verlässlichkeit eines Waffenstillstands sei an dieser Stelle auf die neuen Zolldrohungen Trumps gegen Mexiko verwiesen.

Gleichwohl würde eine zwischenzeitliche Einigung den Startschuss für die Jahresendrally an den Aktienmärkten geben. Dies könnte insbesondere für exportabhängige Märkte wie Deutschland gelten, so dass in diesem Fall neue Jahreshochs angestrebt werden sollten. Für die ohnehin hoch bewerteten US-Märke erscheinen dann neue Allzeithöchststände realistisch.

Bei einem aktuell erwarteten KGV von 18,14 und einem Preis/Buchwert von 3,40 für den S&P 500 ist die Fallhöhe in einem negativ Szenario allerdings auch beträchtlich. Investoren aus Europa kaufen dazu eine aus Momentumsicht starke, aber hoch bewertete Währung. Gemäß Kaufkraftparität ist der US-Dollar je nach Berechnungsmethode zwischen 6% (auf Basis von Konsumentenpreisen) oder 20 % (gemäß OECD) gegenüber dem Euro überbewertet.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1160 - 80 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



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