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In einer trügerischen Welt spricht Gold die Wahrheit

22.10.2019  |  Egon von Greyerz
Open in new windowDie nächsten Jahre werden zu einem wahren "Heureka-Moment" für die Märkte werden. Doch wahrscheinlich wird dieser, anders als im Fall von Archimedes, keinen zufriedenstellenden Kontext haben. Der griechische Mathematiker und Wissenschaftler soll "Heureka, Heureka" (Ich habe es gefunden!) gerufen haben, als er entdeckte, dass das in seiner Badewanne verdrängte Wasservolumen gleich dem Volumen seines Körpers war.

Interessanterweise wandte Archimedes dieses Prinzip auch zur Prüfung des Goldgehalts der Krone des Königs Hiero von Syrakus an. Ein Goldschmied hatte versucht, den König zu betrügen, indem er Gold in der Krone durch dieselbe Masse an Silber ersetzte. Da Gold aber über die doppelte Dichte von Silber verfügt und bei gleichem Volumen deutlich mehr wiegt, wurde der Betrug des Goldschmieds aufgedeckt. Wir werden später noch genauer auf den Heureka-Moment an den Märkten eingehen.

Auf der ganzen Welt gibt es Millionen von Anlegern, die jedes Jahr Milliarden von Stunden darauf verwenden, eine anständige Kapitalrendite zu erzielen. Die Zahl der Bereiche, in die man heutzutage investieren kann, ist überwältigend. Doch mit Blick auf die Finanzmärkte investiert die überwiegende Mehrheit in Aktien. Von diesen Aktien schneiden nur ganz wenige besser ab als die verschiedenen Aktienindizes.


Vermögensverwaltung - Ein System des Mittelmaßes

Also: Weltweit erwirtschaften Millionen von Investoren in Milliarden von Stunden und unter Aufwendung von Milliarden von $ für Computerprogramme einen Ertrag, der unter denen eines Indexfonds liegt. Was für eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen! Schlimmer noch: Die einzelnen Verwalter verdienen enorme Mengen Geld über ihre Investmentbanken oder Vermögensverwaltungsfirmen. Stattdessen hätte ein Computer die gesamte Arbeit übernehmen und all die überheblichen Vermögensverwalter überflüssig machen können.

Der größte Teil der Vermögensverwaltungsbranche ist nur ein enorm großes System der Mittelmäßigkeit, des Eigennutzes und der Nabelschau. Und das geschieht auf Kosten normaler Menschen und Pensionären, die einen großen Teil ihrer potentiellen Erträge oder Renten durch massive Gebühren an eine ineffiziente und ergebnisarme Branche verlieren.

Das heißt: Wir haben eine mittelmäßige Vermögensanlagebranche mit dürftigen Erträgen zu einer Zeit, in der alle Märkte für Vermögensanlagen Rekordstände markieren. Was passiert nun, wenn es an den Aktienmärkten abwärts geht? Oder schlimmer noch, was passiert, wenn die Märkte einbrechen, was dieses Jahr noch oder spätestens Anfang 2020 extrem wahrscheinlich ist?


Kursrücksetzer-Käufe werden in der kommenden Baisse nicht mehr funktionieren

Und was wird mit der Vermögensverwaltungsbranche passieren, wenn ein säkularer Bärenmarkt für einige Jahre bleibt und Aktien weltweit im Durchschnitt effektiv 75%-95% verlieren? Denn das ist das wahrscheinlichste Szenarium für die kommenden Jahre. In den ersten ein, zwei Jahren werden alle Investoren bei Kursrücksetzern noch kaufen. Das hat seit Jahren oder selbst Jahrzehnten funktioniert, warum also nicht auch diesmal? Ok, es wird für sehr begrenzte Zeit auch funktionieren, und zwar dann, wenn Zentralbanken weltweit zusätzliche zweistellige oder aber dreistellige Billionen-Beträge drucken, während die Derivate-Blase implodiert.


Heureka - Das gedruckte Geld hat letztlich doch keinen Wert!

Doch diesmal wird es anders kommen: Der Markt wird die Hochstapler entlarven! Der Heureka-Moment für die Welt ist dann gekommen, wenn der anstehende "Unbegrenzte-Geldschöpfung-aus-dem-Nichts"-Trick nicht mehr funktioniert. Jahrzehntelang sind Zentralbanker mit Geldschöpfung durchgekommen, von der sie behaupteten, sie habe realen Wert. Natürlich hat Gold immer den Betrug der Zentralbanker aufgedeckt, die damit den Wert des Papiergeldes zerstörten.

Da aber praktisch niemand Goldeigentümer ist (weniger als 0,5% der globalen Finanzanlagen), verstehen auch nur ganz wenige, dass ihr Papiergeld gegenüber Gold seit 1971 ca. 98% - 99% seines Wertes verloren hat und 75% - 85% seit 2000. Und die Regierungen unternehmen nach Möglichkeit alles, um diese Inkompetenz bei der Verwaltung der Landesfinanzen zu verheimlichen.

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