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Defla XL - Geiselspiel mit Aktien

06.10.2019  |  Christian Vartian
Im "Handelskrieg" hat die US-Regierung nun das erste Verfahren gewonnen, nämlich ein Verfahren vor der WTO und wegen / gegen Airbus.

(Schieds-)gerichtsverfahren brauchen Zeit, es ist eben das erste größere Urteil. Im Grunde hätte ein einfacher Blick in Subventionsgeschichten, Zwangs-Joint-Ventures oder völlig ungleiche Zölle schon vor diesem Urteil gereicht, um herauszufinden, dass die US-Regierung weitgehend ganz sachlich Recht hat.

Die Anti-"Trump Trade War" Hysterie, sie mag gegen den Stil berechtigt sein, in der Sache wird sie sich als Niete entlarven, die USA werden tatsächlich im Handel derzeit benachteiligt und das seit Jahrzehnten.

Und die Vorteilsnehmer werden eben Verfahren verlieren, da sie ja z. B. 2,5 zu 10 nicht außerhalb von Gerichtssälen geradebiegen können und behaupten, wer gegen solche Zollunterschiede sei, sei gegen Freihandel.

Geldpolitisch ist Trump sogar eher zu höflich zu Powell, inhaltlich hat die US-Regierung schon wieder Recht, alle neuen Daten dieser Woche beweisen, dass die FED komplett danebenlag und die Hochkonjunktur in den USA bereits abgewürgt hat unter Behauptung der Gefahr einer Inflation, die sie nun zugibt, dass sie nie kam, sondern schon wieder zu niedrig ist.

Intellektuelle Triumphe für ein Rauhbein, man kann das mögen oder nicht, es ist so. Franz- Josef-Strauß war auch lauter und ruppiger als andere und trotzdem gescheiter, der Ton, er macht halt genau nicht die Musik.

Einige FED-Präsidenten wie Evans aus Chicago knicken nun schon zusätzlich dort hin, wo Präsident Bullard schon steht: Ease, aber quickly.

Die Frage ist wann und diese Frage ist entscheidend für den Goldpreis.

Die Aktienmärkte wurden in der abgelaufenen Woche durch einen JPY Shortsqueeze (Die BoJ kündigte plötzlich an, weniger Japanische Staatsanleihen zu kaufen) zuerst in die Baisse geschickt, um dann in einem impulsiven "V" von Trump in den Aktienshortsqueeze geschickt zu werden.

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Im Aufwärtstrend sind sie damit zwar trotzdem nicht, aber die Anzahl blutiger Bären wie blutiger Bullen nimmt zu und das auch noch gleichzeitig. Je höher die Zahl der Todesopfer auf dem Schlachtfeld, um so geringer die Folgevolatilität.

Nun aber zum Geiselspiel:

Die US-Regierung hat eine massive politische Unterstütztung an China gesandt, indem sie das Niederknüppeln von Demonstranten in Hong Kong sogar begrüßte und China dazu gratulierte. Gesicht wahren, Trump ließ es die Chinesen beim Handel nicht, in der Politik tut er es und vielleicht ist diese ja wichtiger.

In der Ukraine-Untersuchung ohne einen direkten Zeugen und gegen Trump und Außenminister (und Ex-CIA Chef) Pompeo, die beide dabei waren, legt die parlamentarische Opposition hohes Tempo vor, nur wetten würden wir da - die Angreifer haben 1 Hörensagen-Zeugen - eher auf die Gegenseite, also auf die Regierung.

Und die hat offenbar etwas gegen die Biden-Familie in der Hand und China eingeladen, gegen diese ein Strafverfahren einzuleiten, wie die Ukraine auch.

Die atmosphärischen Vorboten zu den Spitzenbeziehungen zwischen Peking und Washington werden also bullischer, das bedeutet freundlicher. Und Airbus wurde, juristisch zwar in einem Verfahren USA gegen EU immerhin als Subventionsgedopter entlarvt.

Das wirkt auch auf andere Regionen, für die das Urteil gar nicht gefällt wurde. Und Flugzeuge sind große Dinge, viele davon bestellen kann Handelsbilanzen schnell ausgleichen - fliegen müssen sie halt siehe Boeing 737 Max. Und es kann Handelsbilanzen so ausgleichen, dass man gar nichts reformieren muß und sonst alles im Prinzip beim Alten bleibt: bequem und vor allem realistisch. Beim völlig überhöhten Wechselkurs des USD zum YUAN geht nämlich jeder andere Ausgleich der Handelsbilanz ohnehin nicht realistisch und billiger als China zu werden um sich Billigarbeitsplätze für Primitivproduktion zurückzuholen, ist auch nicht erstrebenswert.

Merke: 500.000 Alfa Romeos für die Deutsche Polizei war auch schon immer unser Vorschlag zum Ausgleich von Traget 2 Salden statt Strukturreformblödsinn.

Also: Ein "Deal" (in Wahrheit ohne jede strukturelle Einigung noch Veränderung), der trotzdem die Handelsbilanzen ausgleicht ist in Griffweite. Und moralisch ist Airbus als "Gedopter" überführt, da könnte dann eine Riesenbestellung bei Boeing ohne jede Ausschreibung und um eine Handelsbilanz auszugleichen weniger "moralisch unpassend" wirken, als sie es sonst wäre.

Die ohnehin niedergeschrödertschäubelte (deflationierte und zu Tode lohneingesparte) Deutsche und Französische Exportwirtschaft, vielleicht würde sie ja dann ihren wirklich exzellenten Kunden Großbritannien endlich wieder schätzen und ihre Monopolisierung des Kontinents aufgeben und diesem volle Waren- und Dienstleistungsfreiheit gewähren, ohne jede EU-Mitgliedschaft. Immerhin haben DE und FR den Handelsüberschuß mit Großbritannien und vielleicht wird der ja noch wichtiger als je zuvor, weil es überall andernortes wegbricht ...

Die Frage ist nur, käme ein Deal VOR oder NACH dem Einknicken der FED und Umschwenken dieser zu einer neuen Easing-Politik, welche die Daten schon seit 20 Monaten gebieten, würde man sie richtig lesen.

Wenn NACH einem Einlenken der FED eine Einigung China-USA käme, wäre dies nämlich leicht Gold-bullisch und massiv Aktien bullisch. Käme aber eine Einigung China-USA VOR dem Einlenken der FED, wäre dies Aktien bullisch aber stark Gold-bärisch.

Unser Preisradar in der Indikatorenlage hat Gold mit 1535/1586 auf der Oberseite und 1362/1275 auf der Unterseite und die stehen alle im Chart. Der Chart ist groß, Reihenfolge zeigt er uns so weit davor noch nicht.

Wir hoffen daher, dass Peking und Washington noch genug Schauspielenergie aufbringen, um sich zum Schein zu bewerfen, bis die Deflationisten kapitulieren, denn bildlich gemeint 3200 SPX 500 bei 1568 Gold ist uns echt sympatisch und 3100 SPX 500 bei 1275 Gold gefällt uns nicht und Palladium unter 1700 USD ist genau so unappetitlich wie der NASDAQ unter 9000.

Wachstumspolitik à la 1960-iger und 1970-iger ist die einzige, die wir gutheißen, weil sie nämlich richtig war und echten Massenwohlstand brachte statt Regenwurmschutzbehörden. SPD auf ins Parteiarchiv aus dieser Zeit, eigenes altes Programm lesen, machen. Warum nicht mit der CSU, das Adenauer Haus muß dann miteinknicken und nie werden die Autobahnen so achtspurig (pro Fahrrichtung) gewesen sein wie sie dann würden.

Herzlich, wie immer: Gold und Google!


© Mag. Christian Vartian
www.vartian-hardassetmacro.com



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