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Zentralbanken haben Kontrolle nicht verloren - sie hatten sie nie

07.10.2019  |  Egon von Greyerz
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Anleihemarkt - die größte Bubble der Geschichte

Die großen Probleme der Weltwirtschaft werden beginnen, wenn die Kredit- und Anleihemärkte kollabieren. Anfänglich werden die Zentralbanken noch unbegrenzte Liquidität via Geldschöpfung zuschießen und gleichzeitig die Zinssätze niedrig halten, so wie es die EZB und die Fed aktuell tun.

Doch am Ende werden die schieren Schuldenlasten dazu führen, dass die Zentralbanken die Kontrolle über die Zinssätze verlieren. Dann werden die Anleihemärkte kollabieren und die Zinssätze steil ansteigen. Die einzige Frage ist nur noch, wie lange es dafür brauchen wird. Es könnte sogar nur ein Jahr brauchen oder aber maximal 3 Jahre, doch wenn es passiert, haben wir es mit einem systemischen Zusammenbruch des Finanzsystems zu tun.


Eine Welt ohne Zentralbanken wäre ein Segen

Die EZB beginnt mit quantitativen Lockerungen von 20 Milliarden € pro Monat und einer Senkung der Einlagensätze von -0,4 auf -0,5, und das ist ein deutlicher Hinweis auf steigenden Druck im europäischen Bankensystem. Die 0,25%-Zinssenkung der Fed sowie Overnight-Repos im Umfang von 75 Milliarden $ (oder mehr) und 14-Tage-Repos im Umfang von mindestens 30 Milliarden $ verweisen auf ähnlichen Druck im US-Bankensystem.

In den nächsten Jahren werden Zentralbanken die Kontrolle übers Finanzsystem komplett verlieren. Doch sie hatten nie wirklich echte Kontrolle. Sie glauben von sich, dass ihre Aktionen nutzbringend für die Weltwirtschaft wären. Doch die nackte Wahrheit ist, dass sie die Grundursache aller Finanzblasen und -einbrüche sind.Würden Zentralbanken nicht existieren, und das wäre ein Segen!, dann gäbe es in dieser Welt nicht jene übertriebenen Mega-Boom-Bust-Zyklen. Die Märkte würden stattdessen von den Naturkräften reguliert.


Ohne Zentralbanken würde sich das System selbst regulieren

Gäbe es großen Geldbedarf, würden die Zinsen auf natürlich Weise ansteigen und die Kreditaufnahme verteuern und somit auch das Kreditwachstum regulieren. Gäbe es geringe Kreditnachfrage, würden die Zinssätze sinken und somit Kreditaufnahme und Wachstum stimulieren.

Dieses gesunde, natürliche System unterscheidet sich sehr stark von der heutigen Situation, in der wir eine Verschuldungsexplosion sowie Negativverzinsung haben, welche allein durch Zentralbankenmanipulation ermöglicht wurden. Dies ist ein absolutes Gräuel und widerstrebt allen Naturgesetzen sowie gesunden ökonomischen Prinzipien. Und deshalb wird das aktuelle System auch vollends zugrunde gehen - denn es verdient das Überleben nicht.


Gold hat in diesem Jahrhundert besser abgeschnitten als alle Asset-Klassen

Seit Beginn des Jahrhunderts warne ich Investoren vor dem Risiken im Finanzsystem und weise auf die Bedeutung des Vermögensschutzes hin. Ich habe zudem physisches Gold als bestes Mittel zur Absicherung der eigenen Vermögensanlagen empfohlen. Als Investment hat Gold in diesem Jahrhundert besser abgeschnitten als alle großen Asset-Klassen. Und es waren nicht immer einfache Zeiten. Nach dem Anstieg von 250 $ 1999 auf 1.920 $ 2011 haben wir auf die Dauer von 6-8 Jahren eine Korrektur und Seitwärtsbewegungen erlebt, abhängig davon, in welcher Währung Gold bemessen wird.

Doch selbst während jener langen Korrekturphase ab 2011 habe ich nie daran gezweifelt, dass 2006-09 nur eine Generalprobe gewesen ist, auf die noch der echte Einbruch der Weltwirtschaft und des Finanzsystems folgen wird. Zudem hatte ich keinerlei Zweifel daran, dass physisches Gold die beste Methode ist, Vermögen gegen die gegebenen Risiken zu schützen. Diese Risiken sind nun exponentiell angewachsen, da sich die globale Verschuldung verdoppelt hat - von 125 Billionen $ im Jahr 2006 auf mehr als 250 Billionen $ heute.



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